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Besuch aus Japan für Fläminger Luxusrinder

Wagyus aus Reinsdorf Besuch aus Japan für Fläminger Luxusrinder

Kaum zu glauben: Dass im Niederen Fläming japanische Wagyu-Rinder weiden, ist allein schon Sensation genug. Zwei Japaner setzten nun noch eins oben drauf. Sie reisten extra aus Tokio an, um die Luxusrinder vom Fläminger Genussland in Augenschein zu nehmen.

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Fläming-Besuch: Hideki Watanabe und Tochter Momoko.

Quelle: Josefine Sack

Reinsdorf. Seinen Wagyu-Rindern hat Ronny Ryll, der mit seinem Bruder Tino den Hof „Fläminger Genussland“ in Reinsdorf betreibt, allesamt japanische Namen gegeben: Oshu, wie die Stadt auf der japanischen Insel Honshu, oder Keiko, zu Deutsch „glückliches Kind“. Dass die Tiere inmitten der Glücksburger Heide (Wittenberg) südwestlich der Gemeinde Niederer Fläming weiden, ist eigentlich eine Sensation: 2006 kamen die ersten Wagyus nach Deutschland. Das zarte Fleisch der Tiere gilt unter Gourmets als Luxusprodukt.

Die Population außerhalb Japans stammt von Tieren, die zu wissenschaftlichen Zwecken in den 1990er Jahren in die USA exportiert wurden. Die Rylls züchten seit 2008 Wagyu-Rinder und sind damit Brandenburgs erster Zuchtbetrieb. An Himmelfahrt konnten sich die Landwirte über Besuch aus Ostasien freuen: Hideki Watanabe und seine Tochter Momoko waren eigens aus Tokio angereist, um die japanisch-brandenburgischen Rinder zu begutachten.

Zucht und Erforschung japanischer Rinder

Watanabe, der in Japan Chef eines Unternehmens ist, das Kunststoffpellets produziert, versteht selbst zwar wenig von Viehwirtschaft, dafür haben es die Wagyus seiner Tochter angetan. Die 21-Jährige studiert in der Provinz Hokkaido, gut zwei Flugstunden von Tokio entfernt, Tiermedizin. Sie ist eine von 50 Studenten, die sich während ihrer vierjährigen Ausbildung an der Rakuno-Gakuen-Universität der Zucht und Erforschung japanischer Rinder widmen. Obwohl sie ein Stadtkind sei, habe sie sich schon immer für Tiere interessiert, bringt Momoko Watanabe ihre Passion für das Luxusrind auf den Punkt. „Wagyus sind einfach süß.“

Wie die Watanabes ausgerechnet auf den Hof der Familie Ryll im Fläming gekommen sind? „Das ist eine lange Geschichte“, sagt Vater Watanabe. Sein Steckenpferd sind traditionelle asiatische Heilmethoden. Er selbst kultiviert Ginseng, dessen Wurzeln eine allheilende Wirkung haben sollen. Auf der Suche nach Ginseng-Züchtern weltweit stieß der Unternehmer, der von 2006 bis 2012 in Düsseldorf arbeitete, auf Familie Ryll aus Reinsdorf, die die Heilpflanze damals auf ihrem Hof anbaute.

Im vergangenen Jahr war Watanabe das erste Mal zu Besuch im Fläming. „Ich bin jedes Mal fasziniert von der weiten Landschaft und dem großen Hof“, sagt er. In Japan könnten sich das die wenigsten leisten. Was die Wagyu-Zucht angeht, gibt es hingegen kaum Unterschiede zwischen beiden Ländern, sagt Tochter Momoko. Die Gerüchte, wonach die Tiere in Japan täglich massiert und mit Reiswein besprüht würden, stimmen nicht, beruhigte sie Züchter Ronny Ryll.

Von Josefine Sack

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