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Blankenfelde-Mahlow Schüsse am Bahnhof: Grund war Beziehungsstreit
Lokales Teltow-Fläming Blankenfelde-Mahlow Schüsse am Bahnhof: Grund war Beziehungsstreit
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16:28 08.07.2018
Die Polizei hat den S-Bahnhof in Blankenfelde abgesperrt. Quelle: Marina Ujlaki
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Blankenfelde

Alkohol und ein Streit mit der Ex-Freundin: Der 32-jährige Berliner, der am Samstag gegen 15.15 Uhr mit einer Schreckschusspistole am S-Bahnhof in Blankenfelde (Teltow-Fläming) um sich schoss, war offenbar nicht mehr Herr seiner Sinne. Die Polizei hat nun neueste Erkenntnisse aus der Befragung des Mannes veröffentlicht.

Demnach war der Mann am Sonnabend mit seiner ehemaligen Lebensgefährtin in deren Wohnung in Blankenfelde in Streit geraten. Da bedrohte er sie schon verbal. Der Berliner war zu diesem Zeitpunkt bereits angetrunken und trank weiter Alkohol, nachdem die Frau ihn aus der Wohnung geworfen hatte, weiter. Als er erstmals von der Polizei vernommen wurde – gegen 3.15 Uhr am Sonntagmorgen – hatte der Mann noch eine Atemalkoholkonzentration von 0,79 Promille.

Erst fielen Schüsse am S-Bahnhof, dann riegelte die Polizei wenig später alles ab und die Suche nach dem Täter begann. In der Nacht wurde ein 32-Jähriger gefasst. Hier einige Bilder aus Blankenfelde.

Seine Pistole hatte der Mann die ganze Zeit bei sich. Er hatte sie offenbar bei einem früheren Besuch bei Ex-Freundin vergessen und sollte die Waffe nun abholen. Der genaue Zeitablauf ist nicht ganz klar. Sicher ist, dass der betrunkene 32-Jährige gegen 15.15 Uhr am Blankenfelder Bahnhof in die S2 in Richtung Berlin stieg.

Schuss in der S-Bahn – 13-Jährige unter Schock

Dort begann er, aus welchem Anlass auch immer, Fahrgäste zu bedrohen. Der Zug stand noch im Bahnhof, als der Mann im Innern einen Schuss abgab. Eine 13-Jährige stand nach dem Vorfall in der S-Bahn unter Schock und musste zur medizinischen Behandlung in ein Krankenhaus gebracht werden.

Nach dem Schuss verließ der Mann die S-Bahn und bedrohte auf dem Bahnsteig weitere Reisende mit seiner Waffe. Der Mann flüchtete im Anschluss entlang der Bahnschienen in nördliche Richtung. Auf seiner Flucht soll der Mann weitere Personen im Stadtgebiet Blankenfelde mit der Waffe bedroht haben. Anwohner des Bahnhofareals berichteten der MAZ von mindestens zwei Schüssen, die sie gehört hatten.

Ex-Freundin gibt der Polizei eine Täterbeschreibung

Bundes- und Landespolizei begannen daraufhin einen Großeinsatz. Eine sofortige Fahndung im Gemeindegebiet blieb erfolglos. Dank der Ex-Freundin des Flüchtigen konnte später eine genaue Personenbeschreibung angefertigt werden. Bei der Fahndung nach dem 32-jährigen Berliner kamen neben Brandenburger Polizeikräften unter anderem Polizeihubschrauber, Fährtenhunde, Kräfte der Bereitschaftspolizei, der Berliner Polizei und der Bundespolizei zum Einsatz.

Die Beamten sperrten den Bahnhofsbereich ab, Regional- und S-Bahn-Verkehr wurden für mehrere Stunden unterbrochen. In der Nacht zu Sonntag, gegen 1 Uhr, nahm die Polizei dann den tatverdächtigen 32-Jährigen in seiner Berliner Wohnung fest. Er leistete keine Gegenwehr und war geständig. Die Staatsanwaltschaft muss entscheiden, ob der Tatverdächtige in Gewahrsam bleibt.

Spezialkräfte der Polizei sperren S-Bahnhof ab

Am Samstag gegen 15 Uhr hatten Anwohner zwei Schüsse gehört, wie sie der MAZ berichteten. Kurz nach ihrer Alarmierung wurden Polizisten und Spezialkräfte zusammengezogen, um den Tatverdächtigen festzunehmen. Zeitnah schreiben die Ermittler beim Kurznachrichtendienst Twitter: „Polizeikräfte haben einzelne Bereiche rund um den Bahnhof #Blankenfelde abgesperrt und führen derzeit Durchsuchungsmaßnahmen durch.“ Bahnreisende und Anwohner sollten den Anweisungen der Polizisten vor Ort folgen.

Zum Abend hin hatte sich die Lage in Blankenfelde normalisiert. Rot-weißes Absperrband flatterte vor den Treppen, die zum Bahnsteig führen. Zwei Bahn-Mitarbeiter waren ab 18 Uhr als sogenannte Reiselenkung im Einsatz, um ratlose Reisende zu beraten. Viel tun konnten sie aber nicht. „Ein Ersatzverkehr wurde eingerichtet“, sagte ein Mitarbeiter. Die Busse sowohl in Richtung Berlin als auch nach Rangsdorf fuhren eher unregelmäßig.

Am 7.7.18 15.30 fielen 2 Schüsse am S-Bhf Blankenfelde; Polizei sperrt ab und sucht per Hubschrauber nach Täter Quelle: Marina Ujlaki

Der Polizeihubschrauber war viele Stunden in der Luft. Vor allem über den Gleisen nach Berlin wurde er gesehen. Vor dem Bahnhof standen zwei Kleinbusse der Polizei. Die Straßen und der Bahnübergang waren frei, normaler Fußgängerverkehr auf den Gehwegen. Eine Frau gießt ihre Blumen im Vorgarten. „Ich hab es plötzlich knallen hören“, sagt sie. „Das war ein Schusswechsel“, ergänzt ihr Mann. Zwei Schüsse hätten sie gehört, sagen sie.

Am 7.7.18 15.30 fielen 2 Schüsse am S-Bhf Blankenfelde; Polizei sperrt ab und sucht per Hubschrauber nach Täter Quelle: Marina Ujlaki

Die S-Bahn Berlin informierte gegen 15.30 Uhr per Twitter, dass der S-Bahn-Verkehr zwischen Blankenfelde und Mahlow wegen „einer polizeilichen Maßnahme“ unterbrochen sei. Die Sperrung dauerte bis in den Abend an. Auch Regionalbahnen waren betroffen. Seit Sonntagmorgen läuft der Zugverkehr jedoch wie gewohnt.

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Aktuelle Polizeimeldungen aus Brandenburg und Berlin

Von MAZ-Online und Marina Ujlaki

Am Samstagnachmittag kam es zu einem Polizeieinsatz in Blankenfelde. Ein 32-Jähriger hatte am Bahnhof mit einer Schreckschusswaffe Passanten bedroht und auch Schüsse abgegeben. Der Polizei gelang es erst in der Nacht, den flüchtigen Täter zu fassen.

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