Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Teltow-Fläming Brandenburg ist das einzige Bundesland mit einer Wasser-Akademie
Lokales Teltow-Fläming Brandenburg ist das einzige Bundesland mit einer Wasser-Akademie
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:22 03.08.2018
Drei Wasserakademie-Vertreter (r.) Anfang Juli bei der Eröffnungszeremonie für ein Trinkwasserlabor im mongolischen Murun.p Quelle: rivat
Königs Wusterhausen/Ludwigsfelde

Das Flächenland Brandenburg hat wasserwirtschaftlich ganz andere Probleme als große Orte, erst recht andere als die Bundeshauptstadt. Praktiker der Region südlich von Berlin fanden in keinem existierenden Gremium Lösungen für diese speziellen wasserwirtschaftlichen Sorgen, deshalb gründeten sie 2015 den Verein Brandenburgische Wasserakademie.

Die Brandenburgische Wasserakademie wurde 2015 in Schönefeld als gemeinnütziger Verein gegründet. Er will die wissenschaftliche, theoretische und praktisch berufsbegleitende Aus- und Weiterbildung von Fach- und Führungskräften der Wasser- und Abwasserbranche fördern und selbst durchführen.

Der Verein Wasserakademie hat vom Landwirtschaftsministerium eine Förderung von 80000 Euro für das Projekt „Handlungsmatrix zur Beteiligung am Leitbildprozess Zukunftsfähige Siedlungswasserwirtschaft“ bekommen.

Damit sind die Initiatoren um die Verbandsvorsteher Peter Sczepanski (Märkischer Abwasser-/Wasserzweckverband MAWV) und Hans-Reiner Aethner (Wasserzweckverband Region Ludwigsfelde Warl) oder Schönefelds Bürgermeister Udo Haase (parteilos) deutschlandweit Vorreiter – Brandenburg ist das erste und bisher einzige Bundesland mit einer solchen gemeinnützigen Wasserakademie.

Inzwischen zählt der Verein knapp 80 Mitglieder, ihm gehören neben Wasserzweckverbänden auch Firmen und Privatpersonen an. Akademie-Präsident ist Peter Sczepanski.

Brandenburg hat andere Sorgen als Berlin

Sein Vize Hans-Reiner Aethner erklärt, warum er und seine Kollegen trotz ihrer ohnehin schon reichlich vorhandenen Arbeit diesen Schritt gingen: „Alle Wasserverbände legen ihren Fokus auf die Städte. Aber der Großraum Berlin-Brandenburg hat sieben Millionen Einwohner, davon lebt die Hälfte nicht in Berlin.“

Für deren Wasserver- und Abwasserentsorgung spielt bei der Landwirtschaft zum Beispiel die Riesendiskussion um Nitrateinträge ins Grundwassere naturgemäß eine ganz andere Rolle als für Berliner. „Brandenburg versorgt sich zu 100 Prozent aus Grundwasser. Da geht es permanent um die Qualität“, so Aethner.

Braune Spree, dünnere Rohre

Als weitere Beispiele nennt er das Thema Braune Spree, also die Eisenhydroxid- und Sulfatbelastung des Flusses durch die Tagebaue in der Lausitz, oder das Verlegen und Sanieren von Wasserkanälen. „In Berlin sind wegen der Einwohner-Konzentration 2000er Leitungen nötig, also Rohre mit zwei Metern Durchmesser. In Brandenburg arbeiten wir mit maximal 400er Leitungen.“

Hinzu komme der mangelnde Austausch von Verantwortlichen zwischen verschiedensten Gremien, erklärt Aethner. Und nach seinen Worten könnten sich viele Wasserverbände teure Verbandsmitgliedschaften gar nicht leisten, deshalb bietet der Verein spezielle Informationen an, etwa zum Datenschutz oder zur Umsatzsteuer.

Hauptstadt und Umland brauchen sich

Auf keinen Fall jedoch gehe es jedoch um separate Lösungen ohne Berlin, betont er. Denn wasserwirtschaftlich müssten Umland und Bundeshauptstadt eng zusammenarbeiten, deshalb seien die Berliner Wasserbetriebe ebenfalls Akademie-Mitglied, sagt Aethner.

