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Blankenfelde-Mahlow S-Bahn auch für Großbeeren „wünschenswert“
Lokales Teltow-Fläming Blankenfelde-Mahlow S-Bahn auch für Großbeeren „wünschenswert“
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17:21 12.06.2018
Auf der Fachtagung der SPD diskutierten Bernhard Rabert, Rolls-Royce-Regionaldirektor für Mittel- und Nordeuropa, Kathrin Schneider SPD-Ministerin für Infrastruktur und Landesplanung, Helmut Barthel, SPD-Landtagsabgeordneter, Kerstin Kircheis, verkehrspolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion und Ortwin Baier, SPD-Bürgermeister von Blankenfelde-Mahlow (v.l.). Quelle: Christian Zielke
Blankenfelde

Es sei ein Paukenschlag gewesen, sagte Ludwigsfeldes Bürgermeister Andreas Igel (SPD) über den am Freitag verkündeten Startschuss für den Wiederaufbau der S-Bahn nach Rangsdorf. Und dann legte Igel gleich einen Paukenschlag nach. „Ludwigsfelde hat die besten Voraussetzungen, um auch einen Anschluss an die S-Bahn zu bekommen“, sagte er auf einer Fachtagung der SPD-Landtagsfraktion zum Thema „Mobilität im Berliner Umland“ am Montag in Blankenfelde. Nach der Entscheidung für Rangsdorf habe er „Blut geleckt“. „Wenn man sieht, dass es geht, bekommt man Lust auf mehr.“ Ludwigsfelde mit seinen vielen Industrie- und Gewerbegebieten sei prädestiniert für eine S-Bahn-Verbindung. In der Stadt gibt es 13000 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze. 16000 Menschen pendeln täglich ein und aus. Es gibt 3000 mehr Ein- als Auspendler. In naher Zukunft entstehen zudem 1000 neue Jobs.

Im GVZ Großbeeren arbeiten mehr als 9000 Menschen

Das Pendlerproblem hat auch Großbeeren. Im dortigen Güterverkehrszentrum (GVZ) arbeiten mehr als 9000 Menschen. Die meisten von ihnen kommen mit dem Auto zur Arbeit. Tobias Borstel (SPD), der neue Bürgermeister, nennt die Idee einer S-Bahn nach Ludwigsfelde, die auch in Großbeeren hält, „wünschenswert“, auch wenn er erst aus der MAZ davon erfahren hat. „Man sollte auf jeden Fall darüber diskutieren“, sagte der MAZ.

Eine Diskussion wollte auch Ludwigsfeldes Bürgermeister Andreas Igel auslösen. „Ich weiß, dass dort dicke Bretter zu bohren sind“, sagte er. Die Fläche für zwei weitere Gleise sind vorhanden. Sie blieben beim Ausbau der Anhalter Bahn frei. Er hofft nun auf Unterstützung der Stadtverordneten.

Ministerin möchte bestehende Korridore planen

Kathrin Schneider (SPD), die Ministerin für Infrastruktur und Landesplanung, möchte die Planungen zunächst auf die bislang acht Korridore beschränken, in denen das Land den Nahverkehr verbessern will. Darin ist die Anhalter Bahn derzeit nicht enthalten. Eine generelle Absage an Igels S-Bahn-Vorschlag erteilte sie nicht. „Eine Prioritätenliste ergibt sich aus Gesprächen mit dem Bund und der Deutschen Bahn. Dabei geht es auch darum, wer was finanziert.“

Was es heißt, dicke Bretter in Sachen S-Bahn zu bohren, weiß wohl kaum jemand so gut wie Rainer Pannier. Der Vorsitzende des Vereins Bisar ist dem Ziel einer S-Bahn nach Rangsdorf ein gutes Stück näher gekommen. Er appellierte an die Ministerin, die Planungen für den Bahnhof in Blankenfelde überarbeiten zu lassen.

Bisar fordert zweites S-Bahngleis am neuen Bahnhof Blankenfelde

Größtes Manko aus Panniers Sicht ist ein fehlendes zweites S-Bahngleis. „Das schafft Probleme bei der Verlängerung nach Rangsdorf“, sagte er. Er kritisierte, dass die Bahn beim Ausbau der Strecke zwischen Berlin-Südkreuz und Blankenfelde bislang die S-Bahn nach Rangsdorf nicht eingeplant hat. Für einen stabilen Zehn-Minuten-Takt müsse die S-Bahn von Lichtenrade bis Rangsdorf zweigleisig ausgebaut werden.

Ob alle Wünsche von Bisar in Erfüllung gehen, bezweifelte Kathrin Schneider: „Es ist schwer, so optimale Lösungen zu finden, als hätten wir bereits vor zehn Jahren angefangen zu planen“, sagte sie. Mit der Bahn werde das Land verhandeln, was davon umsetzbar ist.

Kritik an schlechten Querverbindungen

Während bei den Strecken von und nach Berlin viel in Bewegung ist, klemmt es oft an den Querverbindungen, etwa nach Potsdam oder zum BER. Besonders Landkreisgrenzen erweisen sich oft als nahezu unüberwindbar. Kathrin Schneider versprach Unterstützung des Landes für neue Plus-Bus-Linien, die täglich von früh bis abends im Stundentakt fahren. Die Vorarbeit müssten jedoch die Landkreise erledigen.

Schneider zog eine positive Bilanz ihrer Arbeit als Ministerin. Seit ihrem Amtsantritt 2014 haben sich Brandenburg, das Land Berlin und die Deutsche Bahn auf eine systematische Planung bei wichtigen Verkehrsprojekten verständigt. „Die Zeit des Entweder oder von Regional-, Fern- und S-Bahn sind vorbei“, sagte sie.

Von Christian Zielke

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