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Blankenfelde-Mahlow Die Bendigs – Glamourös und großzügig
Lokales Teltow-Fläming Blankenfelde-Mahlow Die Bendigs – Glamourös und großzügig
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05:15 30.10.2018
Mit Strechtlimousine und Escort-Dame reiste die Mahlower Tischtennis-Mannschaft um Rainer Bendig (3.v.l.) zu einem Tischtennisspiel. Quelle: fotos: Klaus Lehmann (4)
Mahlow

An seine letzte Bestellung kann sich Klaus Lehmann gut erinnern: Fünf Bockwürste, und eine Wiener. Es war der 28. September dieses Jahres kurz vor Feierabend, als er die Filiale der Fleischerei Bendig in Mahlow zum letzten Mal betrat. „Die Stimmung war wie auf einer Beerdigung“, erinnert sich Lehmann. Ein paar Stunden zuvor hatten die Mitarbeiter erfahren, dass dies ihr letzter Arbeitstag war. Seitdem ist der Mahlower Traditionsbetrieb zu.

Ob Angela Merkel am Büffet, Riesen-Paella oder leicht bekleidete Frauen mit Tischtennis-Schläger – Der Mahlower Fotograf Klaus Lehmann hat die Höhepunkte der Fleischerei Bendig mit seiner Kamera festgehalten.

Für jeden Spaß zu haben

„Mahlow ohne Bendig konnte ich mir nie vorstellen“, sagt Klaus Lehmann. Viele Jahre hat er Rainer und Astrid Bendig mit der Kamera begleitet. „Es war eine tolle Zeit“, sagt er. Das Unternehmerehepaar vereinte wie kein zweites im Ort Glamour und Großzügigkeit. „Wo Bendigs waren, war immer was los“, sagt Klaus Lehmann. Er erinnert sich an einen Tag auf dem Spargelhof in Klaistow mit Geschäftsleuten und der Feuerwehr. Alle saßen an der Kaffeetafel, als Rainer Bendig mit dem Feuerwehrschlauch im hohen Bogen die gesamte Festgesellschaft nass spritzte. „Die Reaktion war zwischen belustigt und schockiert“, erinnert sich Lehmann. Rainer Bendig nahm ein Akkordeon, spielte „O, du lieber Augustin“ und entschuldigte sich bei jedem einzelnen. Anschließend spendierte er Freibier für alle. „Er war sich für keinen Spaß zu schade“, sagt Lehmann.

Der größte Kartoffelpuffer der Welt

Rainer Bendig liebt Superlative – egal ob Riesen-Paella oder Mega-Erdbeerbowle. Mit dem größten Kartoffelpuffer schaffte er es 2008 ins Guinness-Buch der Rekorde. Der gelernte Fleischer und ehemalige Sportschüler mochte den großen Auftritt. Einmal lud er seine Mitspieler vom Mahlower Sportverein in einer Stretchlimousine ein. Dabei war auch eine leicht bekleidete Escort-Dame. Mit reichlich Bier im Gepäck ging es zu einem Tischtennis-Turnier nach Treuenbrietzen. „Als wir ankamen, haben die Leute uns mit riesigen Augen angeguckt“, erinnert sich Klaus Lehmann, der auch ein paar nicht ganz jugendfreie Fotos schoss. Der Clou: Die reichlich angetrunkenen Mahlower besiegten die Gastgeber.

Im Hause Bendig wurde nicht nur gefeiert, sondern auch gearbeitet. „Rainer war ein guter Chef“, sagt Klaus Lehmann, „er hat seine Leute gut behandelt und bezahlt.“ Er und seine Frau haben immer in der ersten Reihe gestanden. Als Fotograf hat Lehmann Wurst und kalte Platten in Szene gesetzt. „Alles war immer ein bisschen überfrachtet“, sagt er. Rainer Bendig wollte immer möglichst viele Bilder auf den Flyern und Prospekten.

Ein Büffet für die Bundeskanzlerin

Die Vorzeige-Unternehmer aus Mahlow waren auch für die Politik interessant. Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) kam 2008 auf Stippvisite in den Familienbetrieb, der zu der Zeit mehr als 100 Beschäftigte hatte. Sogar Bundeskanzlerin Angela Merkel kam in den Genuss der Bendig’schen Kochkunst. 2005, im ersten Jahr ihrer Kanzlerschaft, richtete die Firma Bendig die Weihnachtsfeier der CDU in der Berliner Parteizentrale aus.

In den leisen Momenten waren die Bendigs die Wohltäter, die unzählige Vereine der Region unterstützten, darunter Sportvereine wie den Mahlower MSV, Lok Rangsdorf, Feuerwehr und Volkssolidarität und die Handballer von den Füchsen Berlin. Klaus Lehmann erinnert sich gern an die Zeit: „Bendig, das war Bodenständigkeit statt leerer Worte, da war Herz dahinter.“

Von Christian Zielke

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