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Bürgermeister: „Momentan läuft es sehr gut“

Ludwigsfelde Bürgermeister: „Momentan läuft es sehr gut“

Der Ludwigsfelder Bürgermeister Andreas Igel ist optimistisch über die Zukunft seiner Stadt. Trotzdem gibt es noch diverse Baustellen – im eigentlichen wie im übertragenen Sinne. Darüber spricht er im MAZ-Interview.

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„Dort entsteht das vorläufig letzte Industrie- und Gewerbegebiet Eichspitze“, erklärt Bürgermeister Andreas Igel (SPD) auf dieser Wandkarte in seinem Büro.

Quelle: Foto: Abromeit

Ludwigsfelde. Baustellen gibt es in Ludwigsfelde zurzeit an allen Ecken und Enden, sowohl im eigentlichen wie im übertragenen Sinn. Im MAZ-Sommerinterview verrät Bürgermeister Andreas Igel (SPD), wann und wie es mit dem Klubhaus und der Wohnungsknappheit, mit der Thermen-Erweiterung oder dem geplanten neuen Industrie- und Gewerbegebiet Eichspitze weitergeht.

Das Klubhaus hat mit Stefanie Hornung seit 1. Juli eine neue Leiterin – wann merken die Ludwigsfelder, dass dort in dem für zwölf Millionen Euro sanierten Gemäuer wie erhofft die Post abgeht?

Andreas Igel: Frau Hornung stellt das Konzept zurzeit den Stadtverordneten in verschiedenen Gremien vor. Dabei geht es für dieses Jahr ums Sicherstellen des bisherigen Angebots, auch erst mal ohne die Gaststätte, und fürs kommende Jahr wird es ein erweitertes Veranstaltungsangebot geben.

Was ist mit dem Amphitheater in dem vor zwei Jahren begonnenen Innenhof? Dort sind Bäume gepflanzt, seit vielen Monaten liegen die Betonsteinbänke schon dort.

Igel: Das ist Teil des neuen Konzeptes, dem ich aus Fairness gegenüber der neuen Kulturchefin im Haus nicht vorgreifen will.

Sie machen es spannend. Heißt das: Es ist auch möglich, aus dem Amphitheater wird nichts?

Igel: Bitte akzeptieren Sie meine Antwort, dass ich der Kollegin nicht vorgreife.

Lärm ist in Ludwigsfelde immer ein Thema – was läuft zurzeit in der von Ihrem Vorgänger Frank Gerhard mit der Gemeinde Rüdersdorf ins Leben gerufenen Initiative von Autobahnlärm-geschädigten Kommunen?

Igel: Dieses Netzwerk gibt es noch, aber ohne aktuelle Aktivität. Wir als Stadt lassen uns wegen des Autobahnlärms derzeit rechtlich beraten, wie die Geschwindigkeit auf dem Ludwigsfelder Damm reduziert werden kann. Das ist nach wie vor unser Ziel.

An allen Ecken und Enden in der Stadt lärmen Planierraupen und Bagger für neue Wohngebiete – wie viele Einwohner wird die Stadt 2020 haben?

Igel: Natürlich freuen wir uns über den Zuzug. Aber die Wohnraumfrage für Ludwigsfelde ist noch nicht abschließend beantwortet. Wir werden uns mit den Stadtverordneten über Prioritäten unterhalten müssen. In der Verwaltung machen wir das zurzeit sehr intensiv mit dem Insek, der zweiten Auflage eines Integrierten Stadtentwicklungskonzepts. Der Wohnraum gehört dazu.

Wann soll das Insek II fertig sein?

Igel: Bis Ende September müssen wir es mit der wohnungspolitischen Leitlinie auf den Weg bringen, wenn wir von der Förderung des Landes noch profitieren wollen. Final zur Verfügung stehen soll es im Februar. Am 14.November stellen wir es übrigens den Bürgern im Klubhaus bei einem weiteren Insek-Marktplatz vor.

Ob Wohnraum oder Gewerbe – das alles hat auch mit Geld zu tun. Viel war möglich, weil der Haushalt der Stadt seit Jahren ausgeglichen ist. Steigt das Haushaltsvolumen weiter?

Igel: Momentan läuft es für Ludwigsfelde sehr gut, das muss man einfach sagen. Aber das ist ja immer ein Zusammenspiel von Schlüsselzuweisungen, Gewerbesteuern, Kreisumlage, Einkommenssteuer und etlichen anderen Faktoren. Was wir uns sicher nicht mehr wie bisher leisten können, sind steigende Personalkosten.

