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Blankenfelde-Mahlow Neuer Verein hilft bei Integration von Flüchtlingen
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05:09 07.08.2018
Alexander Fröhlich, Sara Lietsch und Thomas Oliver Nahrath (v.l.) vom Verein Refugees and Friends. Quelle: Foto: Christian Zielke
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Blankenfelde

Ein neuer Verein aus Blankenfelde setzt sich für Flüchtlinge ein. Die Mitglieder von „Refugees and Friends“ verstehen sich als interkultureller Integrationshilfeverein. „Unser Schwerpunkt ist Bildung“, sagt Sara Lietsch, die Vorsitzende.

Das erste Angebot startet nach den Sommerferien an der Ingeborg-Feustel-Grundschule in Blankenfelde. Dort wird die studierte Soziologin mit den Kindern aus den Flüchtlingsfamilien nach dem Unterricht intensiv den Stoff aufbereiten. „Große Probleme gibt es vor allem in Deutsch und Mathe“, sagt Sara Lietsch.

Vereinsmitglieder helfen beim Übersetzen

Die bisherigen Angebote mit Sprach- und Integrationskursen reichen nicht aus, so die Erfahrung der Vereinsmitglieder. „Für ein solides Sprachniveau braucht es viele Jahre“, sagt Alexander Fröhlich, der Pressesprecher von „Refugees and Friends“. Menschen aus Afghanistan etwa, die oft nicht als Flüchtlinge anerkannt werden, aber seit Jahren in Deutschland wohnen, haben kein Anrecht auf die offiziellen Kurse. Ihnen bleibt oft nur die Möglichkeit, bei ehrenamtlichen Helfern Deutsch zu lernen.

Mit dem Bildungsangebot richtet sich der Verein auch an die Eltern der Kinder. „Wir wollen, dass sie am schulischen Werdegang ihrer Kinder teilhaben“, sagt Sara Lietsch. Weil die Erwachsenen oft größere Probleme mit der deutschen Sprache haben, bieten sich Vereinsmitglieder, die die Sprachen der Flüchtlinge sprechen, als Übersetzer an.

Schule stellt Räume zur Verfügung

Mit ihrer Idee haben die Vereinsmitglieder bei den Verantwortlichen der Ingeborg-Feustel-Schule offene Türen eingerannt. „Der Schulleiter war sofort begeistert, die Lehrerkonferenz fand das Konzept sehr gut“, sagt Alexander Fröhlich. Binnen kurzer Zeit hat die Schule dem Verein Räume angeboten. Weil die Schule nahe der Blankenfelder Flüchtlingsunterkunft liegt, ist der Bedarf dort besonders groß. Etwa 50 Kinder aus Flüchtlingsfamilien besuchen die Ingeborg-Feustel-Schule.

Seit dem 11. Juli ist der Verein offiziell im Vereinsregister eingetragen und hat nun einfacher Zugang zu Fördergeldern. 21 Anträge an das Bildungs- und Teilhabepaket sind bereits gestellt. Viel Arbeit für die acht Mitglieder. Sie wollen den Verein dennoch bewusst klein halten. „Uns ist ein großes Netzwerk wichtiger“, sagt Thomas Nahrath, der zweite Vorsitzende. Mit der Kunst- und Musikschule Regenbogen, dem DRK, dem Landschaftspflegeverein Mittelbrandenburg und dem Lokalen Aktionsplan „Partnerschaft für Demokratie“ habe man bereits erste Partner gewonnen. „Wir sind offen für die weitere Unterstützung von Vereinen, Verbänden, Unternehmen und Privatpersonen“, sagt Alexander Fröhlich.

Klare Regeln sind wichtig

Dass Integration gelingen kann, wenn beide Seiten es wollen, das hat Sara Lietsch selbst erfahren. Die 38-Jährige hatte Flüchtlinge bei sich aufgenommen. Erst wohnte eine syrische Familie für anderthalb Jahre, dann eine afghanische Familie für ein Jahr mit im Haus. Neben der arabischen Sprache hat sie viel über die Erfahrungen und Sitten gelernt. Und sie hat den Mitbewohnern klare Regeln vorgegeben: „Ich erwarte, dass die Menschen das Leben in Deutschland annehmen“, sagt sie.

Dass Integration schon im eigenen Kulturkreis schwierig ist, hat Sara Lietsch mitbekommen, als ihre Familie kurz nach dem Fall der Mauer aus dem sächsischen Riesa ins bayerische Allgäu auswanderte. „Wir waren immer die Ossis“, sagt sie. Mit ihrem Beispiel möchte sie zeigen, dass man es mit etwas Mühe und zielgerichteter Hilfe schaffen kann.

Von Christian Zielke

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