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Bürger schnappen Räuber

Kunden verfolgen einen Dieb Bürger schnappen Räuber

In Trebbin haben Anwohner einen Ladendieb zur Strecke gebracht. Und der Mann war gefährlich, er bedrohte eine Verkäuferin mit einem Messer, hielt es ihr an die Kehle. Die Meinung der Trebbiner ist gespalten. Einige halten die Hilfe für zu gefährlich, andere hätten genauso gehandelt.

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TREBBIN. Weit kam der 24-Jährige aus dem Landkreis nicht, der am Mittwochabend mit einem Messer bewaffnet den Supermarkt in der Trebbiner Industriestraße ausgeraubt hat.

Mit 1400 Euro Beute rannte er davon und wurde nur 200 Meter weiter von einem Kunden und zwei Passanten überwältigt. Die Supermarkt-Mitarbeiter kamen mit dem Schrecken davon.

Gegen 19.30 Uhr betrat der Dieb den Laden. Trotz der Hitze war er mit einem Kapuzenpulli bekleidet, die Kapuze tief ins Gesicht gezogen, eine Sonnenbrille verdeckte seine Augen. "Er ist uns sofort aufgefallen, auch weil er scheinbar ziellos durch die Regale streifte", sagte gestern auf Anfrage die Filialleiterin, die ihren Namen lieber nicht in der Zeitung lesen möchte. Sie schnappte sich eine Kollegin und verfolgte den Mann bis zur Kasse. Was dann passierte, ging rasend schnell. Aufhalten konnte sie ihn nicht mehr.

Der Räuber schubste einen Kunden zu Boden, packte die Marktleiterin und hielt ihr ein Messer an die Kehle. Ein Kunde versuchte zu beschwichtigen und wurde ebenfalls bedroht. Dann wies der Täter die Kassiererin an, ihm das Geld zu geben. Als er mit seiner Beute aus dem Markt rannte, stürmte ihm der Kunde nach. Etwa 200 Meter weiter am Kreisverkehr überwältigte er den Dieb mit Hilfe zweier Passanten. Der Räuber wehrte sich, verletzte den Helfer im Gesicht, verlor jedoch bei dem Handgemenge seine Waffe.

"So viel Zivilcourage habe ich noch nicht erlebt ‒ und auch nicht erwartet", sagte die Marktleiterin. Sie habe ihren Augen nicht trauen können, als der Kunde den Räuber zurückschleppte und den Tagesumsatz mitbrachte, erzählte sie. Dass man den Täter gefangen hat, habe sie "getröstet".

Weil der 24-Jährige sich auf der Flucht verletzt hatte, wurde er in ein Krankenhaus eingeliefert. Dort wird er von Polizisten bewacht. Die Staatsanwaltschaft hat beim zuständigen Amtsgericht bereits einen Haftbefehl beantragt.

Die Stimmung in dem Supermarkt war gestern ‒ einen Tag nach der Tat ‒ gedrückt, die Mitarbeiter wirkten verstört. "Alle Achtung vor den Helfern", sagte die Trebbinerin Karin Krapp bei ihrem Einkauf in der Filiale, "so viel Mut würde sicher nicht jeder aufbringen." Sie selbst hätte wahrscheinlich zu viel Angst davor einzugreifen, räumte sie ein. Sie hätte auch Sorge, verletzt zu werden, auch weil sie wegen eines Knieleidens nicht besonders schnell rennen könne. "Ich würde einfach die Polizei anrufen", sagte sie.

Zwei Treuenbrietzener, die ihre Einkäufe in den Gepäckraum ihres Wagens räumten, schüttelten über den Wagemut der Helfer die Köpfe. "Das ist viel zu gefährlich", sagte der Eine, "der hatte ein Messer und wer sich bedrängt fühlt, greift schlimmstenfalls auch an". Roberto Bonnemeier, ein Lkw-Fahrer aus dem Havelland, der einmal in der Woche an dem Trebbiner Supermarkt vorbeikommt, war anderer Meinung: "So jemanden hätte ich auch bestimmt nicht davonkommen lassen, das ist eine Frage der Ehre."

Von Marion Schulz

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