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Blönsdorfer Schüler gegen Missbrauch gestärkt

Präventionsprojekt Blönsdorfer Schüler gegen Missbrauch gestärkt

Die Schwächsten stärken, bevor etwas passiert – das ist das Anliegen des Münchner Vereins „Power Child“. Am Freitag machte die Theatergruppe Halt an der Grundschule in Blönsdorf. Im Nachbarort Kaltenborn hatte zuletzt der Fall des zweifachen mutmaßlichen Kindsmörders Silvio S. für Verunsicherung gesorgt.

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Axel Brauch, Matthias Kupfer und Anika Pinter.

Quelle: Josefine Sack

Blönsdorf. „Nein heißt Nein!“ – die Botschaft klingt einfach, ist für viele Kinder aber nicht selbstverständlich. Mit dem gleichnamigen Theaterstück hat es sich der Verein „Power Child“ aus München zur Aufgabe gemacht, Kinder in ihrem Selbstbewusstsein zu stärken – und so sexuellem Missbrauch vorzubeugen. Am Freitag war das Theater zu Gast in der Grundschule Blönsdorf. Auch Schüler aus Werbig nahmen teil.

Verunsicherung nach Fall Silvio S.

Eingeladen hatte Schulleiter Uwe Gottwald: „Sie können sich sicher noch an die schrecklichen Vorfälle der zweifachen Kindstötung erinnern“, schrieb er zuvor in einem Elternbrief, in dem er sich auf die im Oktober getöteten Jungen, Elias und Mohamed, bezieht. Der mutmaßliche Mörder stammt ganz aus der Nähe, aus Kaltenborn. Die Staatsanwaltschaft Potsdam hat in dieser Woche Anklage gegen den 32 Jahre alten Silvio S. erhoben.

Die Verbrechen an den beiden Jungen, die Silvio S

Die Verbrechen an den beiden Jungen, die Silvio S. aus Kaltenborn begangen haben soll, sorgten im Herbst des vergangenen Jahres bundesweit für Entsetzen.

Quelle: Elinor Wenke

2011 hatte Gottwald das Theaterprojekt schon einmal an seine Schule geholt, nachdem ein mutmaßlicher Pädophiler in Altes Lager für Angst gesorgt hatte. „Ich will mir nicht vorwerfen lassen, nichts getan zu haben“, sagte Gottwald. Die Verunsicherung sei groß, auch im Kollegium. Am Donnerstag wurden die Lehrer geschult, abends wurde das Theaterstück vor Eltern aufgeführt. Mit dem Theater allein sei es nicht getan, sagte Moderatorin Britta Starke. Oft kommt die Bedrohung aus dem nahen sozialen Umfeld – also genau dort, wo Kinder Hilfe finden sollten. Umso wichtiger sei es, die Eltern in die Präventionsarbeit einzubeziehen, sagte sie.

„Nein heißt Nein“ ist ein herausforderndes Theaterstück mit viel Musik

In dem Stück lernen die Protagonisten Anna (Anika Pinter) und Anton (Axel Brauch) in verschiedenen Episoden ihre Grenzen kennen und zu verteidigen. So holt sich Anna nach einem Übergriff ihres Cousins bei ihren Eltern Unterstützung und Anton sagt „Nein“ zu einem Mann, der ihn mit dem neuesten Handymodell ködern will. Das Stück fordert die kleinen Zuschauer heraus und lässt zugleich Raum für Szenen, in denen gesungen und gelacht wird.

Ob der Mann in der Handy-Szene einen „Kindermörder“ darstellen sollte, wollte im Anschluss ein Mädchen wissen. „Auf jeden Fall war das ein Mann, der zu weit geht und übergriffig ist“, erklärte Schauspieler Matthias Kupfer. Wie sich die Kinder in solchen Situationen verhalten sollen, wissen sie jetzt: „Wer dich wann berühren darf, entscheidest du allein! Wenn’s mal nicht reicht, das Nein, dann solltest du ganz laut schrei’n!“, heißt es etwa auf der CD zum Theaterstück.

Infos zum Verein „Power Child“ gibt es hier.

Von Josefine Sack

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