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Teltow-Fläming Brockenhexen-Tag im Dorf
Lokales Teltow-Fläming Brockenhexen-Tag im Dorf
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00:18 05.05.2017
Henri Baade (links) und Björn Henneck von der Truppe „Roter Stern“ aus Hennickendorf mit ihren Brockenhexen Quelle: Gudrun Ott
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Schöneiche

„Wer sich einen Mann sucht, der Brockenhexen-verrückt ist, zieht die ganze Familie mit“, Melanie Rühl wies auf ihren Freund Sven Diebert und kletterte als Boxenluder im Hexenkostüm auf den Trecker, während der Zweimeter-mann schon hinten am Einschar-Pferdepflug stand in der Hoffnung, eine möglichst gerade Furche zustande zu bringen. Denn die sogenannten Boxenluder geben bei diesem Rennen das Tempo vor. Im vergangenen Jahr hatte Melanie beim Wettpflügen das „Goldene Lenkrad“ gewonnen.

Rundfahrt durchs Dorf

Jedes Jahr am 30. April organisiert die Brockenhexen-Gemeinschaft Schöneiche ein Fest, das inzwischen immer mehr Menschen aus der ganzen Region anlockt. 53 Trecker traten diesmal beim Wettpflügen, beim Parcours sowie beim Pflügen in der Dunkelheit an. Und natürlich durfte die alte Technik zuvor beim Treffen auf der Dorfaue und bei der Rundfahrt durch den Ort gebührend bewundert werden. Brockenhexen-Fan Michael Schmidt aus Gallun lobte die Bereitschaft, die ersten DDR-Traktoren am Leben zu erhalten. „Manche sind aufgehübscht, anderen sieht man die Feldarbeit noch an. Schmuckstücke sind sie alle.“

Den Trecker der Marke Eigenbau bekamen Janko Theisen (links) und seine Frau Kerstin zur Hochzeit geschenkt. Quelle: Gudrun Ott

Von 1949 bis 1952 wurden die Brockenhexen im VEB Schlepperwerk Nordhausen gebaut. „Genau 1935 Stück sind es gewesen“, weiß Gerd Baade aus Potsdam. Der Berufskraftfahrer hat seinen Bruder begleitet und bedauert, dass die eigene Brockenhexe wegen diverser anstehender Schraubarbeiten in der Scheune bleiben musste.

Vereinigung vor 16 Jahren gegründet

Gegründet wurde die „Traktoren- und Fahrervereinigung“ vor 16 Jahren. Mit dabei waren Dieter Schramm, Bernhard Scheufele und Otto Wilke. „Ich habe einen Pionier. Der hat die Dauerstartnummer 23, heißt Otto der I. und trägt den Schriftzug ‚Zur Erinnerung an meinen Freund Otto Wilke’ auf der Motorhaube“, so Schramm. „Den Otto gibt’s dreimal, aber nur der Vater hieß Otto“, versuchte Emil Otto Siegfried Wilke aufzuklären und verschwand auf seinem Gehöft. Hier galt es letzte Vorbereitungen für den gemütlichen Teil der späten Hexennacht zu treffen. Die lockte mit Comedy, Live-Musik, Essen und Trinken sowie dem obligatorischen Pläneschmieden plus Erfahrungsaustausch der „Hexer“.

Schnellreparatur in der Nacht

In der Zwischenzeit hatte Sohn Mathias Wilke die letzten Startnummern vergeben. Florian Huschke ist mit 13 Jahren der Jüngste im Bund. Seine Brockenhexe trägt den Kosenamen „Huschi“ und auf der Motorhaube ist die „OP“ der letzten Nacht notiert. „Verdacht auf Schlaganfall“ steht da. Die Mitnehmerscheibe der Kupplung musste ausgewechselt werden. Und als „Notärzte“ standen Florian sein Vater Volker und Manfred Jochen zur Seite.

Mit einem Trecker-Hochzeitsgeschenk Marke Eigenbau war der Ludwigsfelder Janko Theisen angereist. Der Einzylinder-Wasserverdampfer-Motor wird per Kurbel gestartet, da griff auch „Geschenkegeber“, Kfz-Meister Oliver Horlitz, beherzt zu. Vom Rande der Dorfaue verfolgte Günter Werner das Treiben. Der Maschinen- und Kfz-Meister aus Lübben stand neben seinem Buick, Baujahr 31, einer Limousine mit sieben Sitzen, und murmelte: „Wenn ich gewusst hätte, was hier los ist, wär’ ich mit meinem 12 PS starken Lanz von 1921 gekommen.“

Von Gudrun Ott

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