Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Teltow-Fläming Blinde Uhu-Dame wohnt nun im Wildpark
Lokales Teltow-Fläming Blinde Uhu-Dame wohnt nun im Wildpark
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:35 15.08.2016
Carina Buschmeier ist eine der Tierpflegerinnen, die sich im Wildpark Johannismühle um die blinde Uhu-Dame Jule kümmert. Quelle: Frank Pechhold
Anzeige
Johannismühle

Behutsam gibt Tierpflegerin Carina Buschmeier der blinden Uhu-Dame Jule einen Kuss. Viele Jahre pflegte und fütterte Klaus Gampert das gefiederte Maskottchen von Kummersdorf-Gut. Weil der 79-Jährige schwer erkrankte, wird die Eule nun im Wildpark Johannismühle betreut.

Hintergrund


2016 wurden zwei Sperber, drei Turmfalken im Wildpark Johannismühle abgegeben, die in Mückendorf und im Gewerbegebiet Baruth gefunden wurden.


Ernsthaft verletzte Vögel werden in die Kleintierklinik der Freien Universität Berlin gebracht. Vögel, die länger in der Voliere sein müssen, bis sie wieder fit sind, werden in der Greifvogelstation Oppelhain (Elbe-Elster) betreut.

Dort sahen sich Jule, Klaus Gampert und seine Frau Sieglinde erst kürzlich wieder. „Wir haben uns darüber gefreut, dass Jule so toll untergebracht ist“, sagt Sieglinde Gampert. Auch ein von ihrem Mann lange umsorgter, einäugiger Mäusebussard habe eine schöne Voliere bekommen. Nun erwäge man, die mit einer finanziellen Zuwendung verbundene Patenschaft für Jule zu übernehmen.

Um Jule und Hunderte andere verletzte Greifvögel kümmerte sich der ehemalige Gottower Förster Klaus Gampert seit der 1996 erfolgten Pensionierung ehrenamtlich in seiner Auffangstation. Jule war ein Verkehrsunfallopfer, das ein Jäger vor zwölf Jahren bei ihm abgab. Blind wäre sie in freier Wildbahn nicht in der Lage gewesen, Beute – Igel, Ratten, Mäuse, Kaninchen, Feldhasen, Tauben, Enten – zu schlagen. Damit der Uhu überlebt, musste ihn Gampert einige Monate zwangsfüttern. Seit es Jule wieder besser ging, saß sie tagsüber auf einem dicken Ast. Weil ihr Lieblings-Baum neben einer verschlossenen Zufahrt zum ehemaligen russischen Militärgelände steht, gaben ihr die Kummersdorf-Guter den Spitznamen Tor-Eule.

„Anfang Dezember 2015 bat uns Frau Gampert darum, alle Tiere aus der Auffangstation abzuholen“, so Wildpark-Geschäftsführer Julian Dorsch. Damals kämpfte Gampert auf der Intensivstation mit dem Tod. „Es war abzusehen, dass er die Vögel nicht mehr versorgen kann, wenn er aus dem Krankenhaus kommt“, so Dorsch.

Bei Gamperts Pflege-Vögeln handelte es sich um die blinde Jule, den einäugigen Mäusebussard und zwei Bussarde mit leichteren Blessuren. „Im Landesumweltamt hieß es erst, wir sollen die Vögel abholen, zum Tierarzt bringen und einschläfern lassen“, sagt Dorsch. Mit dieser Antwort gab sich Sieglinde Gampert nicht zufrieden. Am Ende fanden Jule und der inzwischen von den Pflegern auf den Namen Helmut getaufte Mäusebussard im Wildpark ein neues Zuhause. Die anderen beiden Bussarde wurden in Absprache mit dem Gadsdorfer Tierarzt Burkhard Otto in die Freiheit entlassen.

Gern würde Julian Dorsch die Lebensbedingungen für Jule noch ein bisschen verbessern, sie in einer Schauvoliere zeigen, vor der eine Tafel mit ihrer Geschichte steht. Sollte wirklich einmal das Geld dafür da sein, „müsste man mit den dafür zuständigen Behörden sprechen“, weiß Dorsch. „Im Prinzip darf man gefundene oder kranke Tiere nicht zur Schau stellen.“

Von Frank Pechhold

Teltow-Fläming MAZ-Fachgespräch mit Taxifahrer Axel Hupka - „Du musst Diesel im Blut haben“

Einmal zum Flughafen, bitte. Axel Hupka hat diesen Satz schon hunderte Mal gehört. Der Ludwigsfelder ist seit mehr als zehn Jahren Taxifahrer. Im MAZ-Fachgespräch erzählt er von gesprächigen Kunden, Arbeitseinsätzen am Silvesterabend und den Eigenheiten seines Autos.

15.08.2016

Entgegen dem Trend freut sich die Agarbranche über steigendes Interesse an den sogenannten „Grünen Berufen“. Falsche Berufsvorstellungen führen jedoch häufig zum Abbruch der Ausbildung. Umso wichtiger ist eine gute Vorarbeit.

15.08.2016

Das Schlendern durch das Museumsdorf Glashütte wird schnell zu einem Geschichtsausflug der besonderen Art. Beim Hüttenabend wurde dies jetzt noch gekrönt mit einem Besuch in der Schau-Manufaktur, wo man sich unter fachkundiger Anleitung in der Kunst des Glasblasens üben darf.

18.08.2016
Anzeige