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Biotop und Museum

Blönsdorf Biotop und Museum

Der Blönsdorfer Detlef Schmidt kämpft für den Schutz der Artenvielfalt. In einem eigenen Labor untersucht er die Insekten und präpariert sie zur Anschauung. Der Tierfreund möchte damit nicht nur an die vielen verschiedenen Arten erinnern, sondern Menschen zum Nachdenken anregen.

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In einer alten Scheune hat sich Insekten- und Naturliebhaber Detlef Schmidt ein umfangreiches Labor eingerichtet.

Quelle: Isabelle Richter

Blönsdorf. „Ich kann bestimmt nicht die Welt verändern, aber ich kann mit dem, was ich hier habe, einen kleinen Teil dazu beitragen“, sagt Detlef Schmidt. Der 62-jährige Berliner arbeitete früher als Biologielaborant beim deutschen Pharmazie-Unternehmen Schering, welches im Jahr 2006 vom Bayer-Konzern übernommen wurde.

Der Rentner ist inzwischen ein echter Insektenexperte geworden

Inzwischen ist er Rentner und wohnt seit neun Jahren im Niedergörsdorfer Ortsteil Blönsdorf, wo er sich mit einem eigenen Labor und einem zum Teil naturbelassenen Garten seiner neuen Leidenschaft widmet – den Insekten.

Mit der Zeit entwickelte sich sein Interesse für die kleinen Krabbeltiere so weit, dass er ein echter Kenner auf dem Gebiet geworden ist und sogar Bücher über sein angeeignetes Wissen schreibt.

Für Detlef Schmidt ist es mehr als eine Sammelleidenschaft

Dabei fing alles mit einem Ausstellungsbesuch in Berlin an. „Auf einer Insektenbörse habe ich mir dann mal einen Kasten gekauft“, berichtet Detlef Schmidt.

Inzwischen besitzt er 81 solcher Schaukästen mit allen möglichen Insektenarten darin. Grob geschätzt gehören über 16 000 Tierchen zu seinem Insektenarchiv. Die meisten dieser Schautafeln hat er bei Ebay ersteigert.

Doch das Horten der vielen Gliederfüßer ist keine einfache Sammelleidenschaft. Detlef Schmidt möchte die Insekten für die Nachwelt sichern, denn viele Arten sind in Deutschland mittlerweile selten geworden oder ganz ausgestorben.

Das hängt vor allem damit zusammen, dass der Mensch Ihnen wichtige Lebensräume nimmt und sie in Kategorien einteilt.

Aggressive Schädlingsbekämpfung mit Folgen

„In den Köpfen der heutigen Gesellschaft gibt es nur Nützlinge oder Schädlinge“, sagt der Rentner. Die Schädlinge würden intensiv mit Insektiziden bekämpft. Bestäuberrückgang und fehlende Nahrung für Vögel seien die dramatischen Folgen.

Detlef Schmidt hat auch herausgefunden, dass „Pflanzenschutzmittel die Nerven von Bienen schädigen“. Auf einem Rapsfeld in der Nähe seines Wohnhauses hat er beobachtet, wie sich das Bild nach dem versprühen der Pestizide veränderte.

Laut seinen Aussagen, war von Insekten danach so gut wie nichts mehr zu sehen.

Sein wilder Garten ist eine Rückzugsoase für sämtliche Tiere

Zum Glück sieht es in seinem Garten anders aus. Dort hat er an einigen Stellen kleine Oasen geschaffen. Wildes Gewächs, altes Holz und Wasserstellen bieten Tieren einen Rückzugsort. „Durch das Wilde sind mit den Jahren sogar mehr Arten dazugekommen“, berichtet Detlef Schmidt.

Bei einem Gang über das Grundstück des 62-Jährigen hört man bereits viel Getümmel und erhascht bei genauerer Betrachtung ein paar schöne Szenen.

Bienen, die an einer Wasserstelle trinken oder ein Frosch, der sich seelenruhig auf einem Stein sonnt bestätigen die natürliche Idylle.

Das nächste Ziel ist ein Insektenmuseum

Detlef Schmidt präpariert in seinem Labor selbst Tiere mit einer Verbindung aus Essigsäure und Alkohol. Allerdings verwendet er dafür nur tote Insekten, die er zufällig aufgabelt. Für die Zukunft hat er den Wunsch sich ein kleines Insektenmuseum für Schulklassen einzurichten.

Für die Umsetzung ist er jedoch auf Spenden angewiesen.

Von Isabelle Richter

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