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Bröckelnde Brücken

Rangsdorf Bröckelnde Brücken

Drei von elf getesteten Brücken in Rangsdorf weisen erhebliche Mängel auf. Bürgermeister Klaus Rocher (FDP) schloss am Dienstag im Bauausschuss eine Begrenzung der Tonnage und Totalsperrungen in Birken- und Kurparkallee nicht aus. Für einen Neubau fehlt das Geld im künftigen Haushalt.

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Die Brücke in der Kurparkallee schnitt von allen getesteten Rangsdorfer Brücken am schlechtesten ab: Note 3,5.

Quelle: Fotos: Christian Zielke (2)

Rangsdorf. Zuerst die gute Nachricht: die meisten Brücken in Rangsdorf sind in einem guten bis befriedigenden Zustand. Von den elf jüngst untersuchten Überführungen haben acht Noten zwischen 1,2 und 2,2 bekommen, darunter die viel befahrene Brücke in der Kienitzer Straße und die Fußgänger- und Radfahrerbrücken in der Seepromenade.

Drei Bauwerke machen dem Dekra-Gutachter, der im Frühjahr alle gemeindlichen Brücken untersucht hat, Sorgen. Die Brücken in der Bansiner Allee, in der Kurparkallee und in der Birkenallee sind alle mit 3,0 und schlechter benotet. Ihr Zustand gilt als „nicht ausreichend“. Besonders schlecht steht es um die Brücke in der Kurparkallee. Mit einer Note von 3,5 gilt die Standsicherheit als nicht mehr gewährleistet.

Gewichtsbeschränkungen und Sperrungen sind nicht auszuschließen

„Uns hat die Zeit eingeholt“, sagte Bürgermeister Klaus Rocher (FDP), der den Prüfbericht am Dienstagabend im Bauausschuss vorstellte. Eine Sperrung der Brücke in der Kurparkallee sei nicht auszuschließen, kurzfristig wolle man versuchen, die Tonnage zu begrenzen. Schon jetzt dürfen Fahrzeuge mit mehr als 16 Tonnen die Brücke nicht überqueren.

Einschränkungen drohen auch in der Birkenallee. Die dortige Brücke schneidet mit einer Note von 3,4 ähnlich schlecht ab. Sollte die zulässige Tonnage von derzeit 30 Tonnen weiter gesenkt oder die Brücke ganz für den Verkehr gesperrt werden, hätte das Auswirkungen auf den Busverkehr zur Seeschule und in die Feng-Shui-Siedlung. „Alles bleibt weiterhin erreichbar“, sagt Bürgermeister Klaus Rocher. Selbst wenn die Brücken an der Kurpark- und der Birkenallee gesperrt werden müssten, wären die Anwohner nicht gänzlich von der Außenwelt abgeschnitten. Dank der vor zehn Jahren erneuerten Brücke in der Stralsunder Allee sei die Verbindung nach Klein Venedig und zur Feng-Shui-Siedlung – wenn auch mit Umwegen – gewährleistet.

Holzbrücke in Groß Machnow droht Schicksal wie ihrer Schwester

Auf Umwege müssen sich auch die Groß Machnower einstellen. Die Holzbrücke am Reiherweg über den Schustergraben könnte im kommenden Jahr das selbe Schicksal ereilen, wie das vor zwei Jahren wegen Fäulnis abgerissene Schwesterbauwerk an der B96. Um beide Brücken wieder herzustellen, wären 100 000 Euro nötig.

Alles in allem sei die Situation unbefriedigend, sagt der Bürgermeister. Rund 600 000 Euro würde der Neubau der beiden Brücken aus dem Jahr 1930 kosten. „Die Gemeindevertretung müsste das Geld dafür im Haushalt bereitstellen“, sagt Klaus Rocher. Aus seiner Sicht blockiere der geplante Hort-Neubau sämtliche Investitionen im kommenden Jahr, weshalb Rocher ankündigte, dem Haushalt 2018 in der derzeitigen Form nicht zuzustimmen. „Es kann nicht sein, dass wir kein Geld für Investitionen in Straßen und Beleuchtung übrig haben“, so der Bürgermeister.

Von Christian Zielke

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