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Blankenfelde-Mahlow Der Storch ist zurück im Dorf
Lokales Teltow-Fläming Blankenfelde-Mahlow Der Storch ist zurück im Dorf
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00:22 01.05.2018
Stolzer Storchenvater: Auf dem Hof von Detlef Krüger in Groß Kienitz wohnt jetzt auch Familie Adebar.
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Groß Kienitz

Sie sind das Gesprächsthema in Groß Kienitz schlechthin: Die beiden Störche auf dem Hof von Detlef Krüger. „Viele Leute kommen vorbei und wollen mal gucken, ob es stimmt“, sagt der 64-Jährige. Kurz nachdem der erste Storch vor gut zwei Wochen angekommen war, machte die Nachricht im Dorf rasch die Runde. „Seit Jahrzehnten hat es keinen Storch in Groß Kienitz gegeben“, sagt Detlef Krüger. Ein paar Tage nach dem Männchen flog das Weibchen ein. Die Freude, dass Familie Adebar Quartier bezogen hat, ist groß im Dorf.

Telefonmast und Metallrad ergeben ein Storchennest

Dass der Erstbezug so schnell geht, hätte Detlef Krüger nicht für möglich gehalten. Ende März vorigen Jahres hat er ein Experiment gewagt und einen alten Telefonmast und das Rad einer ausrangierten Ackerberegnungsanlage zusammengebaut. Anschließend ein paar Weidenzweige drapiert und fertig war der Storchenhorst.

Gemeinsam mit seinem Sohn Bastian und dem Dahlewitzer Bernd Vierus, der seit fast 30 Jahren ein Storchennest in seinem Garten hat, stellten sie die sechs Meter hohe Konstruktion in Krügers Garten auf. Einige Wochen später schaute der erste Storch vorbei, im Herbst, kurz vor dem Abflug nach Süden der nächste Besuch. Ob es dieselben Tiere waren, die sich jetzt eingenistet haben, weiß Detlef Krüger nicht.

Feuchte Wiesen bieten reichlich Nahrung

Ähnlich wie bei Immobilien gilt auch für Storchennester: Die Lage entscheidet. Nur wenige Flugsekunden entfernt erstrecken sich saftige Feuchtwiesen. Dort fühlen sich reihenweise Frösche und andere Kleintiere wohl. Für den Storch könnte der Tisch kaum reicher gedeckt sein. Er trabt durchs Gras, den Kopf gesenkt und mit dem Schnabel am Grunde pickend.

Für Bernd Vierus ist das Verhalten des Paares ein eindeutiges Indiz dafür, dass bald Nachwuchs ansteht. „Die Vögel wechseln sich beim Brüten und der Nahrungssuche ab“, sagt er, der regelmäßig die neuesten Storchennachrichten aus Groß Kienitz erfährt. Die Eier im Nest lassen die Vögel nie unbeaufsichtigt, damit sie nicht auskühlen und damit sich die Krähen nicht darüber hermachen. Im Schnitt legen Störche zwischen drei und fünf Eier, weiß Bernd Vierus.

Warum jedes Dorf ein Storchennest haben sollte

Störche haben auch eine dunkle Seite, die sich bei Revierkämpfen zeigt. Im vergangenen Jahr kam es in Dahlewitz zu dramatischen Szenen. Ein Konkurrent tötete zwei Junge im Nest, nur eins überlebte. Um solche Auseinandersetzungen zu vermeiden, sollte jedes Dorf mindestens eine Nistmöglichkeit haben. Futter gebe es genug, sagt Bernd Vierus. Die Tiere seien es gewohnt, längere Wege zur Futtersuche zurückzulegen.

Entscheidend sei, dass das Nest gut gebaut ist. In der Mitte sollte eine Senke für die Eier sein und möglichst kein Unkraut wachsen, da sonst das Wasser nicht abfließen kann. Die Konstruktion sollte außerdem so stabil stehen, dass sie bei Wind nicht wackelt.

Ein zweites Nest ist schon in Planung

All diese Tipps hat Detlef Krüger beachtet. Er hat das Nest mit Metallseilen am Boden verankert. Mitte März hat er die Zweige so drapiert, dass eine Kuhle entsteht. „Die Mühe hat sich gelohnt. Ich bin schon ein bisschen stolz“, sagt er. Nach Feierabend sitzt er mit Verwandten, Freunden und Nachbarn auf der Terrasse und „guckt Störche“. „Das ist spannender als Fernsehen“, sagt er.

Die Vögel sind ihm so ans Herz gewachsen, dass er ein weiteres Nest bauen will. Platz sei schließlich genug da und Futter gibt es im Überfluss. Nur das mit der sprichwörtlichen Symbolik der Vögel müsse nicht sein. „Ich habe schon vier Enkel. Das reicht fürs Erste“.

Von Christian Zielke

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