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Teltow-Fläming Borgisdorfer baut eigenes Heimatmuseum
Lokales Teltow-Fläming Borgisdorfer baut eigenes Heimatmuseum
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00:19 18.08.2017
Vor wenigen Tagen besichtigten Ortsvorsteher und Dorffest-Organisation den 84-jährigen Sammler und machen nun beim Dorffest für ihn Reklame. Quelle: Uwe Klemens
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Borgisdorf

„Richard Schulzes Heimatmuseum“ steht, eingebrannt auf einem lackiertem Holztäfelchen, an der Tür zum Dachboden des Borgisdorfers. „Na ja, das ist ein Geschenk von Bekannten, aber ziemlich hochgestapelt“, sagt der 84-jährige, der für Besucher gern „die Türe losmacht“, wie man in seiner Generation hierzulande noch zu sagen pflegte. Wer den Fuß über die hölzerne Schwelle in Schulzes Reich setzt, ist für die nächsten Stunden beschäftigt.

Dass der Begriff „Heimatmuseum“ eher unter- als übertrieben ist, und das Schlendern durch die Fülle der Exponate, ehe man sich’s versieht, zu einem lebendigen Ausflug in die Vergangenheit wird, merkt man als Besucher schon nach den ersten Schritten. Dabei ist der Raum mit dem Brandschrift-Täfelchen nur der erste von vielen.

Die Vergangenheit zu möblieren, wäre kein Problem

Würde jemand sich per Zeitmaschine um 30 oder auch 80 Jahre zurückversetzen – Richard Schulze hätte keine Mühe, dessen Haus und seine Wirtschaft komplett zu möblieren. Die Handwerkskunst und den Einfallsreichtum früherer Generationen hat Schulz in unzähligen Varianten vorrätig. Welche Hacke für den Kartoffelanbau, welche Sense für Feld und Garten, welches Tiergeschirr zum Ziehen von Kutsche und Wagen darf’s sein, bitteschön?

Möbel, Waschtische, Kannen, Geschirr, Lampen, Schalter, Schlösser, Riegel, Pumpen und Wasserhähne hat der ehemalige Landwirt zusammengetragen. Ein Nachttopf, ans Verdeck des Kinderwagens gehängt, mit dem Richard Schulze in jüngsten Jahren noch selbst chauffiert wurde, liefert dem Sammler die Vorlage zu einem der Witze, mit denen er seine Besucher herumführt. Der Witz klappt immer, denn wer kann schon auf Anhieb den Unterschied zwischen Nacht- und Kochtopf sagen? Zuckt man mit den Achseln, hat man schon verloren. „Das müssen ja früher bei euch Verhältnisse gewesen sein“, hakt der Museumsdirektor ein und die Führung geht weiter.

„Ich zähle nicht, ich sammle“

Aus wie viele Exponaten die Sammlung inzwischen besteht, kann auch Richard Schulze nicht sagen. „Ich zähle nicht, ich sammle“, sagt er. Der kleinere Teil der Gegenstände stammt aus der eigenen Wirtschaft. Als der Borgisdorfer Mitte der 90er Jahre eine ähnlich geartete, aber deutlich kleinere Ausstellung sah, dachte er bei sich: „Das kann ich auch!“ Und er fing an, Scheune, Ställe und sonstige Räume nach Verwendbarem zu durchsuchen. Bekannte und Verwandte, die von der entfachten Sammellust erfuhren, steuerten im Laufe der Jahre unzählige Exponate mit den Worten bei: „Bei dir ist es besser aufgehoben.“ Damit lagen sie wohl richtig.

Als das alte Gerätehaus der Borgisdorfer Wehr aufgelöst wurde, lagerte Schulze vieles von dem, was sonst vernichtet worden wäre, bei sich ein. Haspel, Helme, Koppel, Schlauchkupplungen und sogar eine große Schlauchhaspel geben Auskunft darüber, wie schwer es Feuerwehrleute früher so hatten.

Große Reklame will der Museums-Chef nicht

Große Reklame machen für sein Museum will Richard Schulze nicht. „Aber wer davon erfährt und vor der Tür steht, kommt rein“, sagt er über sein Credo, von dem mittlerweile sogar Menschen aus den alten Bundesländern oder Fernsehteams Gebrauch gemacht haben. „Nur von den Borgisdorfern waren bisher nur wenige da“, sagt Schulze. Gemeinsam mit Organisationen des Dorffestes entstand die Idee, das Schulze-Museum beim Dorffest am 2. September ganztägig zu öffnen. Wer ausreichend Zeit mitnimmt, hat mehr davon.

Von Uwe Klemens

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