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Blankenfelde-Mahlow Wiederholungstäter auf dem Jakobsweg
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14:51 30.07.2018
Frank Rudersdorf aus Mahlow hat sich 2018 zum zweiten Mal auf den Jakobsweg begeben. Quelle: privat
Mahlow

Frank Rudersdorf hat es wieder getan. Zum zweiten Mal nach 2016 ist er den Jakobsweg gelaufen. Seit einigen Wochen ist der Mahlower zurück, doch die Eindrücke sind geblieben. Anfang Mai hatte sich der 48-Jährige auf den Weg vom französischen Saint Pied de Port ins spanische Santiago de Compostela gemacht – das Ziel vieler Pilger, die den Jakobsweg gehen.

Nach dem ersten Mal war Frank Rudersdorf klar, dass er zurückkehren wird. Wie schon 2016 hatte er Begleitung einer guten Bekannten. Diesmal wählten beide eine längere Strecke. 800 Kilometer haben sie in 32 Tagen zu Fuß bewältigt. Jeder von ihnen ging den Weg im eigenen Tempo. Abends in der Herberge tauschten Frank Rudersdorf und seine Begleiterin die Erinnerungen des Tages aus. „Es war anders als beim ersten Mal. Schön, aber anders“, sagt er. Anders als 2016 war vor allem das Wetter, das sich von der kühlen und feuchten Seite zeigte.

Immer weiter – trotz Erkältung und Blasen an den Füßen

Eine kräftige Erkältung konnte Frank Rudersdorf nicht vom Weg abbringen. Auch die Blasen an den Füßen taten irgendwann nicht mehr weh. „Ich war so im Fluss, dass ich einfach weiter gelaufen bin“, sagt er. Die Landschaft am Wegesrand, vor allem aber die Begegnungen mit anderen Pilgern, ließen ihn die körperlichen Leiden vergessen. „Schmerzen gehören dazu, es ist kein Wellnessurlaub“, sagt er. Den Jakobsweg sei er gegangen, um sich selbst und andere Menschen besser kennen zu lernen.

Frank Rudersdorf aus Mahlow hat sich 2018 zum zweiten Mal auf den Jakobsweg begeben. Quelle: privat

„Die Begegnungen waren noch intensiver als vor zwei Jahren“, sagt Frank Rudersdorf. Schnell hatte er die ersten sehr persönlichen Begegnungen mit Menschen, die wie er eine Auszeit vom Alltag suchen. „Man lässt alles hinter sich und wird offen für andere Menschen“, sagt Frank Rudersdorf, der als Musiktherapeut beim christlichen Sozialwerk Ichthys in Mahlow arbeitet. „Während die Füße voranschreiten, ordnen sich im Kopf die Gedanken“, beschreibt er seine Jakobsweg-Erfahrung.

Parallelen zur Arbeit als Suchttherapeut

Manchmal ergeben sich bei der Pilgerreise auch interessante Parallelen. Frank Rudersdorf erinnert sich an eine Begebenheit, als er während der Mittagszeit auf einem Platz in einer spanischen Stadt stand. Alle Geschäfte und Restaurants hielten Siesta, nur eine Ameise mühte sich mit einem Samenkorn ab, das dreimal so groß war, wie sie selbst. „Das hat mich an meine Arbeit erinnert“, sagt er. Manchmal wollen Helfer zu viel, beschreibt er seine Tätigkeit mit suchtkranken Menschen. „Es ist nicht gut, wenn man es den Leuten zu leicht macht“, sagt er, „dann fehlen die Erfahrungen“.

Eine Jakobsmuschel und ein Kreuz zieren seit kurzem die Wade von Frank Rudersdorf. Quelle: Christian Zielke

Ein besonderes Souvenir hat sich Frank Rudersdorf von seiner zweiten Pilgerreise mitgebracht. Am Ende des Weges ließ er sich eine Jakobsmuschel, das Symbol des Jakobswegs, und ein Kreuz auf die rechte Wade tätowieren. Wie vor zwei Jahren diente die Reise auch einem guten Zweck. Während Frank Rudersdorf unterwegs war, sammelte er mehr als 5500 Euro an Spenden ein. Von dem Geld bekommt Ichthys einen neuen Kraftsport- und Gruppenraum.

Rudersdorf ist mit den Gedanken schon bei der nächsten Pilgerstrecke. Dann möchte er den Jakobsweg von Portugal aus „erlaufen“.

Von Christian Zielke

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