Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Teltow-Fläming Blaualgen trüben Badespaß in Dahmeland-Fläming
Lokales Teltow-Fläming Blaualgen trüben Badespaß in Dahmeland-Fläming
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
05:18 31.07.2018
Am Motzener See wurden 2017 zum ersten Mal Blaualgen beobachtet. Überschreitung der Grenzwerte gab es aber bisher nicht. Quelle: Nadine Pensold
Königs Wusterhausen

Das kühle Nass ist für viele Menschen in Dahmeland-Fläming die letzte Rettung bei den aktuellen Rekordtemperaturen. Doch so verlockend der Badespaß in den Seen auch sein mag: Das Verbraucherschutzministerium in Brandenburg warnt an einigen Badestellen vor dem Betreten des Wassers. Grund sind Algen, die sich bei dem warmen Wetter besonders schnell vermehren und gefährlich für Mensch und Tier sein können.

Sind Badestellen in Teltow-Fläming und Dahme-Spreewald betroffen?

Noch nicht. Nach den jüngsten Untersuchungen an den Badestellen in Teltow-Fläming und Dahme-Spreewald gab es von den Behörden zumindest aus mikrobiologischer Sicht nichts zu beanstanden. „Alle untersuchten Badestellen sind frei von gesundheitsgefährdenden Bakterien“, erklärt das Gesundheitsamt in Luckenwalde. Gleiches gilt im Nachbarkreis Dahme-Spreewald.

Untersucht werden die zwei bakteriellen Parameter E.coli und Enterokokken, die beide krankheits- beziehungsweise infektionserregend sein können. Insgesamt wurden die Werte an drei offiziellen Badestellen im Land Brandenburg beanstandet, alle liegen nahe Werder (Havel).

Warum warnt das Ministerium trotzdem zu besonderer Vorsicht beim Baden?

An einigen Badestellen sind die Sichttiefen derzeit sehr gering. Betroffen sind davon tatsächlich auch mehrere Seen in Teltow-Fläming und Dahme-Spreewald. Momentan sei das im Rangsdorfer und dem Kliestower See bei Trebbin der Fall, berichtet die zuständige Behörde in Luckenwalde. Bereits 2017 wurden auch im Motzener See Blaualgen beobachtet. Nahe Königs Wusterhausen ist außerdem der Krimnick­see betroffen, an dem sich das Strandbad Neue Mühle befindet. Die Sichtweiten liegen hier weit unter einem Meter, zum Teil sogar nur bei 35 Zentimetern.

Im Glienicksee in Dobbrikow ist alles in Ordnung: Blaualgen wurden hier bisher nicht gefunden. Quelle: Margrit Hahn

Weshalb sind die Sichttiefen so gering?

Geringe Sichttiefen sind ein Hinweis auf das vermehrte Auftreten von Cyanobakterien. Sie werden auch Blaulagen genannt, weil sie das Wasser entsprechend färben. Gute Voraussetzungen für ihre Vermehrung finden sie besonders in nährstoffreichen ruhigen oder stehenden Oberflächengewässern, wie sie in Brandenburg oft vorkommen, und bei einem Überangebot an Phosphor aber auch Stickstoff. Hohe Temperaturen und Lichtintensität beschleunigen das Wachstum zusätzlich.

Für wen sind Blaualgen gefährlich?

Die meisten Cyanobakterien sind für den Menschen harmlos. Deshalb werden auch keine Warnungen beim bloßen Verdacht aufgestellt. Bestimmte Blaualgenarten bilden allerdings Gifte, die beim Verschlucken von Wasser aufgenommen werden und zu Übelkeit, Erbrechen und Durchfall führen können.

Auch Hundehalter sollten achtsam sein. Für die Vierbeiner können Blaualgen giftig sein. Quelle: Privat

Gefährdet sind hier besonders Kleinkinder und Kinder im Grundschulalter, da sie beim Toben im ufernahen Bereich eher Wasser verschlucken. Bei empfindlichen Personen kann es zu Hautreizungen und allergischen Reaktionen kommen. Auch für Hunde und andere warmblütige Tiere sind Blaualgen giftig.

„Bei geringen Sichttiefen sind im Bedarfsfall Rettungsmaßnahmen nur erschwert möglich“, ergänzt eine Sprecherin des Gesundheitsamtes Teltow-Fläming. Insbesondere im Wasser spielende Kinder und Nichtschwimmer sollten besonders beaufsichtigt werden.

Warum vermehren sich die Algen gerade jetzt?

