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Buden-Streit zwischen Stadt und Dörfern

Jüterbog will Markthütten abschaffen Buden-Streit zwischen Stadt und Dörfern

Die Jüterboger Stadtverordneten beraten heute im Wirtschaftsausschuss über den Erhalt der Markthütten. Der Bauhof hält die Holzbuden in Schuss und stellt sie immer zu den Festen der Ortsteile auf. Die Ortsvorsteher halten sie daher auch für unverzichtbar. Der Stadtverwaltung sind die Kosten für Pflege und Transport zu hoch.

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Die Holzhütten kommen bei Dorffesten und Adventsmärkten zum Einsatz. Sie können aber nur im Stück transportiert werden.

Quelle: Peter Degener

Jüterbog. Die Stadt Jüterbog erwägt den Verkauf von zwölf Markthütten, die bislang den Ortsteilen für Veranstaltungen zur Verfügung gestellt werden. Die Idee aus dem Ausschuss für Wirtschaft und Stadtmarketing wird bei der Sitzung am heutigen Dienstag diskutiert und sorgt bereits im Vorfeld für Ärger bei den Ortsvorstehern.

„Wir brauchen die Unterstützung der Stadt bei kulturellen Veranstaltungen, die Hütten sind für unsere Feste unersetzlich“, sagt Gabriele Schröder (SPD), Ortsvorsteherin von Kloster Zinna. Hilfeleistungen der Stadt bei Kulturereignissen und Traditionen seien im Vertrag zum freiwilligen Gemeindezusammenschluss von 1997 vereinbart worden, sagt Schröder. Bei einer Versammlung der Ortsvorsteher im Oktober war man sich einig, „dass die Hütten nicht verkauft werden sollen“.

Jüterbogs Bürgermeister Arne Raue (parteilos) begrüßt die Ausschussdebatte um die Hütten dagegen ausdrücklich. „Sie verursachen sehr viel Aufwand bei Pflege und beim Transport und benötigen viel Fläche im Bauhof“, sagt Raue. Ein Manko der Hütten ist, dass der Großteil nicht auseinandergebaut werden kann, sondern im Stück transportiert werden muss. Zwei Mitarbeiter des Bauhofs müssen die Hütten mit dem großen Kran-Lkw bewegen. Wenn beim Adventsmarkt in Kloster Zinna zehn der Buden benötigt werden, seien die städtischen Angestellten „tagelang beschäftigt“, sagt Raue.

Intern müssen Löhne und Abschreibungen der Fahrzeuge im mittleren vierstelligen Bereich abgerechnet werden. Auch wenn kein Geld fließt, belastet die Abrechnung die Höhe der freiwilligen Leistungen der Stadt, die gesenkt werden sollen.

Zum Einsatz kommen die Marktbuden über das Jahr verteilt und in unterschiedlicher Zahl in den Ortsteilen. In Fröhden werden beim Dorf- und beim Schützenfest regelmäßig zwei Hütten benötigt. Fröhdens Ortsvorsteher Siegfried Klute sieht die Stadt in der Pflicht. „Unsere historischen Feste müssen weiter unterstützt werden. Der Bürgermeister sieht nur die Kosten und das ist nicht akzeptabel“, sagt Klute. Nebenan in Markendorf werden sie beim Backofenfest und dem Weihnachtsmarkt verwendet. Am Jahresende waren bislang fast alle Hütten beim Adventsmarkt in Kloster Zinna im Einsatz.

Vier der sieben Ortsteile – Grüna, Neuheim, Neuhof und Werder – nutzen die Hütten gar nicht, weil sie eigene kleine Stände oder Zelte nutzen, unterstützen aber den Erhalt. „Die Veranstaltungen der Größenordnung, wie sie zum Beispiel in Kloster Zinna stattfinden, sind mit einem großen Renommee für die Stadt verbunden. Wenn die Hütten dort gebraucht werden, unterstütze ich das“, sagt Werders Ortsvorsteher Gerhard Lenting.

Für Neuhofs Ortsvorsteher Uwe-Joachim Meyer sind die Hütten dagegen nicht die entscheidende Leistung bei der Unterstützung durch die Stadt. „Für die Ausrichtung der Dorffeste ist es zwingend, dass der Bauhof uns mit der Stromversorgung, Sitzgelegenheiten, dem Tanzboden und Lichterketten hilft,“ sagt Meyer. Diese Hilfen werden laut Bürgermeister Raue von niemandem in Frage gestellt.

Mittlerweile gebe es viele Privatinteressenten für die Marktbuden, Raue würde sie aber auch den Ortsteilen selbst überlassen. „Überall gibt es Einwohner und Unternehmer, die Anhänger hätten, um einen Transport zu ermöglichen“, sagt Raue. Für Schröder ist die Übernahme keine Option: „Ich kann sie nicht das Jahr über an der Kirche stehen lassen. Ohne den Bauhof geht es nicht.“

Von Peter Degener

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