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Blankenfelde-Mahlow Gemeinde kämpft weiter gegen Flughafen-Masterplan
Lokales Teltow-Fläming Blankenfelde-Mahlow Gemeinde kämpft weiter gegen Flughafen-Masterplan
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00:21 02.02.2019
Dieter Faulenbach da Costa, Franz Günter Siebeck, Ortwin Baier, Christine Dorn, Eberhard Greiser und Christian Maschke (v. l.). Quelle: Hannah Rüdiger
Blankenfelde-Mahlow

„Die haben uns über den Tisch gezogen“. Kaum eine Formulierung fiel in der neuen Dahlewitzer Sporthalle am Montagabend so häufig wie diese. Stein des Anstoßes war die geplante Erweiterung des Flughafen BER. Um die Bürger auf den neuesten Stand zu bringen, lud die Gemeinde Blankenfelde-Mahlow zu einer Infoveranstaltung, an der etwa 200 Menschen teilnahmen.

Im Mittelpunkt stand der sogenannte Masterplan 2040 von Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup, der einen weiteren Ausbau des Flughafens BER vorsieht, um bis zu 58 Millionen Passagiere jährlich abwickeln zu können. Die Schutzgemeinschaft der Umlandgemeinden hat im August vergangenen Jahres gegen diese Erweiterungen geklagt.

„Ich will heute zeigen, dass wir eine gute Chance haben, zu gewinnen“, erklärte Franz Günter Siebeck. Der Fachanwalt für Verwaltungsrecht vertritt die Interessen der Umlandgemeinden des Flughafens, die sich von der Landesregierung übergangen fühlen.

Masterplan will 58 Millionen Passagiere pro Jahr

Der Streitpunkt: Im Planfeststellungsbeschluss von 2004 wurde eine Kapazität von maximal 34 Millionen Passagieren vereinbart. Die neue Obergrenze von 58 Millionen Passagieren sei nicht mit den Umlandgemeinden abgestimmt worden – und juristisch nicht haltbar, erklärte Siebeck. Dass das Land dem Masterplan einfach zugestimmt habe, betrachte er als „Skandal“. Siebeck rechne sich gute Chancen aus, den Prozess zu gewinnen.

Flughafenplaner Dieter Faulenbach da Costa bei der Infoveranstaltung in Dahlewitz. Quelle: Hannah Rüdiger

Auch Flughafenplaner Dieter Faulenbach da Costa fand klare Worte für den Masterplan. „Grauselig“ sei das gesamte Konzept. „Die Fehler, die seit 13 Jahren gemacht wurden, werden hier nur wiederholt“, sagte er. Wenn noch mehr Passagiere von Schönefeld aus fliegen sollen, müsse vielleicht sogar eine dritte Landebahn gebaut werden.

Gesundheitliche Bedenken bei mehr Flugbetrieb

Aus gesundheitlicher Sicht sei ein höheres Passagieraufkommen sehr bedenklich, erklärte Eberhard Greiser von der Uni Bremen. Der Mediziner untersucht die Auswirkungen von Lärm und Feinstaub auf Menschen in Flughafenregionen.„Umgebungslärm kann krank machen“, sagte er.

Er befürchte, dass mit dem Masterplan mehr Flieger nachts starten. Darunter würden besonders kranke Anwohner leiden, die dringend auf ihre Nachtruhe angewiesen sind. „Es ist ein Skandal, dass bei keinem deutschen Flughafen die gesetzliche Nachtruhe eingehalten wird“, so Greiser.

Gemeinde finanziert medizinische Studie

Gemeinsam mit Christian Maschke plant der Epidemiologe eine Studie, die die gesundheitlichen Schäden durch Fluglärm und Feinstaub um den Flughafen Schönefeld belegen soll. Finanziert wird die Erhebung von der Gemeinde Blankenfelde-Mahlow. „Ich will 500.000 Euro ausgeben, um unsere Bevölkerung zu schützen“, sagte Bürgermeister Ortwin Baier (SPD).

Beim Publikum kam die Veranstaltung gut an. Viel Neues sei für ihn zwar nicht dabei gewesen, erzählt ein 76-jähriger Teilnehmer. „Aber es ist gut, dass jemand kommt, der noch einmal alles rekapituliert.“

Von Hannah Rüdiger

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