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Teltow-Fläming Blankenfelde-Mahlow für Nordumfliegung
Lokales Teltow-Fläming Blankenfelde-Mahlow für Nordumfliegung
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00:29 01.06.2015
Auf die türkis-blaue Routenvariante 4 legte sich die Gemeindevertretung fest. Quelle: Grafik: Deutsche Flugsicherung
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Blankenfelde-Mahlow

Gerrit Schrader war der Mann des Abends – vermutlich wieder einmal unfreiwillig. Nach seiner Entgleisung im Umwelt-, Flughafen- und Energieausschuss am 12. Mai, als er die Arbeit der Deutschen Flugsicherung mit der Organisation des Holocaust verglich, wurde er am Donnerstag zum Zünglein an der Waage. Mit seinem überraschenden Ja zur Variante vier sorgte das Mitglied der BVBB-WG für die eine Stimme Mehrheit in der seit Wochen geführten Flugroutendiskussion. Damit lag er jedoch nicht auf der Linie seines Fraktionsvorsitzenden Matthias Stefke, der sich seiner Stimme enthielt, weil er die Entsolidarisierung nicht befördern wollte. „Die Gemeinde muss ein klares Votum abgeben“, begründete Schrader seine Entscheidung. Anderenfalls bestehe die Gefahr, dass die Flieger wieder von der Nordbahn geradeaus über die Zentren von Blankenfelde und Mahlow starten.Weil dies nach einem Oberverwaltungsgerichtsurteil in den Nachtstunden von 22 bis 6 Uhr nicht möglich ist, hatte die Deutsche Flugsicherung (DFS) vier Routen vorgelegt, auf denen die Flieger mehr oder weniger nördlich über Mahlow starten sollen. Daraufhin gingen die Menschen in Mahlow auf die Barrikaden und formulierten Petitionen. Nord gegen Süd, Alt- gegen Neubetroffene. Thomas Mottner, Vorsitzender der FWR-Fraktion wollte gleich die Schließung der Nordbahn per gerichtlicher Verfügung erwirken, wofür er von Dietlind Biesterfeld (SPD) kritisiert wurde. „Das ist illusorisch. Wir machen uns nur etwas vor“, sagte sie und rief dazu auf, sich für ein Nachtflugverbot und gegen eine dritte Start- und Landebahn einzusetzen. Mit der vorgeschlagenen Nordumfliegungsvariante könne man das Zentrum entlasten, das 19 Stunden am Tag überflogen wird und schütze auch die Menschen in der Nachbargemeinde Großbeeren. Auch für Stefanie Nimz, die Vorsitzende der Linken-Fraktion, zählte das Argument, dass mit der Variante 4 das Zentrum zumindest in der Nacht weniger Lärm abbekommt. Als Gemeindevertreter müsse man die gesamte Gemeinde im Blick haben und jede Chance zur Entlastung nutzen.„Wir wollen keine Nachtflüge über Mahlow. Weder im Zentrum, noch im Norden“, sagte sie. Mahlows Ortsvorsteherin Regina Bomke (CDU) war froh über die knappe Entscheidung. „Das zeigt, dass sich etwas bewegt hat“, sagte sie und forderte, schnell eine Einwohnerversammlung einzuberufen. „Wir müssen den Gesprächsprozess fortsetzen“, sagte sie. Bernd Habermann muss am 6. Juli das Votum in der Fluglärmkommission abgeben. Er sei zwar frei in seiner Entscheidung, sieht jedoch keine Alternative zu Variante 4. „Es ist nicht nachvollziehbar, dass die Menschen im Zentrum mehrfach belastet werden sollen“, sagte Habermann.

Von Christian Zielke

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