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Blankenfelde-Mahlow Wellness für die Ohren
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05:29 27.10.2018
Der Musiker Harald Wollenhaupt lebt in Mahlow und tritt inzwischen nur noch vier bis sechs Mal im Monat auf. Quelle: foto: promo
Mahlow

 Ein Mann wie ein Bär, dunkel gekleidet mit weiß-grauem Bart und brummiger Stimme – so kennen die Zuhörer Harald Wollenhaupt. Wenn der 57-Jährige die Bühne betritt, sind die Gitarre und die Schiebermütze immer dabei. Harald Wollenhaupt zupft und singt. Seine Texte sind Deutsch, damit sie jeder versteht. Und sie sind tiefgründig, damit jeder seine eigene Vorstellungskraft hineinlegen kann.

Harald Wollenhaupt, der sein einem Jahr in Mahlow lebt, liebt die Meister der deutschen Wortakrobatik, die viel sagen und noch mehr meinen: Wader, Mey und Hoffmann. Liedermacher werden sie genannt, weil sie Lieder machen und Geschichten erzählen. Harald Wollenhaupt spielt die Lieder seiner musikalischen Vorbilder, aber er spielt sie nicht nur nach. „Ich bringe meine eigenen Gefühle und Interpretationen ein“, sagt er.

Leben nahm dramatische Wendung

Diese künstlerische Freiheit musste sich Harald Wollenhaupt erkämpfen. Vor fünf Jahren nahm sein Leben eine dramatische Wendung. Vorher hatte er sein Musikerdasein in vielen Nuancen ausgekostet. Er schlug sich die Nächte um die Ohren, trank und rauchte viel. In Spitzenzeiten absolvierte er mehr als 150 Konzerte im Jahr, war nur selten zu Hause. „Irgendwann hat mein Körper mir gesagt, dass ich auf die Bremse treten muss“, sagt Wollenhaupt.

Von Musik leben zu können, sei schön gewesen. Was es mit ihm gemacht hat, war weniger schön. „Kürzertreten ist in dem Job kaum möglich“, sagt er. Also entschied er sich mit über 50 noch einmal von vorn anzufangen. „Ich wollte eine anständige Arbeit machen“, sagt er. Heute ist er hauptberuflich Physiotherapeut. Von montags bis donnerstags massiert er Körper, am Wochenende streichelt er die Seelen seiner Zuhörer mit seiner Musik.

Zufrieden als Wochenend-Künstler

„Als Angestellter mit einem geregelten Einkommen ist man freier“, beschreibt er sein neues Leben. Als Wochenend-Künstler absolviert er nur noch vier bis sechs Auftritte im Monat. Das Publikum habe ihm nicht übel genommen, dass er sich etwas rarer gemacht hat. Auch dass er immer mehr eigene Lieder spielt, komme gut an, sagt er. „Mit meinen Texten möchte ich den Leuten aus der Hektik und dem Alltagsstress helfen“, sagt Wollenhaupt. Sein größtes Kompliment ist, wenn Leute nach einem Konzert sagen, dass sie einen wunderschönen Abend hatten.

Ein Leben ohne Existenzangst ist für Harald Wollenhaupt echter Luxus. Der gelernte Musiker, der mit sieben Jahren Trompete spielte und mit 14 seine erste Rockband hatte, war nach der Wiedervereinigung plötzlich arbeitslos. Die Big Band des DDR-Staatszirkus, in der er spielte, war eine der ersten, die abgewickelt wurde. „Zu der Zeit hat sich kaum jemand für Ost-Musiker interessiert“, sagt er.

Erst auf Englisch, später auf Deutsch

Nach einigen Jahren als freiberuflicher Musiker, kam 1994 ein Anruf, ob er sich vorstellen könne, auf Liederabenden aufzutreten. In Kneipen und Bars spielte er auf der Gitarre, zunächst auf Englisch, dann immer mehr auf Deutsch. Die eigenen Texte von damals, spielt er heute noch, auch wenn sie aus einer längst vergangenen Zeit sind.

Harald Wollenhaupt ist am Sonntag, 28. Oktober um 17 Uhr im Waldstübchen, Arcostraße 45, live zu erleben.

Ausgezeichneter Musiker

Harald Wollenhaupt wurde in Meiningen geboren. Mit 14 Jahren spielte er zum ersten mal vor einer Einstufungskommission um eine Spielerlaubnis.

An der Musikhochschule Franz Liszt in Weimar studierte er Trompete und Gesang und schloss mit „ausgezeichnet“ ab.

Mit seiner Rockband „Emission“ erhielt er 1979 einen Förderpreis für künstlerische Leistungen. 1981 zog er als frisch ausgebildeter Berufsmusiker nach Berlin und spielte in der Big Band des DDR-Staatszirkus als Trompeter. Er hatte zahlreiche Auftritte im Ausland sowie im Radio und im Fernsehen.

Nach der Wiedervereinigung war er freiberuflicher Musiker und Sänger und arbeitete auch als Gastmusiker.

Von Christian Zielke

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