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Brenzlige Situation bei der Feuerwehr

Baruth Brenzlige Situation bei der Feuerwehr

Bei der Feuerwehr in Baruth brennt es lichterloh. Tagsüber ist die Einsatzbereitschaft vor allem in der Kernstadt gefährdet. Einerseits gibt es zu wenig Kameraden. Andererseits arbeiten fast alle 20 aktiven Einsatzkräfte auswärts und können deshalb im Alarmfall nicht innerhalb kurzer Zeit in Baruth zu sein und mit auszurücken.

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Truppmann-Ausbildung vor der Feuerwache in Baruth: Jugendwart Benjamin Zahl (l.) zeigt den angehenden Einsatzkräften, wie man mit einem hydraulischen Spreizgerät eine Autotür öffnet, um ein verletztes Unfallopfer zu retten.

Quelle: foto: Frank Pechhold

Baruth. Brenzlig ist die personelle Situation bei der Freiwilligen Feuerwehr Baruth. Besonders in der Kernstadt fehlt es an Kameraden, die tagsüber im Alarmfall verfügbar sind. Das bereitet den Verantwortlichen starkes Kopfzerbrechen.

„Wir haben in den vergangenen Jahren viel in die Ausrüstung, Technik und Gerätehäuser investiert. Aber das nutzt alles nichts, wenn nicht genug Kameraden da sind“, so Bürgermeister Peter Ilk (parteilos). Vor allem fehle es an Leuten, die tagsüber zu Einsätzen ausrücken können. Die Hauptgründe für den Personalnotstand seien Wegzug und Vollbeschäftigung, so Stadtbrandmeister René Mydaß. Beispielsweise gibt es in Baruth 20 aktive Kameraden. Eigentlich müssten es 54 sein, um die Einsatzbereitschaft rund um die Uhr zu gewährleisten. „Leider sind viele Kameraden im Alter von 25 bis 40 Jahren weg gezogen, weil sie woanders Arbeit oder in der Stadt keine Wohnung gefunden haben“. Diesen personellen Aderlass habe man nicht mit Nachwuchs aus den eigenen Reihen stoppen können. Zudem seien alle 20 aktiven Kameraden berufstätig. „Die meisten arbeiten so weit weg, dass sie im Alarmfall nicht innerhalb von fünf Minuten in Baruth sein können“. Ähnlich sehe es mit der Tagesverfügbarkeit in den Dörfern aus. „Wobei mir die Situation da nicht so große Bauchschmerzen bereitet wie die in Baruth“.

Ideen: Bauhof mit Feuerwehrleuten und Außenwache im Industriegebiet

Aktuell liegen mehrere Vorschläge auf dem Tisch, um die personelle Misere zu mildern. „Da gibt es verschiedene Denkmodelle“, so Bürgermeister Ilk. Beispielsweise könnte man einen Bauhof mit drei, vier Mitarbeitern aufbauen, die zugleich bei der Feuerwehr sind. „Die Bauhofmitarbeiter wären als schnelle Eingreiftruppe unterwegs, um ein paar Quadratmeter zu pflastern oder einen kaputten Zaun zu flicken. Und im Alarmfall könnten sie die Schippen fallen lassen und zu Einsätzen ausrücken.“ Weiter überlege man, im Industriegebiet gemeinsam mit den hier ansässigen Firmen eine Feuerwehr-Außenwache einzurichten. „Eine ganze Reihe von Kameraden arbeitet in den großen Betrieben“, weiß Ilk. Allerdings würden einige Feuerwehrleute im Alarmfall nicht wie gesetzlich vorgeschrieben von der Arbeit frei gestellt, sagt Stadtbrandmeister Mydaß. Andere wiederum würden es trotz Freistellung nicht innerhalb der geforderten Zeit zu ihrer Ortswehr schaffen. „Wenn es im Industriegebiet eine Außenwache gäbe, könnten diese Kameraden sofort ins Löschfahrzeug einsteigen und ausrücken“, sagt Mirko Urbanek. Der freiwillige Mückendorfer Feuerwehrmann ist hauptberuflich im Baruther Ordnungsamt für den Brandschutz und damit auch die Truppmann-Ausbildung verantwortlich. „Das ist die Grundausbildung bei der Feuerwehr. Erst wer die absolviert hat, darf mit zu Einsätzen ausrücken“, sagt er. Er freut sich über jeden erfolgreichen Truppmann. An dem aktuellen Kurs nehmen 16 Kameraden aus Mückendorf, Paplitz, Petkus, Ließen, Radeland und Baruth teil. An sechs Wochenenden wird ihnen innerhalb von 70 Stunden Basiswissen vermittelt: von Rechtsgrundlagen über Löschangriff bis zur technischen Hilfeleistung. Wer die abschließende Prüfung besteht, der erhält eine Truppmann-Urkunde. Angemessener Rahmen für die Übergabe der Urkunden ist die am 17. Juni bevorstehende Einweihung des neuen Gerätehauses in Dornswalde.

Von Frank Pechhold

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