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Blauer Koloss bei Rolls-Royce

Dahlewitz Blauer Koloss bei Rolls-Royce

Ein solch großes Teil sieht man auch bei Rolls-Royce nicht jeden Tag. Am Donnerstag brachte ein Schwertransport das neue Lasteinleitungsgetriebe nach Dahlewitz. Es wird das Herzstück für den neuen Getriebeprüfstand, der im kommenden Jahr eröffnet. Das neue Bauteil ist in jeglicher Hinsicht ein Gigant.

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Ein mehrachsiger Schwertransporter lieferte am Donnerstag das Riesen-Getriebe an.

Quelle: Christian Zielke

Dahlewitz. Lasteinleitungsgetriebe – schon das Wort ist sperrig, mindestens so sperrig, wie das Teil an sich. Der 150 Tonnen schwere Kasten steht seit Donnerstag auf dem Werksgelände des Triebwerksherstellers Rolls-Royce in Dahlewitz und wird sozusagen das Schmuckstück des neuen Getriebeprüfstandes, der im kommenden Jahr in Betrieb gehen soll.

Vier Nächte war der Schwertransport vom bayrischen Augsburg aus unterwegs. Das Zulieferer-Unternehmen Renk hat den Koloss in seinem dortigen Werk vorgefertigt und auf die Reise geschickt. Nicht auf dem direkten Weg, denn längst nicht alle Straßenbrücken hätten der Last standgehalten. Ein Spezialunternehmen hat das Bauteil auf einem Lkw mit zwölf lenkbaren Achsen Huckepack genommen. Gefahren werden durfte nur in der Nacht, da für den Transport maximal Tempo 60 erlaubt waren und weil der blaue Koloss eine stattliche Überbreite hatte.

Abladen per Spezialkran

Abladen per Spezialkran.

Quelle: Christian Zielke

Am frühen Donnerstagmorgen gegen 4 Uhr war die Reise geschafft. Die letzten Meter bis in die Halle des neuen Getriebeprüfstands sind allerdings die aufwendigsten. Mit einer hydraulischen Hebebrücke muss das Getriebe erst vom Lkw gehoben werden.

Bei Rolls-Royce ist man Größe gewohnt, doch die neueste Errungenschaft ist auch für Unternehmenssprecher Stefan Wriege außergewöhnlich. „Es ist eine der größten Komponenten, die wir im Werk haben“, sagt er. Mehr als sieben Meter lang, fast fünf Meter breit und über drei Meter hoch ist das Bauteil. Wenn es mit der Hebebrücke und einem ferngesteuerten Lastenwagen seinen Ort in der Halle erreicht hat, wird es auf einem 1000 Tonnen schweren Fundament stehen, das auf dutzenden Federn gelagert ist, die verhindern sollen, dass sich Vibrationen auf die Umgebung ausbreiten.

Gigantisch ist auch die Kraft von 50 Megawatt, die es überträgt. Das entspricht dem, was 500 Mittelklasseautos leisten. Im neuen Getriebeprüfstand überträgt das Lasteinleitungsgetriebe die Kraft von zwei ebenso gewaltigen Elektromotoren auf die zu testenden Flugzeuggetriebe. Bei diesen handelt es sich um eine Weltneuheit für die Triebwerksbaureihe Trent XWB, die unter anderem im Airbus A350 zum Einsatz kommt. Das bei Rolls-Royce entwickelte Planetengetriebe das zwischen Turbine und Fan sitzt, soll dafür sorgen, dass beide stets im Idealbereich arbeiten, indem es die Drehzahl reguliert. Dadurch werden die Flugzeuge leiser und verbrauchen weniger Kerosin.

Sockel in der Getriebehalle

Sockel in der Getriebehalle.

Quelle: Christian Zielke

Im neuen Dahlewitzer Prüfstand, der Anfang 2017 an den Start geht, werden die Getriebe auf Belastung und auf das Verhalten in der Luft getestet. Nebenan in der Halle wird derzeit eine Art Simulator gebaut, der die Bewegungen eines Flugzeugs nachahmt. So will man sicherstellen, dass bei sämtlichen Manövern in der Luft stets genügend Öl an den wichtigen Bauteilen ist.

Getriebeprüfstand bei Rolls-Royce

Getriebeprüfstand bei Rolls-Royce.

Quelle:

Für Rolls-Royce ist die neueste Investition auch ein Bekenntnis zum Standort Dahlewitz. 65 Millionen Euro lässt sich das britisch-deutsche Unternehmen den neuen Getriebeprüfstand kosten. Mit der neuen Ultra-Fan-Technologie, die in Dahlewitz entwickelt und gebaut wird, arbeite man an einem der zentralen Zukunftsthemen, sagt Stefan Wriege. Indirekt ist das auch ein Bekenntnis zu Europa nach dem Ja der Briten zum EU-Austritt „Wir hätten es uns anders gewünscht“, sagt Wriege, man werde die Entscheidung aber akzeptieren und glaubt, dass der Erfolg weitergeht. Seit 1990 hat Rolls-Royce allein in Deutschland mehr als drei Milliarden Euro investiert.

Von Christian Zielke

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