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Blankenfelde-Mahlow „Imposantes Himmelsereignis“
Lokales Teltow-Fläming Blankenfelde-Mahlow „Imposantes Himmelsereignis“
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18:04 27.07.2018
Die verschiedenen Phasen der totalen Mondfinsternis, wie sie am Freitag zu beobachten sein wird. Natürlich nur bei klarem Himmel. Quelle: Foto: dpa
Dahlewitz

Michael Wenzel ist nicht nur erster Vorsitzender der Schul- und Volkssternwarte Dahlewitz, sondern auch leidenschaftlicher Himmelsbeobachter. Die kommende totale Mondfinsternis ist für ihn deshalb ein Pflichttermin.

Herr Wenzel, haben Sie Freitagabend schon was vor?

Michael Wenzel: Klar. Ich werde in der Sternwarte sein, immerhin erwartet uns ein imposantes Himmelsereignis. Um 19.13 Uhr tritt der Mond in den Erdschatten ein. Das wird der Beginn einer totalen Mondfinsternis, noch dazu einer besonderen. Das werde ich mir natürlich anschauen. Und mit mir hoffentlich auch viele andere Interessierte. Wegen der Zeit muss sich aber niemand stressen. Der Mond geht in Dahlewitz um 20.57 Uhr auf, vorher sehen wir von der Mondfinsternis nichts.

Erzählen Sie uns, was das Besondere an dieser Mondfinsternis sein wird.

An sich ist eine Mondfinsternis ja kein ganz seltenes Phänomen, sie findet zwei bis drei Mal im Jahr statt, ist im Gegensatz zu einer Sonnenfinsternis auf einem relativ großen Teil der Erde zu beobachten und dabei mal mehr, mal weniger spektakulär. Nicht alle sind total und manche sind auch nach deutlich unter einer Stunde schon wieder vorbei. Aber die, die uns jetzt am Freitag erwartet, wird die längste sein, die wir in diesem Jahrhundert zu sehen bekommen. Allein die Totalität, also die Phase, in der der Mond komplett von der Erde verschattet ist, dauert 104 Minuten.

104 Minuten, in denen der Mond überhaupt nicht zu sehen ist?

Doch, er wird nur viel dunkler und in kupferfarbenes Licht getaucht sein. Das ist ein sehr spektakulärer Anblick.

Warum kupferfarben?

Das lässt sich physikalisch erklären. Die Erdatmosphäre streut das Sonnenlicht, und das sieht man dann rot. Hätte die Erde keine Atmosphäre, dann wäre der Mond tatsächlich nicht zu sehen.

Und weshalb ist eine Mondfinsternis mal kürzer und mal länger?

Das hängt davon ab, wo der Mond durch den Erdschatten läuft. Diesmal geht er genau mittendurch. Viel länger kann eine Mondfinsternis also nicht sein. Hinzu kommt in diesem Jahr aber noch eine andere Besonderheit. Genau am Freitag steht auch der Mars in Opposition. Das heißt, er befindet sich direkt gegenüber der Sonne. Man kann ihn also wunderbar beobachten, weil er gut angestrahlt wird und sich in Erdnähe befindet. Dass das mit der totalen Mondfinsternis zusammenfällt, ist großer Zufall, so etwas passiert so gut wie nie.

Rechnen Sie deshalb für Freitag mit einem großen Andrang am Spiegelteleskop?

Es werden sicherlich einige Leute kommen. Aber das Spiegelteleskop steht derzeit gar nicht zur Verfügung, weil wir Ende des Jahres ein neues bekommen. Das macht aber nichts. Wir werden auf der Beobachtungsplattform einige kleinere Teleskope aufstellen, die dafür ohnehin besser geeignet sind, weil man mit ihnen den Mond in Gänze sieht. Im großen Spiegelteleskop hätte man nur einen Ausschnitt, das bringt nicht so viel. Wir werden aber auch ein größeres Teleskop aufstellen, damit man auch die Planeten beobachten kann.

Sie haben sicherlich schon einige vergleichbare Himmelsereignisse gesehen. Glauben Sie, dass Sie diesmal neue Erkenntnisse bekommen?

Das eher nicht. Aber der rötliche Mond sieht beeindruckend aus, und wenn Schüler dabei sind, können sie schon noch einiges lernen über die Himmelsmechanik. Wir sind ja eine Schulsternwarte und wollen auch astronomisches Wissen vermitteln. Da kommen uns solche Ereignisse sehr gelegen.

Was raten Sie den interessierten Leuten, die die Mondfinsternis gerne beobachten wollen, denen aber der Weg zu Ihnen nach Dahlewitz zu weit ist?

Die können auch ein einfaches Fernglas zur Beobachtung zur Hand nehmen, der Mond ist ja groß genug. Selbst mit einer ganz normalen Kamera lässt sich die Mondfinsternis gut beobachten und auch fotografieren.

Und was, wenn es bewölkt ist?

Das wäre natürlich Pech. Ich hoffe auf einen sternenklaren Himmel, wenn ein paar Wolken zu sehen sind, wäre es aber auch nicht schlimm. Der Mond ist ja recht hell und scheint auch durch Wolkenlöcher. Eine geschlossene Wolkendecke würde uns allerdings tatsächlich einen Strich durch die Rechnung machen.

Was machen Sie dann mit den enttäuschten Himmelsbeobachtern?

Dann halten wir eben einen Vortag über den Mond. Aber das ist wirklich nur der Notfallplan.

Von Oliver Fischer

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