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Blankenfelde-Mahlow Gemeinde wird Mittelzentrum
Lokales Teltow-Fläming Blankenfelde-Mahlow Gemeinde wird Mittelzentrum
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15:51 20.12.2018
Gewerbegebiete mit großflächigem Einzelhandel wie im Mahlower Lückefeld kann Blankenfelde-Mahlow als Mittelzentrum einfacher genehmigen. Quelle: foto: Zielke
Blankenfelde-Mahlow

Gefühlt ist Blankenfelde-Mahlow schon seit langem ein Mittelzentrum. Die mit mehr als 28 000 Einwohnern bevölkerungsreichste Gemeinde in Teltow-Fläming bietet nicht nur zahlreiche Einkaufs- und Versorgungsmöglichkeiten, sondern auch ein breites Spektrum an Fachärzten, Schulen und nicht zuletzt Verkehrswege von überregionaler Bedeutung.

Im neuen Landesentwicklungsplan Hauptstadtregion (LEP HR) bekommt Blankenfelde-Mahlow im kommenden Jahr den Status als Mittelzentrum vom Land verliehen. Bürgermeister Ortwin Baier (SPD) spricht von einem „Aufstieg in die Champions League“. Noch 2009 war seine Gemeinde bei der Vergabe von Mittelzentren leer ausgegangen.

Erfolgreiche Klage gegen alten Plan

Im damaligen LEP B-B sollte es nur drei Mittelzentren pro Landkreis geben. Luckenwalde war als Kreisstadt gesetzt, Ludwigsfelde unstrittig. Dass die Entscheidung für den dritten Platz auf Zossen fiel, sorgte in Blankenfelde-Mahlow für Stirnrunzeln. Als das Land Teltow-Fläming ein viertes Mittelzentrum zugestand und die Wahl auf Jüterbog fiel, nahm man den Kampf auf und brachte – zusammen mit 16 anderen Kommunen – den LEP B-B vor Gericht zu Fall.

„Diesmal gab es keinen großen Kampf im Vorfeld. Das Land ist zur Einsicht gekommen, dass wir die Voraussetzungen erfüllen“, sagt Baier. Wann genau sich Blankenfelde-Mahlow mit dem neuen Titel schmücken darf, ist nicht ganz klar. Baier vermutet, dass der LEP HR zum 1. Juni 2019 in Kraft tritt. „Auf jeden Fall noch vor der Landtagswahl“, ist er sicher. Damit stehen der Gemeinde auch nur etwa die Hälfte der 800 000 Euro zu, die jedes Mittelzentrum jährlich vom Land überwiesen bekommt.

Land erwartet Abstimmung mit Nachbarn

An diesen sogenannten „Mehrbelastungsausgleich“ knüpft das Land Bedingungen. „Mit der Einstufung als Mittelzentrum wird von der Gemeinde erwartet, dass sie sich bei ihren Planungen verstärkt mit den Gemeinden im Umfeld abstimmt. Denn auch in den Kommunen in der Nachbarschaft werden Versorgungsleistungen wie Einzelhandel, medizinische Versorgung, Schulen und Kitas vorgehalten, die auf einander abgestimmt werden müssen“, teilt Steffen Streu, der Sprecher des brandenburgischen Infrastrukturministeriums (MIL), mit.

Den Aufstieg verdankt Blankenfelde-Mahlow einer Punktebewertung, heißt es aus dem MIL. Neben dem zusätzlichen Geld darf die Gemeinde sich über Erleichterungen bei der Planung freuen. Bei der Ansiedlung von großflächigem Einzelhandel hatte bisher die Gemeinsame Landesplanung (GL) von Berlin und Brandenburg das letzte Wort. Nun kann die Gemeinde selbst über einen großen Supermarkt, ein Möbelhaus oder andere Märkte entscheiden.

Verbesserung für Senioren

Ortwin Baier möchte sich in seinem letzten Jahr als Bürgermeister dem Bau von seniorengerechten Wohnungen widmen. „Da können wir viel für die Nachbargemeinden und mit ihnen zusammen tun“, sagt er und verweist auf die interkommunale Zusammenarbeit mit Rangsdorf, Ludwigsfelde und Großbeeren. Für die älteren Einwohner schlägt er ein Shuttlebus-System vor, mit dem sie für wenig Geld zu den Einkaufsmöglichkeiten in der Gemeinde oder zum Südring-Center gelangen.

In der Nachbargemeinde Rangsdorf sieht Bürgermeister Klaus Rocher (FDP) den LEP HR zwiespältig. „Ich freue mich für Blankenfelde-Mahlow“, sagt er. Seine Gemeinde sei nun von Mittelzentren „umzingelt“. „Da können wir finanziell nicht mithalten“, sagt Rocher. Mit seinem Angebot an Ärzten, Schulen und dem Südring-Center erfülle Rangsdorf auch zahlreiche Kriterien.

Rocher fordert Betrachtung der Wirtschaftsregion

„Das Land muss sich die Frage stellen, wie sinnvoll es ist, im Speckgürtel überhaupt noch Zentren auszuweisen“, sagt Rocher. Er schlägt vor, die gesamte Region entlang des südlichen Berliner Rings bis nach Fürstenwalde als eine Wirtschaftsregion zu betrachten. Dort solle das Land gezielt zentrale Punkte wie Ortszentren fördern. Das jetzige System schaffe zu viele Verlierer.

Von Christian Zielke

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