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Brandenburger sind auf den Hund gekommen

Anmeldungen gestiegen Brandenburger sind auf den Hund gekommen

Immer mehr Brandenburger schaffen sich einen Hund an. Die beliebtesten Rassen: der Deutsche Schäferhund und Labrador Retriever. Sie gelten als pflegeleicht. Doch bei falscher Haltung und fehlender Förderung kann es auch mit ihnen zu Problemen kommen. Zudem ist nicht jeder Hund für Kinder geeignet. Wir haben uns exemplarisch in der Region umgesehen.

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Diese zwei Fellnasen bereichern ab und an unsere MAZ-Redaktion.

Quelle: Gudrun Ott

Dahmeland-Fläming. Hunde sind die populärsten Haustiere in der Region. Im Jahr 2015 waren 26 304 Exemplare in den Landkreisen Teltow-Fläming und Dahme-Spreewald steuerpflichtig angemeldet. In vielen Kommunen stieg die Zahl der Hundeanmeldungen in den vergangenen fünf Jahren leicht an. Im Durchschnitt kommen 9,3 Hunde auf 100 Einwohner. Statistisch gesehen halten die Menschen in Nuthe-Urstromtal die meisten Hunde, das Verhältnis von Hunden zu Einwohnern liegt dort bei 1:6,6. Die Luckenwalder halten am wenigsten, dort kommt ein Vierbeiner auf 15 Einwohner.

Labrador Retriever werden besonders häufig gewählt

Labrador Retriever werden besonders häufig gewählt.

Quelle: AFP

Deutsche Schäferhunde und Labrador Retriever sind seit Jahren die beliebtesten Hunderassen bei den Haltern in der Region. Sie waren auch bei der Haustierregistrierungsstelle Tasso am häufigsten gemeldet. Die Registrierung ist freiwillig und hilft, vermisste Tiere wiederzufinden. Aus Teltow-Fläming wurden laut Tasso-Sprecherin Laura Simon im vergangenen Jahr 13162 Hunde registriert, aus Dahme-Spreewald waren es 12364. Zum Vergleich: Im selben Zeitraum registrierte Tasso in beiden Kreisen 7525 Katzen.

Jeder Hund hat seine eigene Persönlichkeit

Doreen Hörchner vom „Martin Rütter Dogs Zentrum für Menschen mit Hund“ in Zossen weiß, weshalb Schäferhunde und Labrador Retriever gut ankommen: Dem Schäferhund würden Eigenschaften wie Treue, Anhänglichkeit und Klugheit zugeordnet. Labradore haben das Image des idealen Familienhundes, der sich von alleine erzieht. Doch Hundetrainerin Doreen Hörchner warnt davor, die Dinge zu einfach zu sehen.

Schäferhunde sind beliebt

Schäferhunde sind beliebt. Sie haben ihre eigenen Bedürfnisse, die erfüllt werden sollten.

Quelle: dpa

„Jede Rasse hat ihre Bedürfnisse und jeder Hund seine Persönlichkeit“, sagt sie. „Wenn die nicht beachtet werden, kommt es auch bei als pflegeleicht geltenden Hunden zu Problemen wie Angstzuständen oder Beißattacken.“ Dann kommt Doreen Hörchner ins Spiel. Sie ist darauf spezialisiert, verhaltensauffällige Hunde zu trainieren.

Laut Hörchner ist der Grund für Beißattacken ein falscher Umgang des Besitzers mit seinem Tier. Die Hunde müssten sowohl körperlich als auch geistig ausreichend ausgelastet sein. Doch das würden viele Menschen nicht verstehen und den Hund nach einem Vorfall vorschnell weggeben oder einschläfern lassen. „Mit entsprechendem Training kann man viel erreichen“, sagt Hörchner.

Nicht alle Hunde sind für Kinder geeignet

Von bestimmten Hunderassen rät sie ab, wenn eine Familie kleine Kinder hat. So seien Hütehunde, zu denen zum Beispiel der Border Collie zählt, ungeeignet. Sie werden gezüchtet, um Schafe zu hüten und seien mit kleinen Kindern überfordert. Allgemein rät Doreen Hörchner dazu, sich vor dem Kauf von Hundeexperten beraten zu lassen. „Der Mensch muss zum Hund passen.“

Ein eher außergewöhnlicher Hund, der Mops, wird zurzeit vor allem von jungen Erwachsenen gekauft. Das berichtet Olaf Dräbing, der die von Loriot verehrte Rasse seit 1989 in Dabendorf züchtet. Auch ein Mops hat spezielle Bedürfnisse: „Man muss seine Nasenfalten sauberhalten und aufpassen, dass er n


Vom Charakter her ist der Mops sehr verspielt und verfressen, auch darauf sollten seine Besitzer achten. „Mehr als sechs Stunden sollte kein Hund alleine zuhause bleiben“, sagt Dräbing. „Das wäre Tierquälerei.“ Gerade bei den Berufstätigen fragt der Züchter gezielt nach, ob sie dem Mops auch ausreichend Gesellschaft leisten können. „Viele nehmen das Tier mit ins Büro“, sagt er.

Achtung vor illegalen Welpenhändlern

Wer sich einen Hund kaufen will, der sollte neben der richtigen Rasse auch darauf achten, dass die Züchter seriös sind. So warnte das Veterinäramt in Dahme-Spreewald 2013, dass immer mehr Hundebabys von illegalen Welpenhändlern aus dem In- und Ausland gekauft werden. Die Gefahr dabei: Die Welpen tragen häufig das lebensgefährliche Canine Parvovirus in sich, dessen Ausbruch tödlich verlaufen kann.

Das Veterinäramt gibt auch Hinweise zum Erkennen von seriösen Züchtern: Die halten einen Impfpass bereit, aus dem das Alter und die Herkunft des Welpen, die Entwurmungen und die erste Impfung hervorgehen. Bei der Besichtigung muss auch das Muttertier vor Ort sein. Stammen die Welpen aus dem Ausland, müssen sie einen gültigen EU-Heimtierausweis besitzen, innerhalb Deutschlands gilt der gelbe Internationale Impfpass. Welpen dürfen erst ab einem Alter von acht Wochen verkauft werden.

Von Anja Meyer

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