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Biografien als Theaterstück

Geplantes Projekt in Ludwigsfelde Biografien als Theaterstück

Zwei Theaterpädagoginnen planen ein szenisches Stück über die Biografien von Müttern aus der Region. Es soll im Jahr 2016 in Ludwigsfelde aufgeführt werden. Noch ist das Projekt aber in der Planungsphase.

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Das für Ludwigsfelde geplante Projekt „Die Räume unserer Mütter“ von Laura Söllner (l.) und Sharon On gibt es bisher nur als Konzept.

Quelle: Abromeit

Ludwigsfelde . Zwei Theaterpädagoginnen aus Wien und Tel Aviv suchen sich mit Ludwigsfelde eine Stadt ohne Theater für ihr nächstes Projekt: Laura Söllner und Sharon On wollen in Ludwigsfelde „Die Räume unserer Mütter“ entwickeln und aufführen. Eine Mutter habe jeder, sagen sie, doch wie erinnert man sich an sie, wenn sie nicht mehr ist? Das wollen sie herausfinden. Und darstellen.

Sechs Monate Vorbereitung planen sie für einen Abend, den sie im Untertitel „Zellinstallation“ nennen: Zehn bis zwölf Darsteller jenseits der 60 sollen mit einer prägenden Erinnerung an die Mutter einen kleinen Raum gestalten. Besucher des Abends gehen in kleinen Gruppen durch diese Räume und treffen dort auf den jeweiligen Darsteller, der sie in seine Erinnerung mitnimmt, erklärt Sharon On. Das könne mit Worten, einer Aktion wie Kuchenbacken oder mit Tönen geschehen. Das Ganze soll etwa eine Stunde dauern. „Es wird zwar ein wenig Ausstellungscharakter haben“, so Laura Söllner, „aber das Publikum wird gemeinsam dokumentarisches Filmmaterial über den Alltag der Darsteller erleben“. Wann das zu sehen ist, ob am Anfang oder Ende, im Block oder in Abschnitten, steht noch nicht fest. Genauso wenig, ob das Stück im Klubhaus oder anderswo zu sehen ist. Gewiss ist bisher die Zusammenarbeit mit dem Seniorenbeirat der Stadt und mit der Akademie zweite Lebenshälfte. Klar ist auch, dass „Die Räume unserer Mütter“ von Februar bis Juli 2016 entwickelt werden, um sie dann ein, zwei oder drei Mal aufzuführen.

Die beiden Initiatorinnen haben Theaterpädagogik studiert und sind sich dabei an der Universität der Künste in Berlin begegnet. Seither arbeiten sie öfters zusammen, die 29-jährige Berlinerin Söllner und Sharon On, die 33-jährige Israelin, die im Ludwigsfelder Ortsteil Genshagen zu Hause ist. Söllner hat zudem in Wien Theaterwissenschaft studiert, On absolvierte in Tel Aviv ein Theater- und in Berlin ein Filmregie-Studium. Jetzt wollen sie die spannenden Geschichten darstellen, „die es in jeder Familie gibt“. Dazu seien nicht unbedingt Kostüme nötig. Es komme bei jeder Szene auf die Methode an, mit der Spannung und Gegenspannung erzeugt würden – mit der Stimme, der Kleidung oder Interaktion.

Eines wissen die beiden Theaterfrauen jetzt schon: „Der Erzählmoment wird für jeden Darsteller eine Herausforderung. Denn Theater wird immer dann stark, wenn Darsteller etwas preisgeben.“ Da könne es durchaus vorkommen, dass eine liebliche Szene sehr viel Kraft kostet. Es gehe bei dieser Art biografischem Theater auch um das Spiel zwischen Fiktion und Realität. „Deshalb müssen wir zum Schutz der Darsteller vielleicht auch mal biografische Momente austauschen“, sagt Laura Söllner. Gerade in kleinen Orten, wo fast jeder jeden kennt, sei das wichtig. „Für Zuschauer ist es natürlich spannend, wenn sie biografische Szenen erwarten und mal einen Moment der Verunsicherung erleben“, sagt sie. Doch deshalb dürfe nicht jedes Detail erkennbar sein. „Es geht bei solch einer Arbeit auch um künstlerische Verfremdung“, ergänzt Sharon On. Die biografischen Teile solcher Aufführungen seien zwar Ziel, aber auch Ausgangspunkt. „Was in welchem Maße, das hängt ganz stark von den Teilnehmern an diesem Projekt ab.“

Von Jutta Abromeit

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