Das vermehrte Auftreten in der zweiten Hälfte des Sommers, etwa ab Mitte Juli, ist nicht untypisch für das Land Brandenburg, heißt es seitens des Ministeriums für Verbraucherschutz. Im vergangenen Jahr wurden Blaualgen beispielsweise auch am Motzener See nachgewiesen, der aktuell nicht betroffen ist. Vor allem nach anhaltender heißer und lichtintensiver Witterung neigen die nährstoffreichen, flachen brandenburgischen Seen mitunter zur massenhaften Algenentwicklungen.

Wie erkenne ich Blaualgen?

Blaualgen sind deutlich an der Trübung des Wassers, meist in grünlichen oder blaugrünen Farben, erkennbar. Quelle: Stefan Sauer

Weil sie bis zu einem Millimeter und größer werden können, sind die Bakterien teilweise mit bloßem Auge zu sehen. „Blaualgen sind erkennbar an einer intensiven grünlichen, grünblauen oder mitunter rötlichen Trübung des Wassers“, erklärt die Amtsärztin des Kreises Dahme-Spreewald, Astrid Schumann. Bei starker Blaualgenblüte seien zudem Schlieren und rahmartige Schichten bis hin zu Teppichen auf dem Wasser sichtbar.

Was geschieht beim Verdacht auf Blaualgen?

Der Sprecher des Brandenburgischen Verbraucherschutzministeriums, Uwe Krink, erklärt: „Das Badegewässerrecht sieht vor, dass bei einer Massenvermehrung von Cyanobakterien die zuständige Behörde eine geeignete Überwachung und angemessene Bewirtschaftungsmaßnahmen durchführt.“ Das „Abraten vom Baden“ oder ein gänzliches Badeverbot sind zwar solche Maßnahmen, werden in der Regel aber erst nach einer längeren Beobachtungsphase anberaumt.

Der Fahrländer See in Potsdam ist wegen der Blaualgenpest seit einer Woche gesperrt. Quelle: Stadt Potsdam

Die zuständigen Gesundheitsämter der Kreise und kreisfreien Städte in Brandenburg untersuchen alle offiziellen Badestellen während der laufenden Saison, also vom 15. Mai bis 15. September, alle 28 Tage, so Krink. Fachpersonal erkennt eine sogenannte „Blaualgenblüte“ auch mithilfe einer einfachen „visuellen Inspektion“. Bestätigt sich der Verdacht nach einer Kontrolle unter dem Mikroskop, werden meist erst Warnhinweise und Verhaltensempfehlungen an der Badestelle ausgehangen.

Wie sollte ich mich verhalten, wenn der See von Blaualgen befallen ist?

„Vermeiden Sie das Baden, wenn Sie bereits in knietiefem Wasser Ihre Füße nicht mehr sehen oder wenn Schlieren auf dem Wasser sichtbar sind“, erklärt Dahme-Spreewalds Amtsärztin Schumann. Außerdem sollten Badegäste darauf achten, in den betroffenen Bereichen kein Wasser zu schlucken. Kinder und Kleinkinder sollten aus Vorsorgegründen bei einer vermuteten Blaualgenbelastung komplett auf das Baden im Wasser sowie auf das Planschen am Ufersaum verzichten.

Wer dennoch unbedingt ins kühle Nass will, sollte sich nach dem Baden abduschen und die Badekleidung wechseln. Treten im Nachhinein Beschwerden auf, ist umgehend ein Arzt aufzusuchen und das Gesundheitsamt zu informieren.

Woher weiß ich, wo ich bedenkenlos baden gehen kann?

Als Faustregel bei Algenbefall gilt, dass man bei knietiefem Wasser noch die Füße sehen sollte. Im Landkreis Teltow-Fläming gibt es insgesamt 19 Badestellen, die vom Land regelmäßig untersucht werden. Im Kreis Dahme-Spreeweld sind es sogar 33. Alle Gewässer und ihre Qualität sind im Internet zu finden unter www.maz-online.de/badeseen.

Von Victoria Barnack

Große und kleine Besucher hatten beim 17. Fischerfest in Mellensee Spaß beim Pappfisch-Angelwettstreit und erhielten viele Informationen zur erhofften Öffnung des Mühlenfließes.

01.08.2018

Herausgerissene Leitpfosten und zahlreiche absichtlich auf die Landesstraße zwischen Stülpe und Paplitz geworfene Äste sorgten für Gefährdung des Straßenverkehrs.

29.07.2018

Am Künstlerhaus Schloss Wiepersdorf beginnen vorzeitig die Arbeiten für die Sanierung, die Stipendiaten können nicht mehr in Ruhe arbeiten.

29.07.2018