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Teltow-Fläming Blick hinter den eisernen Vorhang
Lokales Teltow-Fläming Blick hinter den eisernen Vorhang
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12:57 26.02.2018
Große Bühne für die Technik. „Tonmeister“ Jochen Neumann (M.) erläutert die Besonderheiten der Akustik im Stadttheater. Quelle: Hartmut F. Reck
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Luckenwalde

Knapp hundert Menschen tummelten sich am Samstagvormittag vor dem Luckenwalder Stadttheater gleich neben der Friedrich-Ebert-Grundschule. Alle zwei Jahre laden die Hüter des Hauses zu einem Tag der offenen Tür, um den Besuchern auch mal einen Blick hinter die Kulissen zu gewähren. Der Schwerpunkt der diesjährigen Führung durch den Luckenwalder Musentempel war die Theatertechnik.

Andreas Kitzing (r.), Veranstaltungsleiter des Theaters, begrüßte die Gäste im Theaterfoyer und informierte unter anderem über dessen Geschichte. Quelle: Hartmut F. Reck

Zunächst empfing Veranstaltungsleiter Andreas Kitzing die Gäste im Foyer und ging kurz auf die Geschichte des 1930 eröffneten Gebäudes ein. Als Kuriosum wies er auf die Anzahl der Garderobenhaken hin: 834, obwohl es nie so viele Sitze im Theatersaal gegeben hat. Nach dem jüngsten Umbau vor 20 Jahren sind es jetzt nur noch 726.

Abgekupferter „Kupferbau“

Auch räumte Kitzing mit der falschen Annahme auf, es handle sich beim Theater um ein Bauhaus-Gebäude. „Das hat mit Bauhaus nix zu tun“, sagte er. Er bezeichne es lieber als „Kupferbau“, weil die Pläne abgekupfert wurden. „Die Baupläne für das Stadttheater und die Schule wurden wohl von Bruno Taut geklaut“, sagte Kitzing. Der berühmte Architekt hatte sich damals an dem Planungswettbewerb beteiligt, aber den Zuschlag nicht erhalten. Dafür haben sich wohl die Luckenwalder Stadtplaner bei ihren Plänen an seinen orientiert.

In zwei Durchgängen wurden insgesamt etwa 200 Besucher durch das Theater geführt.. Quelle: Hartmut F. Reck

„Ich weiß, dass viele Besucher das Theater zum letzten Mal bei ihrer Jugendweihe von innen gesehen haben“, sagte Kitzing. Nichtsdestotrotz sei es für manchen ja auch interessanter, was sich so alles hinter der Bühne abspielt als auf ihr. Und in der Tat ist es erstaunlich, wie viel Technik sich hinter dem großen Bühnenvorhang verbirgt.

Im Orchestergraben ist es ganz schön eng. Quelle: Hartmut F. Reck

Dieser schwere Samtvorhang, so erläuterte Bühnenmeister Peter Migulla, nachdem die Besucher durch die „Wanne“, also den Orchestergraben, bis auf die Bühne geschleust worden waren, sei noch original und hänge dort seit nunmehr fast 88 Jahren. Bei der sonstigen Bühnentechnik habe es aber inzwischen einige Neuerungen gegeben, wobei das gesamte Gebäude und somit auch die Technik denkmalgeschützt seien. Dazu gehören zum Beispiel die Handkonterzüge, mit denen Kulissen oder LED-Leinwände per Hand und mit Hilfe von Gegengewichten hochgezogen und heruntergelassen werden können.

Bühnenmeister Peter Migulla (r.) demonstriert einen Handkonterzug, mit dem Kulissen und andere Gegenstände hochgezogen und heruntergelassen werden können. Quelle: Hartmut F. Reck

Da auf der Bühne viel Technik über den Köpfen der Schauspieler, Sänger, Musiker, Feuerwehrmänner und sonstiger Helfer schwebt, muss alles doppelt und dreifach abgesichert sein, erläuterte Migulla. Dann ließ er den eisernen Vorhang herunterfahren, der im Fall eines Brandes die Bühne vom Theatersaal trennt, und der dann obendrein beregnet wird, das Wasser läuft in zwei Gullis ab. Alles Vorrichtungen, an die man als Theaterbesucher nie im Leben denken würde, und die Gott sei Dank in Luckenwalde noch nie zur Anwendung kommen mussten.

Außerden ging es um die Beleuchtungs- und Tontechnik. Hier schwärmte besonders der ehrenamtliche „Tonmeister“ Jochen Neumann über die hervorragende Akustik. Nach fast zweistündiger Führung standen wieder etwa hundert Besucher vor dem Theater für die zweite Besichtigungsrunde.

Von Hartmut F. Reck

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