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Teltow-Fläming Bis zu 28 neue Windkraftanlagen im Wald
Lokales Teltow-Fläming Bis zu 28 neue Windkraftanlagen im Wald
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00:18 12.05.2017
Vier Windräder stehen schon im Wald westlich von Groß Ziescht. Bis zu 28 neue Energie-Spargel könnten hinzu kommen.
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Groß Ziescht

Der Windpark Groß Ziescht kommt. Mit einem Bebauungsplan will die Stadt Baruth das Schlimmste verhindern. Einerseits geht es darum, die Beeinträchtigungen für die Dorfbewohner möglichst gering zu halten. Andererseits sollen alle Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen im Stadtgebiet erfolgen.

„Viel Spielraum bleibt uns nicht“, sagt Bürgermeister Peter Ilk (parteilos). Südlich von Groß Ziescht gibt es ein genehmigtes Windeignungsgebiet mit Baurecht. „Das Land möchte, dass nur noch in solchen Gebieten Windkraftanlagen errichtet werden. Ob uns das gefällt oder nicht, spielt keine Rolle“.

Fünf Investoren wollen Anlagen errichten lassen und betreiben

Alexander Reiß von der Plan und Recht GmbH stellte den Stadtverordneten kürzlich den zweiten Entwurf des Bebauungsplans „Windpark Groß Ziescht“ vor. In dem 490 Hektar großen Waldgebiet sind 28 Standorte für Energie-Spargel ausgewiesen. Fünf Flächeneigentümer wollen hier Anlagen aufstellen lassen und betreiben: Enercon, UKA Meißen, Windpark Groß Ziescht GmbH & Co. KG, Baywa, 3UEnergy. Aktuell liegen 26 Anträge auf Baugenehmigungen für riesige Windmühlen beim Landesumweltamt vor.

Laut B-Plan-Entwurf soll die Höhe der Windkraftanlagen auf 196 Meter begrenzt werden. Die ersten sieben Standorte liegen 1100 Meter von Wohnhäusern entfernt. „Wichtig ist, dass wir diesen Bebauungsplan bekommen. Sonst laufen wir Gefahr, dass das Landesumweltamt Standorte genehmigt, die dichter als 1000 Meter am Dorf dran sind“. Reiß zufolge könne die Stadt für die Eingriffe in die Tier- und Pflanzenwelt mit Ausgleichsmaßnahmen im Wert von über drei Millionen Euro rechnen, wenn alle Windkraftanlagen gebaut werden.

Marlies Patzer kritisiert „aufgeweichten B-Plan-Entwurf“

Die Stadtverordnete Marlies Patzer (LOB) kritisierte den „aufgeweichten B-Plan-Entwurf. „Da wurde kein einziger Wunsch der Groß Zieschter berücksichtigt.“ Obwohl es da ein paar ganz sinnvolle Vorschläge gegeben habe, so Ortsvorsteher Dirk Wache auf Nachfrage. Beispielsweise wollte die ortsansässige Anti-Windkraft-Bürgerinitiative festschreiben lassen, dass nur getriebelose Windkraftanlagen aufgestellt werden dürfen.

Sowohl diese als auch fast alle anderen Forderungen der Groß Zieschter Windkraft-Gegner finden sich nicht oder nur stark abgeschwächt dem B-Plan-Entwurf wieder. „Wir brauchen keinen Bebauungsplan zu erarbeiten, in dem Festlegungen sind, die uns bei der erstbesten Gelegenheit von den Genehmigungsbehörden um die Ohren gehauen werden“, nimmt Bürgermeister Ilk das Planungsbüro in Schutz. „Ich bin kein Freund von Windkraftanlagen im Wald“, sagte der Stadtverordnete Jörg Stubbe (Die Linke). Allerdings gehe es nur noch darum, ein paar Früchte für die Stadt abzufassen, spielte er auf die Millionen-Zahlungen für Ersatzmaßnahmen an. Im Vergleich zu den Windkraftinvestoren „sind wir wie ganz kleine Schimpansen in einem Käfig, die nur hoffen können, dass sie eine Banane abkriegen.“

Der zweite B-Plan-Entwurf „Windpark Groß Ziescht wird vom 15. bis zum 31. Mai öffentlich ausgelegt.

Von Frank Pechhold

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