Sie hatten doch aber selbst Einstellungen forciert, die nicht einmal so viel ausmachen, wie mit seit langem unbesetzten Stellen gespart wurde?

Igel: Für 2016 ist das richtig. Aber auch wenn wir die Gegenläufigkeit zur Demografie haben, dass die Stadt wächst  – im kommenden Jahr steigen die Personalkosten um 660 000 Euro. Das muss deutlich reduziert werden. Aber nicht mit der Rasenmäher-Methode. Einsparungen dürfen weder zu Lasten der Mitarbeiter noch zu Lasten der Leistungsfähigkeit des Rathauses gehen.

Wie wollen Sie das hinbekommen?

Igel: Es geht vor allem um laufende Kosten. Nehmen Sie den mit Bürgerwillen und Fördergeld gebauten Aktiv-Park. Den wollten alle haben und er ist auch toll geworden. Aber bei den Entscheidungen wurden Folgekosten offenbar nicht berücksichtigt.

Inwiefern?

Igel: Die Diskussion um personelle und finanzielle Folgen kam deutlich zu kurz – es ist kein Mitarbeiter zusätzlich eingestellt und keine Maschine zusätzlich gekauft worden, um diese große Anlage zu unterhalten. Kein Ordnungsamtsmitarbeiter ist zusätzlich da, um dort bei ruhestörendem Lärm vor Ort zu sein. Deshalb werde ich solche Fragen wie Prioritätenlisten in die anstehende Haushaltsdebatte einbringen.

Solche Listen gab es doch aber in der Stadt schon, oder?

Igel: Ja – immer zu Zeiten von Haushaltssicherung, also wenn das Geld nicht reichte.

Das heißt, Sie wollen Prioritätenlisten zum Standard machen?

Igel: Ja, unbedingt. Das bewahrt uns ganz bestimmt vor unliebsamen Überraschungen.

Zu den Verkehrswegen in Ludwigsfelde. Man kommt zwar inzwischen schnell von A nach B. Aber der Landwirtschaft geht immer mehr Fläche verloren. Wie sehen Sie das Problem?

Igel: Es ist ein Spagat zwischen den beiden großen Themen Lebensraum und Mobilität. Da müssen wir mit sehr viel Feingefühl agieren. Mobilität wird für uns zunehmend wichtig, ob E-Bike, Car-Sharing oder Park-and-Ride-Plätze am Autobahn-Südring und an der B 101. Außerdem ist für uns die zur Diskussion stehende Buslinie 618 zwischen Wünsdorf und Potsdam ein Problem - sie ist für Ludwigsfelde und vor allem Ortsteil-Bewohner eine wichtige Verbindung, um ohne eigenes Fahrzeug schnell in die Landeshauptstadt zu kommen.

Mit dem geplanten Industrie- und Gewerbegebiet Eichspitze verschwinden auch wieder einige Dutzend Hektar Landwirtschaftsfläche. Wie ist der Stand dazu und was sagen Sie Landwirten, denen Futterfläche verloren geht?

Igel: Es wird ein neues, aber vorerst wohl das letzte größere Industrie- und Gewerbegebiet der Stadt. Wir planen dort auf 110 Hektar brutto 65 Hektar verwertbare Flächen, nächstes Jahr soll Baustart sein. Vor dem Hintergrund, den Sie nannten, verlangt die Infrastrukturplanung wirklich viel Fingerspitzengefühl. Zurzeit laufen die Gespräche zum Erwerb der Flächen.

Alle Eigentümer wollen ihren Wald und ihre Wiesen beziehungsweise ihren Acker zwischen Anhalter Bahn und B 101 verkaufen?

Igel: Ganz ohne Enteignung wird es nicht gehen, es gibt dort nicht nur einen, sondern etliche Eigentümer. Und wir alle wissen, dass der Flughafen irgendwann fertig wird. Spätestens dann sind im Umfeld kaum noch Flächen zu haben.

Eine Frage noch zum Bad-Weiterbau – im April hatten Sie das Startzeichen gegeben. Zu sehen ist aber noch nichts; wie ist der Stand?

Igel: Mit dem Tod des Bad-Betreibers Herrn Steinhart hat sich einiges verzögert. Doch es gibt jetzt ein Gespräch mit dem neuen Geschäftsführer und mit dem neuen Aufsichtsratsvorsitzenden. Die Baugenehmigung für das zusätzliche Solebecken ist da, die für die Parkhaus-Aufstockung noch nicht. Aber dessen weitere Etagen werden wohl ohnehin erst nächstes Jahr gebaut, und nicht jetzt im Herbst oder Winter, wenn für die Therme Hochsaison ist.


Von Jutta Abromeit

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