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Bronzezeitliche Siedlung gefunden

Grabungen an der L76 Bronzezeitliche Siedlung gefunden

Beim Bau der L76 in Mahlow haben Archäologen Reste von Siedlungen in der Bronzezeit gefunden. Thilo Stapelfeld vom Brandenburgischen Landesamt für Denkmalpflege berichtete nun von den Entdeckungen.

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Der Archäologe Thilo Stapelfeldt bei seinem Vortrag.

Quelle: Andrea von Fournier

Blankenfelde. Schon in der Bronzezeit haben Menschen auf dem gebiet der heutigen Gemeinde Blankenfelde-Mahlow gelebt. Reste ihrer Siedlungen sind etwa beim Bau der L76 in Mahlow gefunden worden. Thilo Stapelfeld, Mitarbeiter des Brandenburgischen Landesamtes für Denkmalpflege (BLDAM) in Wünsdorf, berichtete nun bei einem Vortrag in der Alten Aula in Blankenfelde über diese Entdeckungen. Eingeladen hatte ihn die Seniorenakademie. Zahlreiche Zuschauer interessierten sich für seine Funde.

Stapelfeldt war in den Jahren 2011 und 2012 Grabungsleiter bei den archäologischen Grabungen an der L76-Baustelle. Mit an die Wand projizierter geologischer Karten und Luftbilder beschrieb er die Straßenbaustelle. Es handelt sich dabei um die Verlängerung der vierspurigen L76 von Schönefeld nach Teltow sowie die sie querende Marienfelder Straße von Mahlow-Dorf nach Waldblick. Auf diesem Bereich waren bereits in den 1970er Jahren zwei archäologischen Fundplätze aufgetaucht, markiert als Nummer 9 und Nummer 14, so dass Wissenschaftler und Grabungshelfer sensibilisiert waren. Im Winter 2011/2012 erfolgten Grabungen auf diesen Arealen. Der Fundplatz 14 konnte als Siedlungsgebiet der späten Bronzezeit (1200 – 800 v.Chr.) zugeordnet werden, der Fundplatz 9 wurde anhand der Funde auf die jüngere Römische Kaiserzeit um das 3. und 4. Jahrhundert nach Christus datiert. An beiden Orten deutliche wurden Spuren der einstigen Bewohner nachgewiesen, die einen ungefähren Rückschluss auf die Bebauung und damalige Verhältnisse zulassen.

Auf der Fundstelle aus dem 3. oder 4. Jahrhundert wurden 7200 Quadratmeter mit 291 Befunden untersucht, in der spätbronzezeitlichen Siedlung waren es 4200 Quadratmeter, innerhalb derer 422 Befunde festgestellt wurden. Bei der jüngeren Siedlung deuten Anzahl und Lage von Pfostenlöchern auf das Vorhandensein eines Langhauses sowie von neun Grubenhäusern und vier Stelzenspeichern hin. Zwei Webgewichte aus Lehm wurden in den Grubenhäusern geborgen. Nachweise von 130 bis 160 Speichergruben und 162 Pfosten gelangen auf dem älteren Grabungsfeld. Dort wurde ebenfalls Keramik gefunden. „Die Gegend ist landwirtschaftlich geprägt gewesen, demzufolge stießen wir nicht auf Zier-, sondern auf Gebrauchskeramik“, so Stapelfeldt. Eine Tasse mit Henkel, die zwei umlaufende Riefen und markante Dellen aufweist, war einer der eindrucksvollsten Funde.

Von Andrea von Fournier

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