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Bildungsminister stellt sich der Kritik

Baaske in Dahlewitz Bildungsminister stellt sich der Kritik

Bildungsminister Günter Baaske (SPD) hat sich am Mittwochabend bei einer Veranstaltung in Dahlewitz der Kritik von Lehrern und Eltern gestellt. Sie kritisieren vor allem den Unterrichtsausfall, etwa an der Herbert-Tschäpe-Schule.

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Bildungsminister Günter Baaske in Dahlewitz

Quelle: krischan orth

Dahlewitz. Am Mittwoch war Brandenburgs Bildungsminister Günter Baaske (SPD) der Einladung der SPD Ortsfraktion Blankenfelde- Mahlows gefolgt, um im Bürgerhaus „Bruno Taut“ über Bildungspolitik zu diskutieren. Dabei schlug ihm teilweise Frust und Ärger entgegen.

Minister informiert über Inklusion

Der Minister informierte zunächst über die Inklusion, die Beschulung von Flüchtlingskindern, und das Projekt „Netzwerk Zukunft.“ Dieses Netzwerk soll Unternehmen und Schulabgänger stärker vernetzen. Im Hinblick auf die Fachwechselquote von 30 Prozent der Studenten fordert er eine stärkere Praxisorientierung an Gymnasien. In Brandenburg gebe es derzeit 5000 Flüchtlingskinder, so Baaske. Derzeit seien allerdings nur drei Prozent schulpflichtig, trotzdem sind räumliche Kapazitäten das dringlichste Problem. Thema war auch die Inklusion. „Bei der Inklusion geht es darum, dass behinderte Menschen an der Gesellschaft teilhaben können“, sagte Baaske. Laut Studien aus den Pilotschulen würden alle Schüler davon profitieren. Das Projekt sei ein Stufenprozess, der sich schrittweise entwickeln müsse. Zudem ergab die Studie, dass sich Schüler mit Handicap zum größten Teil nicht an den Schulen angenommen fühlten, so der Minister. Er verbindet die Reform mit Neueinstellungen. „Ich kämpfe für das Konzept“, betonte er. Nur mit einer Mehreinstellung von Lehrkräften sei es realisierbar.

Einstellung von neuen Lehrern gefordert

Gerade die Einstellung von neuen Lehrern brannte vielen Lehrern und Eltern im Publikum unter den Nägeln. Die vom Minister genannten zwei Prozent Unterrichtsausfall sorgten für Kopfschütteln. „Herr Baaske, ich bin seit 32 Jahren Lehrerin, und die Zustände, die Sie schildern, habe ich noch nicht erlebt“, sagte eine Teilnehmerin. Eine Mutter der Herbert-Tschäpe-Grundschule beklagt sich über den hohen Unterrichtsausfall der Schule. „In der Spitze sind acht bis neun Lehrer ausgefallen“, sagte sie. Das waren acht Stunden die Woche. „Die Kinder hatten keinen Mathematik-, Biologie- und Englischunterricht.“ Vertretungslehrer würden eingesetzt, um die Lücken zu füllen, entgegnete der Minister. „Was Sie für die Tschäpe-Schule berichten ist der Hammer“, sagt er. „Aber was soll ich da tun?“

Schwierige Situation von Vertretungslehrern

Auch die Situation der Vertretungslehrer ist schwierig. „Ich bin Vertretungslehrerin und mitten aus dem Unterricht abgeordert worden“, erzählte Kerstin Semmelroth. Das habe Grundschüler und Lehrerkollegen geschockt. Das Schulamt hatte nicht mitbekommen, dass die vertretende Lehrerin an diesem Tag den Dienst wieder angetreten hatte. „In zwei Jahren bin ich an fünf Schulen gewesen“, erklärt sie. Nach den Sommerferien weiß sie oft nicht, wie es weitergeht. Baaske nannte gesetzliche Fristen, die bei der Vertretung einzuhalten seien. Er bat aber darum, die Vorgänge schriftlich bei ihm einzureichen.

Von Krischan Orth

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