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Blankenfelde-Mahlow Rolls Royce bekommt ein großes Geschenk zum 25.
Lokales Teltow-Fläming Blankenfelde-Mahlow Rolls Royce bekommt ein großes Geschenk zum 25.
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05:36 09.06.2018
Festakt 25 Jahre Rolls-Royce in Dahlewitz: Ministerpäsdident Dietmar Woidke (2.v.l.) und Infrastrukturministerin Kathrin Schneider (r.) überbrachten den Rolls-Royce-Chefs Warren East (l.) und Alastair McIntosh die frohe Botschaft vom Wiederaufbau der S-Bahn nach Rangsdorf. Quelle: Fotos: Christian Zielke (3)
Dahlewitz

Wird er oder wird er nicht? Die Spekulationen, mit welchem Geschenk Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) Rolls-Royce zum 25-jährigen Bestehen des Standorts in Dahlewitz überrascht, waren groß im Vorfeld. Skeptiker argwöhnten, der Termin wäre nicht nah genug am Termin der Landtagswahl im Frühjahr 2019.

Seit Freitag ist klar: Woidke brachte das große Geschenk mit. Vor Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Initiativen, die sich für die S-Bahn stark machen, verkündete er auf der Feierstunde bei Rolls-Royce die Nachricht, dass das Land die Planungen für den Wiederaufbau der S-Bahn von Blankenfelde über Dahlewitz nach Rangsdorf beginnt. Der Ministerpräsident verstand das auch als Belohnung für den Pioniergeist, den Rolls-Royce bewies, als es 1991 den Acker in Dahlewitz kaufte.

Im Hintergrund trieb Rolls-Royce die S-Bahn voran

Der Ort der Verkündung war kein Zufall. Der Triebwerkshersteller Rolls-Royce war in den vergangenen Monaten und Jahren eine treibende Kraft hinter dem S-BahnBau. Alastair McIntosh, der Geschäftsführer von Rolls-Royce Deutschland, zog eine positive Bilanz der vergangenen 25 Jahre und kündigte an, die Erfolgsgeschichte fortschreiben zu wollen.

Das neue Pearl-15-Triebwerk ist speziell für Businessflugzeuge von Bombardier entwickelt. Quelle: Christian Zielke

Das neue Triebwerk Pearl 15 für Business-Jets von Bombardier, das erst vor wenigen Tagen vorgestellt wurde, soll ebenso für weiteres Wachstum sorgen, wie die Großtriebwerke, die in den kommenden Jahren immer effizienter und umweltverträglicher sein sollen. Für die Jahre 2025 und 2027 kündigte der Deutschland-Chef eine neue Generation des Großtriebwerks XWB an.

Keine Angst vorm Brexit

Und dann ist da noch das Schreckgespenst des Brexit, das über dem deutsch-britischen Unternehmen kreist. „Wir warten ab, was kommt“, sagte Alastair McIntosch. Allzugroße Angst vor dem Austritt Großbritanniens aus der EU hat man bei Rolls-Royce offenbar nicht. „Wir wollen uns mehr in Deutschland engagieren. Unser Wachstum ist stark“, verkündete McIntosh.

Rolls-Royce-Deutschlandchef Alastair McIntosch rechnet mit weiterem Wachstum des Unternehmens in den kommenden Jahren. Quelle: Christian Zielke

Ob in diesem Szenario auch der viel diskutierte Waldcampus eine Rolle spielt, dazu wollte sich Rolls Royce nicht genau äußern. „Wir haben momentan genug eigene Fläche, um zu erweitern“, sagte Unternehmenssprecher Stefan Wriege. Gleichzeitig wolle man Forschungsunternehmen in der Nähe ansiedeln.

S-Bahn soll Teil der Parkplätze überflüssig machen

Mit der S-Bahn könnte ein großer Teil der Parkplätze überflüssig und anderweitig nutzbar werden. „Vielleicht bauen wir eines Tages ein Parkhaus“, sagte Stefan Wriege. Perspektivisch sollen viele Beschäftigte mit der S-Bahn am eigens für Rolls-Royce gebauten Bahnhof aus- und einsteigen.

Für Mister S-Bahn, Clemens Wudel, ging ein zwei Jahre langer Kampf erfolgreich zu Ende. Der Rangsdorfer hatte sich zum Teil mit spektakulären Aktionen für die S-Bahn stark gemacht. „Die Ochsentour hat sich gelohnt“, sagte er. Immer wieder hat er bei Politikern und Behörden sein Thema vorgebracht.

Rainer Pannier: „Heute ist ein guter Tag“

Rainer Pannier, der Vorsitzende des Vereins Bisar, hat sogar 16 Jahre Kampf hinter sich. „Heute ist ein guter Tag“, sagte er sichtlich gerührt. Auflösen will sich der Verein nicht. „Wir werden die Planungen der Bahn begleiten und haben auch schon Ideen“, kündigte Pannier an.

Vertreter von der Gemeinden Blankenfelde-Mahlow und Rangsdorf sowie Bürgerinitiativen freuen sich auf die S-Bahn. Quelle: Christian Zielke

Zufrieden war auch Rangsdorfs Bürgermeister Klaus Rocher (FDP). „Ich bin glücklich, aber auch etwas besorgt“, sagte er. Die S-Bahn werde für Rangsdorf weiteren Bevölkerungszuwachs bringen. Rocher schlug vor, die Planungen zur S-Bahn und die zur Dresdner Bahn in einem Verfahren zusammenzufassen. Derzeit arbeite die Bahn an einer Studie dazu.

Blankenfelde-Mahlows Bürgermeister Ortwin Baier (SPD) nannte die Entscheidung des Landes einen „Meilenstein für seine Gemeinde.“

Jubiläum und Rekorde

1990 wurde die BMW-Rolls-Royce Aero Engines GmbH gegründet, die 1991 das Grundstück in Dahlewitz kaufte.

1993 eröffnete das Werk.

2000 zog sich BMW aus dem gemeinsamen Unternehmen zurück.

Mit 2800 Beschäftigten aus 50 Nationen hat Rolls-Royce derzeit so viele Mitarbeiter wie noch nie am Standort in Dahlewitz.

In den vergangenen 25 Jahren hat das Werk in Dahlewitz mehr als 7000 Triebwerke ausgeliefert.

In Dahlewitz wird das effizienteste Großtriebwerk der Welt, das Trent XWB, hergestellt.

Weltweit betreut das Operations Centre mehr als 2200 Flugzeugbetreiber und rund 160 Fluggesellschaften und überwacht etwa 9000 Triebwerke.

Von Christian Zielke

Die S-Bahn S2 wird nach Rangsdorf verlängert. Das hat Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) bei der Festveranstaltung zum 25-jährigen Bestehen von Rolls-Royce in Dahlewitz verkündet.

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