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Teltow-Fläming Betonwüste soll Park werden
Lokales Teltow-Fläming Betonwüste soll Park werden
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00:24 16.01.2016
Bürgermeister Ortwin Baier mit den Plänen für den künftigen Gemeindepark. Quelle: Christian Zielke
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Blankenfelde

Grau ist die dominierende Farbe auf dem ehemaligen Kasernengelände in Blankenfelde. Die grauen Betonplatten am Boden bilden mit den ebenfalls grauen Hallen eine optische Symbiose. Aus dem wohl tristesten Ort in Blankenfelde soll eines Tages eine grüne Oase werden, in der sich Spaziergänger, Freizeitsportler und unberührte Natur ausbreiten können.

In der vergangenen Woche stimmte der Bauausschuss der Gemeinde Blankenfelde-Mahlow einstimmig für die Aufstellung des Bebauungsplans B 20a. Mit diesem Schritt will man die kleinen Gewerbetreibenden, die sich in den Hallen Werkstätten und Lager eingerichtet haben, vertreiben. „Wir als Kommune wollen uns die Planungshoheit sichern“, sagt Bürgermeister Ortwin Baier. Noch gehört das rund 26 Hektar große Gelände der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima), die sich in der Vergangenheit als zäher Verhandlungspartner herausgestellt hat. Auch jetzt liegen Welten zwischen dem, was die Gemeinde bietet und dem, was die Bima will. Diese fordert einen sechsstelligen Betrag und hatte der Gemeinde empfohlen, die leerstehenden Hallen an die Ukraine zu verkaufen.

Blick auf das alte Kasernengelände. Quelle: Christian Zielke

„Ich möchte das Gelände noch in diesem Jahr für die Gemeinde kaufen“, sagt Ortwin Baier. Mehr als einen symbolischen Euro möchte er nicht zahlen, denn der Abriss der Hallen, Baracken und die Entsiegelung des Bodens soll fast zwei Millionen Euro kosten. Da zum Schluss dort ein Funkmeldebataillon untergebracht war, geht er nicht von problematischen Altlasten auf dem Gelände aus.

Einzige Überraschung könnte die ehemalige Tankstelle sein. Der Bürgermeister sieht vor allem die Chancen als Erholungsfläche in der vom Fluglärm am stärksten betroffenen Gemeinde, die das riesige Areal bietet. In einem ersten Konzept der Gemeinde soll der künftige Park dreigeteilt werden. Im vorderen Teil, direkt hinter den als Flüchtlingsunterkunft und Wohnungen genutzten Blöcken, soll es vor allem Spiel- und Erholungsmöglichkeiten geben. Während die einen in der überdachten Grillhütte das gemeinsame Essen genießen, können die anderen den Mountainbikehügel unsicher machen. In der ehemaligen Turnhalle könnte sich der Bürgermeister einen Indoor-Spielplatz für Kinder vorstellen. „Ich kann mir vorstellen, dass man einen Teil des Parks mit einer Klimahülle überdacht“, sagt Baier. Im dahinter liegenden Teil sollen großzügige Spazierwege angelegt werden, während der hintere Bereich den Übergang zum Naturschutzgebiet Glasowbach schaffen soll.

Die Geschichte des Geländes

Bis 2002 wurde das Gelände militärisch genutzt. Von 1988 bis 1990 war dort das 40. Artilleriebataillon der Nationalen Volksarmee (NVA) untergebracht. Nach der Wiedervereinigung nutzte ein Fernmeldebataillon der Bundeswehr die Tauentzien-Kaserne.

Seitdem waren dort Saisonarbeiter untergebracht. Im Februar 2014 scheiterte der Versuch der Gemeinde, die Wohnblöcke zu kaufen und zu seniorengerechten Wohnungen umzubauen. Ein privater Investor bekam den Zuschlag.

Zwei Blöcke werden in den kommenden fünf Jahren als Unterkunft für bis zu 500 Flüchtlinge genutzt.

In den vier übrigen Blöcken sollen bis Ende des Jahres 180 Wohnungen entstehen.

Der Gemeinde soll die Entwicklung möglichst wenig kosten. Im Umfeld des Flughafens sind versiegelte Flächen in dieser Größe selten. Die Berlin-Brandenburg Area Development Company (BADC), an der die Gemeinde beteiligt ist, könnte Investoren dort Ausgleichsflächen für Eingriffe in die Natur anbieten. Diese zahlen dann Geld, von dem die Gemeinde Abriss und Aufforstung finanziert. Auch die Projektsteuerung soll von der BADC übernommen werden.

Wenn die Gemeindevertretung das Vorhaben unterstützt, sollen sich die Bürger an der Gestaltung des Parks beteiligen. Dazu sollen mehrere Workshops veranstaltet werden. Zunächst braucht Bürgermeister Ortwin Baier am 28. Januar von den Gemeindevertretern ein klares Votum, um mit der Bima in Kaufverhandlungen treten zu können.

Von Christian Zielke

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