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Blankenfelde-Mahlow Identität des Schützen steht fest
Lokales Teltow-Fläming Blankenfelde-Mahlow Identität des Schützen steht fest
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12:14 08.11.2018
An dem Tisch saßen Steffen L., Werner Donth und seine Lebensgefährtin, als die Schüsse fielen. Quelle: Christian Zielke
Glasow

Die Identität des Schützen, der am Dienstagabend auf Besucher des Döner-Imbisses in Glasow geschossen hat, steht fest. „Wir haben einen Tatverdächtigen ermittelt“, bestätigte Dorina Dubrau von der Staatsanwaltschaft Potsdam am Donnerstag der MAZ. Die Polizei fahndet weiter nach dem Flüchtigen.

Wie die Bild-Zeitung berichtet, handelt es sich bei dem mutmaßlichen Schützen um Victor W., einen Rentner aus Blankenfelde-Mahlow. W. hatte eine Vorliebe für alte Traktoren und war bei den Treckerfreunden Mahlow aktiv. Auf Veranstaltungen des City-Vereins bot er Traktorfahrten für Familien an.

Mutmaßlicher Schütze galt als ruhig und harmlos

Bernd Marquardt, der Vorsitzende des City-Vereins, kennt W. seit vielen Jahren. „Ich habe ihn immer als ruhigen, harmlosen Menschen erlebt“, sagt Marquardt. Warum W., der als Einzelgänger galt und keine Familie hatte, am Dienstagabend mit einer Schrotflinte auf Gäste des Döner-Imbiss schoss, kann er sich nicht erklären.

An dem Abend hatte es einen Streit zwischen dem späteren Schützen und Werner Donth gegeben. Donth, der direkt gegenüber des kleinen Einkaufszentrums wohnt, war immer wieder mit dem Besitzer des Getränkemarktes aneinander geraten. „Dort haben sich jeden Tag die Trinker getroffen, auch sonntags und an Feiertagen. Nie hatte man seine Ruhe“, sagt Donth.

Beschwerden bei Gemeinde blieben erfolglos

Mehrfach habe er sich bei der Gemeinde über Verstöße gegen das Ladenschlussgesetz, Pöbeleien und Drohungen beschwert – ohne Erfolg. Er zweifelt an der Darstellung des Getränkemarkt-Besitzers, wonach dieser sein Geschäft aufgibt, weil er nach den Schüssen Angst um seine Familie habe. Laut Donth habe der Vermieter dem Besitzer nach zahlreichen Beschwerden gekündigt.

W., der ebenfalls öfter in dem Getränkemarkt verkehrte, habe mehrmals an seine Hauswand uriniert, sagt Donth. Als er ihn daraufhin zur Rede stellen wollte, habe W. ihm einen Stinkefinger gezeigt. Kurze Zeit später fuhr W. mit seinem Auto vor dem Döner-Imbiss vor, wo Donth mit seiner Lebensgefährtin saß. „Ich habe mich noch gewundert, warum die Kennzeichen abgeklebt waren“, erinnert sich Donth. W. öffnete das Autofenster und schoss auf die Gäste. „Ich bin sicher, dass die Schüsse mir galten“, sagt Donth. Er sei froh, dass er und seine Partnerin noch am Leben sind. Nachdem die Schüsse fielen, hatte er noch versucht, den flüchtenden Täter zu stoppen. Er warf einen Stuhl in die Heckscheibe des Autos. „Als er stoppte, dachte ich, er lädt nach“, sagt er. Dann flüchtete der Wagen Richtung B96.

Zur falschen Zeit am falschen Ort

Steffen L. liegt seit Dienstagabend im Krankenhaus. Er bekam die Schrotladung ab, die Werner Donth galt, mit dem er vor dem Imbiss gesessen hatte. „Ich war einfach zur falschen Zeit am falschen Ort“, sagt er. Noch in der Nacht zu Mittwoch wurden 30 Kugeln aus seinem zerfetzten Arm entfernt, am Donnerstag musste er erneut in den OP. „Es wird nicht die letzte Operation sein“, sagt er, „ich bin froh, dass ich noch lebe.“

Von Christian Zielke

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