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Teltow-Fläming Borgisdorfer Schäfer hat keine Angst vorm Wolf
Lokales Teltow-Fläming Borgisdorfer Schäfer hat keine Angst vorm Wolf
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00:20 10.11.2017
Anhand von Bildern und Videos zeigte Jürgen Körner, wie seine Herdenschutzhunde arbeiten.  Quelle: Isabelle Richter
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Altes Lager

 Als Schäfer Jürgen Körner im Jahr 2003 den Schritt in die Selbstständigkeit wagte, ahnte er noch nicht, dass sich ein paar Jahre später auch in seiner Region vermehrt Wölfe niederlassen würden. 2006 hörte der Borgisdorfer dann von ersten Wolfssichtungen in der Lausitz. Von da an war ihm klar, dass es nicht mehr lange dauern würde, bis der Wolf auch bei ihm zu einem bestimmenden Thema wird.

Spezielle Herdenschutzhunde

Der Schäfer zögerte nicht lange und schaffte sich noch im selben Jahr seine ersten Pyrenäenberghunde an. Der erste Wurf folgte 2009. Aktuell zieht er den Zehnten auf. Beim Seniorennachmittag am Montagnachmittag im Kulturzentrum „Das Haus“ in Altes Lager informierte Jürgen Körner seine Gäste darüber, warum der Einsatz der speziellen Herdenschutzhunde für seine Arbeit inzwischen unabdingbar geworden ist.

Ein Pyrenäenberghund als Aufpasser. Quelle: dpa (Archiv)

Zwar gelten Elektrozäune noch immer als sicherer Schutz vor einem Angriff. Doch „mittlerweile beweisen Tatsachen, dass der Wolf springt“, erklärt der Schäfer. Erst durch seine Hunde sei es dem Borgisdorfer möglich, in der Nacht wieder ruhig zu schlafen. Denn die Herdenschutzhunde erreichen allein durch ihre Präsenz etwas, was ein Zaun allein nicht hergibt. „Wenn ein Hund ihn verletzen würde, könnte er nicht mehr jagen und das weiß der Wolf“, erklärt Körner das Prinzip. Die Folge: Der Wolf zieht sich zurück.

Keine staatliche Unterstützung

Vor gut sechs Wochen berichtet der Schäfer habe eine Schätzung ergeben, dass sich getrennt in Jüterbog Ost und West jeweils etwa drei Wolfsrudel herumtreiben. Vortragsbesucherin Christina Wünschel aus Altes Lager bestätigt, auch sie habe bei ihren Spaziergängen auf dem ehemaligen Jüterboger Schießplatz und durch die Fröhdener Heide bereits Begegnungen mit Wölfen gehabt. Dass bei Jürgen Körner bisher kein einziges seiner mittlerweile 1 700 Bentheimer- und Suffolkschafe dem grauen Jäger zum Opfer fielen, sieht Körner als Bestätigung seiner Entscheidung. Ärgerlich nur: Staatliche Unterstützung gibt es derzeit nur für den mechanischen Herdenschutz. Für den Unterhalt seiner Hunde aufkommen muss der Schäfer deshalb allein. Eine große finanzielle Belastung, die Körner aber in Kauf nimmt. Denn auch weiterhin wolle er auf den doppelten Schutz setzen. Als Lösung des Kostenproblems wäre für ihn eine Weideschutzprämie denkbar. „Damit wäre es jedem selber überlassen, wie er die Tiere schützt“, erklärt er.

Auf die Frage, warum der Wolf eigentlich kein Wild reiße hatte Körner eine simple Antwort: „Das Wild rennt weg. Die Schafe stehen da.“ Dass der Wolf in einigen Regionen seine natürliche Scheu verloren habe, könne er sich im Übrigen nur so erklären, dass er dort vom Menschen selbst angefüttert wurde.

Von Isabelle Richter

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