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Teltow-Fläming Blankenfelderin startet Stifte-Aktion für Lucas
Lokales Teltow-Fläming Blankenfelderin startet Stifte-Aktion für Lucas
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08:00 24.02.2016
Corana Büthke (M.) und ihr Sohn Marvin sammeln Geld für eine Delfintherapie. Denise Schoechert (r.) unterstützt die Familie. Quelle: Christian Zielke
Blankenfelde

In vielen Geschäften in Blankenfelde-Mahlow stehen seit einigen Wochen bunte Zylinder. Gebastelt wurden sie von Christina und Denise Schoechert. Die Blankenfelder unterstützen damit eine außergewöhnliche Spendenaktion.

Statt Geld sammeln die bunten Zylinder Stifte. Diese sollen dann wiederum zu Geld gemacht werden, um dem siebenjährigen Lucas Büthke eine Delfintherapie zu ermöglichen. Der Junge aus Berlin-Tempelhof leidet am Angelman-Syndrom – einer angeborenen genetischen Störung, die zu geistigen und körperlichen Entwicklungsstörungen führt.

Der siebenjährige Lucas Büthke leidet am Angelman-Syndrom. Quelle: Privat

„Als wir es schwarz auf weiß hatten, fühlte es sich an, als hätte sich ein Loch im Boden aufgetan. Ich bin förmlich weggesackt“, erinnert sich Lucas’ Mutter Corana Büthke an de Tag, als sie die Diagnose bekam. Andererseits sei sie froh gewesen, endlich Gewissheit zu haben und eine Erklärung dafür, dass ihr Sohn nicht sprechen kann und Probleme beim Laufen hatte. Als Lucas sechs Monate alt war, habe sie das erste Mal gemerkt, dass mit ihm etwas nicht stimmt. Vieles war anders als bei ihrem ersten Sohn Marvin. Lucas wollte nicht – wie andere Kinder in seinem Alter – sitzen und krabbeln. Auch das Essen schmeckte ihm nicht. „Die Ärzte glaubten an eine Art von Epilepsie“, erinnert sich die 37-Jährige. Erst eine genetische Untersuchung brachte die Gewissheit: Angelman-Syndrom, benannt nach dem britischen Kinderarzt Harry Angelman, der die Krankheit erstmals ausführlich beschrieb.
„Die Ärzte sagten mir, dass mein Junge nie sprechen und laufen können wird“, sagt Corana Büthke. Ihr Kind aufzugeben, kam nicht infrage. Die Familie suchte sich Hilfe in Vereinen und im Internet. Dort hörte sie zum ersten Mal von den Erfolgen einer Delfintherapie. Zwei Mal, 2013 und 2015, war die Familie auf Curacao. „Delfine haben eine feine Ader. Im Wasser wird Lucas gleich ruhiger“, sagt Corana Büthke. Sonst ist der Siebenjährige ein kleiner Wildfang, der sich viel bewegt und gern lacht. Durch die Delfintherapie habe er auch motorische Fortschritte gemacht. Er hat gelernt, Hände und Mund besser zu koordinieren und konnte mit einem Strohhalm trinken. „Für einen Außenstehenden klingt das minimal. Für uns sind es Meilensteine für die Selbstständigkeit und ein Gewinn an Lebensqualität.“ Diese haben die Familie jedes Mal rund 15 000 Euro gekostet. Das Geld kam von Stiftungen und aus Spenden zusammen.

Für die nächste Therapie will Corana Büthke 750 000 Stifte sammeln. Eine Berliner Recyclingfirma zahlt für jeden Stift zwei Cent. Mehr als 60 000 Stifte hat sie bisher gesammelt. Als Denise Schoechert von der Aktion erfuhr, beschlossen sie und ihre Familie sofort zu helfen. „Ein paar Stifte hat jeder zu Hause. Das tut keinem weh“, sagt die 33-Jährige. Ihrer Mutter Christina ist das Gestalten der Dosen eine willkommene Abwechslung. „Das hält die Finger in Bewegung“, sagt die 67-Jährige. Und es sei eine gute Gelegenheit, den Schreibtisch zu entrümpeln.

Info: Stifte können bei Familie Schoechert in Blankenfelde, Wilhelm-Raabe-Straße 48, abgegeben werden.

Von Christian Zielke

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