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Boxtalente aus Dagestan starten ins Trainingslager

Ludwigsfelde Boxtalente aus Dagestan starten ins Trainingslager

Die beiden Brüder Abdu und Ramasan Rachman sind Boxtalente. Doch fast hätten die Flüchtlingsjungen aus Dagestan nicht mit ins Trainingslager des Vereins Ring frei Ludwigsfelde fahren können – ihre Eltern haben die je 50 Euro Teilnahmebeitrag keinesfalls.

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Landestrainer Thomas Papp trainiert beim Verein Ringfrei Ludwigsfelde auch die Brüder Ramasan (l.) und Abdu Rachman.

Quelle: fJutta Abromeit

Ludwigsfelde. Abdu und Ramasan Rachman können nun doch am Montag mit vier Jungs vom Ludwigsfelder Boxverein „Ring frei“ ins Trainingslager nach Cottbus fahren. Das war bis Anfang der Woche unklar, die Eltern der Flüchtlingskinder hätten die zweimal 50 Euro für ihre beiden Söhne keinesfalls gehabt.

Eigentlich trainieren drei Rachman-Brüder bei „Ring frei“. Doch Landestrainer Thomas Papp kann nur sechs Jungs mitnehmen. „Ich musste sowieso schon auswählen. Aber die beiden haben Talent, kommen regelmäßig zum Training und sind fleißig.“ Nur mit dem Deutschsprechen hapert es noch bei dem Neun- und dem Elfjährigen. Sie verstehen vieles, aber was sie sagen möchten muss oft noch ihr zwölfjähriger Bruder übersetzen.

Unterstützung von der Stadt

Dafür werden die beiden Jüngeren nächstes Wochenende erzählen, was sie im Trainingslager gelernt haben. Möglich wird dieser Ausflug für die beiden Jungen aus der russischen Teilrepublik Dagestan im Nordkaukasus dank ihres Trainers. Der hatte sich an die Stadt gewandt, damit die beiden Talente mitfahren können.

Marina Ujlaki, die Ludwigsfelder Integrationsbeauftragte, erklärt, warum Flüchtlingskoordinator Dirk Krause und der Stadt dran gelegen ist, dem Verein zu helfen und Lehrgänge wie den in Cottbus zu unterstützen: „Ring frei ist offen für Menschen jeglicher Herkunft und ein sehr gutes Beispiel für gelebte Integration, dem hoffentlich noch mehr Ludwigsfelder Vereine folgen, ob im Sport, in der Kultur oder der Freizeit.“ Die Vereine sind Begegnungsmöglichkeiten, so Ujlaki. „Es entstehen soziale Kontakte auf Augenhöhe, die ganz wichtig sind. Außerdem schweißen gemeinsame Erfolge auch zusammen. Und ganz nebenbei werden Sprachbarrieren überwunden.“ Sportler, die sich vom Boxen oder Fußball her kennen, helfen sich dann auch im Alltag, in der Schule oder beispielsweise beim Umzug in eine neue Wohnung, davon ist die Integrationsbeauftragte überzeugt. Oft genug habe sie das in den zurückliegenden Jahrzehnten in Ludwigsfelde erlebt. Und sie sagt: „Deshalb wünschen wir uns noch viel mehr ehrenamtliche Unterstützungsangebote. Das hatten der Bürgermeister und der Flüchtlingskoordinator ja auch auf unserer Integrationskonferenz im Sommer thematisiert.“ Einige Vereine lebten diese Begegnungskultur schon, neben Ring frei zum Beispiel der SV Siethen, die Ludwigsfelder Fußballer, der Judoverein, der Verein Orientalischer Tanz und Kultur oder der Ludwigsfelder Frauenstammtisch.

Integrationsbeauftragte wünscht sich Offenheit in Vereinen

Insgesamt seien es aber von mehr als 100 Vereinen in der Stadt noch zu wenige, so Marina Ujlaki. „Wir wünschen uns mehr Offenheit für Flüchtlinge in Vereinen. Nicht zuletzt, weil Spiel, Sport und Kultur wichtige Mittel sind, um gegenseitige Vorurteile abzubauen.“ Gern könnten sich Vereine bei ihr oder Flüchtlingskoordinator Dirk Krause melden.

Von Jutta Abromeit

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