Des weiteren betont er: „Und wir sind nicht, wie anfangs hier im Umfeld befürchtet, Konkurrenz zu Bildungseinrichtungen wie Fachhochschulen oder Unis. Im Gegenteil: Wir vermitteln zwischen allen Partnern, die mit Wasserwirtschaft und Politik zu tun haben.“

Kooperationen und Veranstaltungen

So hat die Wasserakademie 2017 eine Kooperationsvereinbarung mit der Berliner Beuth-Hochschule für Technik abgeschlossen, um Studenten der Region berufliche Perspektiven zu bieten und Fach- oder Führungskräften die Wege zu wissenschaftlichen Ausbildungen zu ebnen. „Kooperationen bestehen auch mit der Fachhochschule Potsdam und der Uni Cottbus-Senftenberg“, so Aethner weiter.

Mit letzterer hatte die Wasserakademie 2017 den 2. Brandenburger Sanierungstag in Cottbus organisiert. Dort war es unter dem Motto „Grabenlos sanieren im Flächenland“ um Material, Technologien und Sanierungskonzepte für die unterirdische Siedlungswasserstruktur gegangen.

Wasser-Hilfe für die Mongolei

Einen großen Teil der ehrenamtlichen Vereinskräfte bindet derzeit ein internationales Projekt: die wasserwirtschaftliche Kooperation mit der mongolischen Provinz Murun. Die Stadt Baruth hilft dort, ein handwerkliches Ausbildungszentrum aufzubauen.

Beteiligt daran ist auch der städtische Wasser- und Abwasser-Eigenbetrieb Wabau, der ebenfalls Mitglied der Wasserakademie ist. Die mongolische Zentralregierung plant zurzeit mehr als ein Dutzend großer Kläranlagen im Land, eine könnte mit deutscher Hilfe in Murun entstehen.

Langfristige Strategien sind das Ziel

Der noch jungen gemeinnützigen Wasserakademie geht es nicht nur um die nächsten absehbaren wasserwirtschaftlichen Schritte, sondern um zukunftsfähige Strategien. Dabei ist der Masterplan 2040 für den BER ein großes Thema.

Wenn die Flughafengesellschaft 2050 mit bis zu 50 Millionen Fluggästen auf dem dann einzigen Flughafen Berlins rechnet, dann stehen auch neue wassertechnische Fragen an. Akademie-Sprecher André Beck formuliert es so: „Was gibt es zu tun und wo liegen die Kompetenzen, damit ein Airport zumindest bei Wasser- und Abwasser keine Bruchlandung erlebt?“

Großes Thema: Siedlungswasserwirtschaft

Einen neuen großen Schritt geht die Akademie im August: Federführend will sie den 2015 mit dem Altanschließer-Problem in der Versenkung verschwundenen Initiativkreis Leitbild Siedlungswasserwirtschaft wieder beleben.

„Da steckt so viel an Energie und Wissen drin, das muss einfach genutzt werden“, sagt Akademie-Präsident Peter Sczepanski. Der 58-Jährige ist diplomierter Wasserwirtschaftler und war nach seiner Berliner Zeit bei den Wasserbetrieben auch einige Jahre in Budapest technischer Leiter der Kanalisationswerke.

Zur Wasserakademie, in der viel Herzblut stecke, sagt er: „Wir sehen für die hiesigen Wasserverbände einen großen Bedarf an passgenauer Schulung für die konkreten brandenburgischen Bedingungen ohne Gewinnabsicht, sondern zum Selbstkostenpreis.“

Von Jutta Abromeit

Der Streit ging bis vor den Bundesgerichtshof. Verloren hat Anne Radvanyi, Enkelin von Anna Seghers. Nun muss das Grundstück am Tiefen See in Prieros geräumt werden. Dem Sommerhaus droht der Abriss.

03.08.2018

Der Sommer hat die Region seit Wochen im Griff – die heißen Temperaturen machen den Menschen schwer zu schaffen. Doch bislang mussten nur wenige Patienten mit Hitzschlag ins Krankenhaus.

31.07.2018

Mehr als 50 offizielle Badestellen gibt es in Teltow-Fläming und Dahme-Spreewald. Alle haben eine „ausgezeichnete“ Qualität. Trotzdem warnen die Gesundheitsämter an einigen Orten zur Vorsicht.

31.07.2018