Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 5 ° Sprühregen

Navigation:
Biber: Plagegeister und Nützlinge

Tour der Naturschützer durch den Niederen Fläming Biber: Plagegeister und Nützlinge

Der Naturschutzbund Deutschland hatte zu seiner jährlichen Biber-Tour in den Niederen Fläming eingeladen. Ganz im Süden nahe der Grenze zu Sachsen-Anhalt tummelt sich die Sippe von Meister Bockert und staut das Wasser der Entwässerungsgräben an. Die Landwirte sehen das kritisch, lehnen den Nager aber nicht ab.

Voriger Artikel
Gemütliche Kinoabende in Großbeeren
Nächster Artikel
Nico Rudolph ist jetzt Feuerwehrchef

Diesen Baum fällen die Biber wohl demnächst.

Quelle: H.-Dieter Kunze

Rinow. Wie geht es Meister Bockert? Anscheinend recht gut. Davon konnten sich Interessenten am sogenannten E-Graben bei Rinow jüngst überzeugen. Die Aktivisten vom Naturschutzbund Deutschland (Nabu), Thomas Kunze aus Knippelsdorf und Gerhard Maetz, der zugleich bei der Naturschutzbehörde Teltow-Fläming für den Artenschutz zuständig ist, laden seit 2004 immer zur Kontrolle der Biber-Population am 1. Advent ein.

Teilnehmen durfte jeder, der es möchte. Zu sehen sind die scheuen Tiere allerdings sehr selten – dafür aber ihr Werk in Form von geschickt errichteten Staudämmen. Damit sorgen sie in­stinktmäßig in Fließgewässern immer um den für sie richtigen Pegel, denn 50 Zentimeter Tauchtiefe brauchen sie mindestens.

Allerdings, und darin liegt der Konflikt, benötigen sie als Baumaterial reichlich Laubgehölz. Das wächst in unmittelbarer Umgebung reichlich und einen stattlichen Baum zu fällen, ist keine Hürde für die scharfen Nagezähne von Bibern. Damit ist ein Konflikt mit dem Menschen programmiert.

Das bestätigte Siegfried Seehafer, ein eigenständiger Landwirt aus Mehlsdorf. Altersbedingt will er seinen Hof und die Flächen, die teilweise unmittelbar am E-Graben im Mehlsdorfer Busch liegen, bald an seine Tochter Ute übertragen. Beide waren bei der Tour in Rinow dabei. „Der Biber ist, wenn die Population ausufert, schädlich, aber auch nützlich zugleich“, brachte es Siegfried Seehafer auf den Punkt. Das Bäume fällen und Dämme bauen kann zu größeren Schäden führen. Allerdings profitierte in diesem Jahr der Mehlsdorfer Landwirt und seine Kollegen davon. Denn die anhaltende Trockenheit machte zumindest den Anrainerflächen weniger zu schaffen, nachdem die Biber das Wasser angestaut hatten.

Siegfried Seehafer bezeichnet sich selbst als Naturliebhaber. Auch durch sein Engagement wurde ein Abholzen des Mehlsdorfer Busches verhindert. „Natur- und Umweltschutz sowie die Landwirtschaft passen zusammen“, sagte er. Das wäre immer sein Bestreben gewesen und diese Erkenntnis wolle er an seine Tochter weitergeben.

Im Anschluss an die Schau am E-Graben lud Thomas Kunze die Teilnehmer zu einem deftigen Mahl zu sich nach Hause ein, dort wurde dann eifrig weiterdiskutiert.

Von H.-Dieter Kunze

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Teltow-Fläming
57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

Sollte Rauchen im Auto verboten werden, wenn Kinder dabei sind?

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg