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Bürger fordern mehr Klarheit zur Asylfrage

Flüchtlinge in Hennickendorf Bürger fordern mehr Klarheit zur Asylfrage

In Hennickendorf sind Flüchtlinge übergangsweise bis Februar in einer ehemaligen Kaserne untergebracht. Viele Anwohner helfen den Neuankömmlingen im Alltag. Doch das überraschende Gerücht einer weiteren dauerhaften Unterkunft sorgte für Ärger. Die Behörden versuchten am Dienstagabend die Wogen zu glätten.

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Behördenvertreter (rechts) diskutierten in Hennickendorf mit verärgerten Einwohnern.

Quelle: Lisa Blech

Hennickendorf. Am Dienstagabend ging es bei einer Inforunde zur Flüchtlingsunterbringung in Hennickendorf heiß her. 120 Anwohner – überwiegend verärgert – hatten sich im Zelt am Gemeindesaal neben der Kirche eingefunden, um sich informieren zu lassen und mit Vertretern von Gemeinde und Kreis zu diskutieren. Um Klarheit über die Umstände der Unterbringung zu geben und sich für die bisherige ehrenamtliche Arbeit zu bedanken, waren Landrätin Kornelia Wehlan und Nuthe-Urstromtals Bürgermeisterin Monika Nestler (beide Linke) sowie der stellvertretende Leiter der Polizeiinspektion Teltow-Fläming, Mario Fuchs, und weitere Behördenvertreter anwesend.

Bisher wurden die Flüchtlinge als Übergangslösung im Pegasus-Park, der ehemaligen Kaserne des Ortes, bis zur Ankunft der polnischen Saisonkräfte zur Spargelernte im Frühjahr untergebracht. Um den Ankömmlingen das Leben in Deutschland leichter zu machen, zeigten sich die Hennickendorfer hilfsbereit. Sie unterstützten im Alltag, bildeten Fahrgemeinschaften zu Supermärkten und Dolmetschern und gaben Deutsch-Sprachhilfe.

Hennickendorfs Ortsvorsteher Günther Ziehe erklärte sich jüngst bereit, ein Stück Land für die Bebauung mit Flüchtlingswohneinheiten bereitzustellen. Die Eignung der 3000 Quadratmeter großen Fläche wurde vorige Woche lediglich geprüft. Zu einer Einigung kam es noch nicht. Die Information über eine mögliche Nutzung des Grundstückes für die Flüchtlinge machte aber schnell die Runde und sorgte für heftige Kritik. Ein Großteil der Hennickendorfer fühlte sich von den Behörden schlecht informiert und in der Mitsprache übergangen. „Ich bin bestürzt, was in der Gemeinde stattgefunden hat“, äußerte sich Nestler zu den Vorkommnissen, bei denen Ziehe persönlich angegangen wurde. Der Ortsvorsteher zog bei der Infoveranstaltung das Grundstücksangebot zurück.

Die Hennickendorfer hätten sich eine bessere und gläserne Kommunikation durch Ortsvorsteher, Kommune und Kreis gewünscht. So sei für die Anwohner weder klar gewesen, wie hoch die Flüchtlingszahlen für den Ort sind, noch, dass es sich auf längere Sicht nicht nur um eine temporäre Unterbringung handeln soll.

Für den Ort ist laut Wehlan die Unterbringung von 60 bis 80 Flüchtlingen angedacht. Das Landschulheim, das als Alternative für eine Unterbringung in Frage stand, werde nicht genutzt, so die Landrätin, und stehe weiter für den Jugendtourismus zur Verfügung. Außerdem würden derzeit Grundstücke in Woltersdorf, Frankenförde, Felgentreu und Dobbrikow geprüft, die zur Aufstellung von Wohncontainern angeboten worden seien, berichtete Bürgermeisterin Nestler. In ganz Nuthe-Urstromtal werden bis Ende 2015 110 Flüchtlinge und 2016 in etwa 120 Flüchtlinge aufgenommen.

In der Diskussion wurde der Vorschlag eingebracht, doch nur 900 Saisonarbeiter zum Spargelstechen in Hennickendorf aufzunehmen und Flüchtlinge weiter im Pegasus-Park wohnen zu lassen. „Wir haben die Aufgabe, das Objekt Ende Februar freizubringen“, erklärte Wehlan und wies damit auf die wirtschaftliche Nutzung des Geländes hin.

Nach dem aufrührenden Abend wurde das Signal gegeben, weiter im Gespräch zu bleiben. Die Hennickendorfer werden sich bald noch einmal zu einer Beratung zusammenfinden.

Von Lisa Blech

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