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Blankenfelde-Mahlow Pläne zur Klimahülle nehmen Gestalt an
Lokales Teltow-Fläming Blankenfelde-Mahlow Pläne zur Klimahülle nehmen Gestalt an
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01:16 03.12.2018
Eine Klimahülle soll die Kita Tabaluga vor Fluglärm schützen und Energie erzeugen. Quelle: Schlaich Bergermann Partner
Blankenfelde

Die Kita Tabaluga in Blankenfelde könnte eines Tages weltweit bekannt sein als erster Kindergarten unter einer Klimahülle. Am Donnerstag stellte das Wissenschaftler-Team um Mike Schlaich die neuesten Ergebnisse des 2013 gestarteten Projekts vor.

Im Vergleich zum ersten Entwurf von 2015 fällt die Hülle filigraner und transparenter aus. Die Grundfläche wurde von 1950 auf 1700 Quadratmeter verkleinert. Dank eines leichteren Tragwerks ist es den Forschern gelungen, die Materialkosten zu verringern. Das Dach soll aus beweglichen Glasmodulen bestehen, die selbst im geöffneten Zustand den Lärm eines direkt darüber fliegenden Flugzeugs auf unter 55 Dezibel dämmen.

Kita liegt direkt unter der BER-Südbahn

„Wir können die Kita leider nicht verschieben“, sagte Schlaich. Die Kita Tabaluga liegt direkt in der Verlängerung der Südbahn des künftigen BER. Die Klimahülle ist aus Sicht der Wissenschaftler ein innovatives Mittel, um den Schall draußen zu halten und im Innern Energie zu erzeugen.

In ihren Berechnungen fallen die Temperaturen unter der Glasummantelung selbst im Winter nie unter den Gefrierpunkt und steigen im Sommer dank Verschattungsmöglichkeit nie über 30 Grad. In der Kita selbst herrscht das ganze Jahr über eine gefühlte Temperatur von 23 Grad.

Hülle erzeugt mehr Energie als sie verbraucht

„Wir erzeugen mehr Energie, als wir benötigen“, sagte Schlaich. Ein System aus Photovoltaikmodulen, Eisspeicher und Wärmepumpe soll die Hülle unabhängig von externer Versorgung machen. Selbst an den pädagogischen Auftrag haben die Wissenschaftler gedacht. Die Kinder sollen selbst die Hülle entsprechend der Jahreszeiten bedienen.

Im Modell zeigen die Wissenschaftler der TU Berlin, wie sie sich die Klimahülle für die Kita Tabaluga in Blankenfelde vorstellen. Quelle: Christian Zielke

Schon im kommenden Jahr könnte der Bau beginnen und 2020 fertig sein, vorausgesetzt die Gemeinde bringt die Kosten von rund 3,8 Millionen Euro auf. Unter den Gemeindevertretern, die sich äußerten, überwog Skepsis. Matthias Stefke (BVBB-WG), bislang kein Fan der Klimahülle, konnte sich zwar für das Projekt begeistern. „Man sollte das ruhig mal ausprobieren“, sagte er.

Wer soll die Kosten tragen?

Die Kosten dafür müssten die Länder Brandenburg und Berlin sowie der Bund als Verursacher des Flughafens aufbringen. „Ich sehe nicht ein, warum die Gemeinde das allein zahlen soll“, sagte Stefke. Roland Hahn (WIR) warnte vor Konflikten mit den benachbarten Grundstückseigentümern.

Bürgermeister Ortwin Baier (SPD) sieht in der Klimahülle ein Leuchtturmprojekt. Die Bedenken zu den Kosten teilt er nicht: „Wir tragen als Gemeinde Verantwortung für die Gesundheit unserer Kinder“. Er wolle sich um Fördermittel für den Bau bemühen und rechnet mit bis zu 75 Prozent. Die Blankenfelder Klimahülle könnte ein Modell für andere Kommunen im Flughafenumfeld sein.

Von Christian Zielke

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