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Bilder des Malers Oskar Höppner entdeckt

Luckenwalde Bilder des Malers Oskar Höppner entdeckt

Dass Luckenwalde mit Oskar Höppner (1881-1923) einen Kunstmaler hat, ist bislang in der Öffentlichkeit weitgehend unbekannt. Doch seine Werke sind unter Kennern begehrt. Seine Nachfahrin Eva-Maria Kallinich aus Luckenwalde besitzt einige Werke aus seinem Schaffen.

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Eva-Maria Kallinich mit Bildern des Luckenwalder Kunstmalers Oskar Höppner, darunter sein Selbstporträt.

Quelle: Elinor Wenke

Luckenwalde. Dass die Stadt Luckenwalde mit Oskar Höppner einen recht erfolgreichen Kunstmaler des 19. und 20. Jahrhunderts hatte, scheint der breiten Öffentlichkeit weitgehend unbekannt. Selbst für Heimatforscher Dietrich Maetz war diese Tatsache neu, als jüngst bei einer Rotkreuz-Ausstellung im Haus des Ehrenamtes Bilder von Oskar Höppner auftauchten. Der Luckenwalder Künstler hatte Motive des Sanitätsdienstes aus dem Ersten Weltkrieg für Sammelbilder der Schokoladen-Firma Stollwerck erstellt.

Selbstbildnis von Oskar Höppner

Selbstbildnis von Oskar Höppner.

Quelle: Elinor Wenke

Doch inzwischen ist klar, dass Friedrich Wilhelm Oskar Höppner, wie er korrekt hieß, durchaus beeindruckende Spuren in Luckenwalde hinterlassen hat. Seine Nachfahrin Eva-Maria Kallinich (60) aus Luckenwalde hat einige Exemplare seines Schaffens zu Hause und hütet diese wie einen Schatz.

Das Selbstporträt von Oskar Höppner hängt in ihrer Wohnung und hält die Erinnerung an ihren Vorfahren wach. Auch der markante Pferdekopf hat es ihr angetan. „Ich hatte immer großen Respekt vor Pferden, um die schweren Brauereipferde hab ich als Kind lieber einen Bogen gemacht“, berichtet die Handwerksmeisterin, „aber dieses Pferd sieht lieb aus und hat mir nie Angst gemacht.“

Der Künstler lebte zuletzt in der Zinnaer Straße 21

Oskar Höppner lebte von 1871 bis 1923, zuletzt in der Zinnaer Straße 21 in Luckenwalde, und war der Bruder ihrer Urgroßmutter. Sie selbst hat ihn natürlich nie kennengelernt und auch ihre inzwischen verstorbene Mutter Ursula Brodkorb erlebte ihn nur, als sie noch ein Kleinkind war. „Aber meine Eltern haben mir viel von Oskar erzählt und hatten seine Bilder in der Wohnung“, sagt Eva-Maria Kallinich, „dadurch war er auch für mich immer gegenwärtig.“

Höppner hatte drei Geschwister, doch zwei und er selbst hinterließen keine Kinder. Also landeten einige seiner Kunstwerke bei Familie Brodkorb und bei Eva-Maria Kallinich. Sie und ihre Familie sind heute die einzigen Nachkommen.

Höppner-Bild

Höppner-Bild.

Quelle: Elinor Wenke

Oskar Höppner hatte die Akademie der Künste in Berlin besucht. „Und er war ein Schüler des bekannten deutschen Malers Max Liebermann“, sagt Eva-Maria Kallinich. Auffällig ist, dass der Luckenwalder Maler etliche Motive aus seiner Heimatstadt auf der Leinwand verewigt hat. „Ein großes Bild zeigt Eindrücke aus dem Luckenwalder Stadtpark“, berichtet Eva-Maria Kallinich. Auf einem kleineren ist ein Mädchen, die schöne Hanna, an der berühmten 1000-jährigen Linde im Elsthal zu sehen. Laut Dietrich Maetz rankt sich eine ganze Sage um das „Schönhannchen“, das einst an der Linde goldene Haare in die Hemden ihres geliebten Ritters spann. Andere Werke zeigen Szenen aus der Zinnaer Straße, Familienmitglieder oder Landschaften.

Das märchenhafte Spinnrad als Lieblingsbild

Eva Kallinichs Lieblingsbild aber zeigt ein altes Spinnrad. „Das hatten meine Großeltern zur Hochzeit bekommen und es strahlt für mich eine wohltuende Märchenatmosphäre aus“, sagt sie. Zudem verfasste der Onkel ihres Großvaters sogenannte Schokoladenbilder, Künstlerpostkarten oder zum Beispiel auch Bilder mit Fußballspielern. „Auffällig ist, dass die Sportler nicht irgendwelche Fantasiefiguren sind, sondern unverwechselbare Gesichter haben“, freut sich die Luckenwalderin. Auch ein Märchenbuch von Chr. R. Lamp hatte er illustriert.

Wie erfolgreich Oskar Höppner tatsächlich war und ob er ein glückliches, erfülltes oder eher armseliges Leben geführt hat, weiß seine Nachkommin nicht. Nur, dass er bereits mit 52 Jahren gestorben ist. „Es soll ein Unfall durch eine Gasvergiftung gewesen sein“, sagt Eva-Maria Kallinich. Ihr Wermutstropfen: Das Zeichentalent hat sie leider nicht geerbt.

Von Elinor Wenke

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