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Teltow-Fläming Bogenschießen und Fußball auf Militärbrache
Lokales Teltow-Fläming Bogenschießen und Fußball auf Militärbrache
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00:35 20.06.2015
Quelle: MAZ
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Glau

Auf Wunsch und mit großer Eigeninitiative der Jugend der Johannischen Kirche soll in der Friedensstadt Glau auf einer Fläche von acht Hektar eine Sport- und Freizeitanlage entstehen. Es handelt sich dabei um das „Technikgelände Ost“neben der Photovoltaikanlage, das im vergangenen Jahr aufwendig von Altlasten der ehemaligen russischen Garnison beräumt wurde. Architekt Martin Lehmann stellte das Vorhaben im Trebbiner Bauausschuss vor.

Demnach sollen auf dem Gelände ein Kinderspielplatz, Kunst im öffentlichen Raum, ein Schulgarten und eine Leichtathletikanlage mit 400-Meter-Rundbahn und Sprunggrube errichtet und alles in einen Park eingebettet werden. Der vorhandene Fußballplatz samt Tribüne soll erhalten und ausgebaut werden. Für den neu etablierten Bogenschützenverein sollen ebenso Trainingsmöglichkeiten zur Verfügung stehen wie für Volleyball, Tischtennis und Streetball. „Außerdem brauchen wir Duschen, Umkleidemöglichkeiten und Geräteräume“, sagte Lehmann. Eine solche Anlage werde sowohl junge als auch ältere Menschen anziehen, die Aufenthaltsqualität in der Friedensstadt erhöhen und die gesamte Region einschließlich des Naturparks Nuthe-Nieplitz aufwerten.

Das Vorhaben hat nur einen Haken: „Die Fläche liegt im Landschaftsschutzgebiet ,Nuthetal­Beelitzer Sander’. Die Sport- und Freizeitanlage ist grundsätzlich nicht mit den Zielen des Landschaftsschutzgebietes vereinbar“, erklärte Lehmann. Die Fläche müsste durch das Aufstellen eines Bebauungsplanes aus dem Landschaftsschutzgebiet ausgegliedert werden, führte der Architekt aus und warb um die Zustimmung der Ausschussmitglieder und der Verwaltung. Bei der benachbarten Photovoltaikanlage war dies schon einmal gelungen, hatte allerdings Jahre gedauert.

Die Friedensstadt Glau

Die Friedensstadt Glau war von 1920 bis 1935 entstanden und später von den Nazis und dann von sowjetischen Truppen als Militärgelände genutzt worden. Seit 1994 baut die Johannische Kirche Stück für Stück ihre Siedlung wieder auf.

Für die Beseitigung der Hinterlassenschaften stellte die Johannische Kirche 150 000 Euro aus Pachteinnahmen der benachbarten Photovoltaikanlage bereit, doch das Geld reichte nicht. Daher war eine Spendenaktion nötig.

Beim Abriss der Garnison startete die Johannische Jugend im Sommer 2014 ein spektakuläre Aktion. Sie versteigerte das Betätigen des Knopfes zur Sprengung von zwei Türmen. Für den ersten Knopfdruck kamen 10 001 Euro zusammen, weitere 10 000 Euro von einem anonymen Spender und 4500 Euro für den zweiten Knopfdruck.

Vize-Ausschussvorsitzender Peter Mann (SPD) sagte sofort seine volle persönliche Unterstützung zu. „Mir ist sowieso unerklärlich, wie man so eine Fläche als Schutzgebiet ausweisen kann“, sagte er. Mann würdigte das Engagement der Jugendlichen, die bei der Altlastenberäumung Hand anlegten und mit frischen Ideen finanzielle Mittel einwarben. „Ich bin positiv überrascht, wie konsequent die Johannische Kirche die Friedensstadt entwickelt“, sagte er.

Skeptischer zeigte sich René Haase (CDU). „Wir haben in Trebbin eine tolle Sport- und Freizeitanlage, die auch von den Ortsteilen genutzt werden kann“, sagte er und wollte wissen, mit welcher finanziellen Belastung die Stadt zu rechnen habe. „Die Stadt wird finanziell nicht beteiligt“, versicherte Lehmann.

„Die Verwaltung begrüßt das Vorhaben und wird die Beschlüsse vorbereiten“, sagte Bauabteilungsleiter Klaus-Dieter Huschke. Er empfahl, sich um Fördermittel aus dem europäischen Leader-Programm zu bemühen. Auch Paul Schuchardt (UFW) und Hendrik Bartl (parteilos) signalisierten ihre Zustimmung. Von heut auf morgen wird die Freizeitanlage jedoch nicht zu nutzen sein. „Wir werden wohl zwei bis drei Jahre für die Verfahren brauchen“, sagte Lehmann gegenüber der MAZ.

Von Elinor Wenke

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