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Bundesförderung für die Orgelsanierung

Jüterbog Bundesförderung für die Orgelsanierung

Die betagten Orgeln in der Jüterboger Nikolaikirche kränkeln hör- und sichtbar seit langem. Dank Bundesförderung könnten sie nun bald genesen. Der Landtagsabgeordnete Sven Petke (CDU) überbrachte einen Fördermittelbescheid. Bereits zu Pfingsten sollen die Orgeln in alter Frische zu hören sein.

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Sven Petke (r.), lässt sich von Peter-Michael Seifried (l.) den Aufbau des pedallosen, historischen Orgelpositivs erläutern.

Quelle: Uwe Klemens

Jüterbog. Orgelführungen sind eine Leidenschaft von Kreiskantor Peter-Michael Seifried. Am Donnerstagnachmittag tat er dies besonders gerne. Zusammen mit dem CDU-Landtagsabgeordneten Sven Petke und Mitgliedern des Gemeindekirchenrates erklomm der Organist in der Jüterboger Nikolaikirche die Stufen zur 108-jährigen Rühlmann-Orgel. Dass Politiker und Musiker gemeinsam die Pedale der riesigen Balganlage betätigten, war nicht nur Petkes Neugierde geschuldet, sondern hatte auch symbolischen Charakter.

Anschubfinanzierung vom Bund

Denn der Gast war nicht mit leeren Händen gekommen, sondern überbrachte ganz offiziell die frohe Kunde, das der Haushaltsausschuss des Bundestages für die anstehende Sanierung beider Orgeln des Gotteshauses 120 000 Euro als Anschubfinanzierung zur Verfügung stellt. Noch einmal die selbe Summe wird insgesamt benötigt. In den kommenden Wochen werden sich Seifried und Petke auf Suche nach weiteren Unterstützern begeben. „Wir sind vorsichtig optimistisch, dass die sanierten Orgeln zu Pfingsten zum ersten Mal wieder erklingen“, so der Kirchenmusiker.

Eine Orgel braucht nicht nur Geld, sondern auch Luft

Eine Orgel braucht nicht nur Geld, sondern auch Luft. Dass beides hart erarbeitet werden muss, war eine Erkenntnis des Orgelrundgangs

Quelle: Uwe Klemens

Mit 160 000 Euro verschlingt die Restaurierung des von Wilhelm Rühlmann und seinem Sohn Wilhelm erbauten, aus 3000 Pfeifen und 50 Registern bestehenden Instrumentes den größten Posten. Nahezu alle im Ersten Weltkrieg geraubten Zinn- und durch Zinkpfeifen ersetzten Klangkörper sind korrodiert und sollen mit Zinnpfeifen ersetzt werden. 140  000 Euro werden allein dafür benötigt. Auch der aus Schafsleder bestehende Blasebalg ist überholungsbedürftig und muss abgedichtet werden. Zwar wesentlich unscheinbarer, aber nicht minder bedeutungsvoll ist das im Altarraum stehende, sogenannte Orgelpositiv, das aus dem Jahr 1657 stammt und das älteste Orgelpositiv Brandenburgs ist.

Zu DDR-Zeiten unsachgemäß saniert

Dessen originale, in seiner Bauzeit gängige Mitteltonstimmung und damit typischer Renaissance-Klang wurde zu DDR-Zeiten bei einer unsachgemäßen Sanierung mutwillig zerstört und soll nun zurückgebaut werden. „Damit wird Jüterbog dann die einzige, originale Renaissance-Orgel Brandenburgs besitzen“, freut sich Seifried schon jetzt auf das Ergebnis.

Klingende Kostbarkeiten

Die Jüterboger Region gilt für Orgelliebhaber als Mekka und verfügt über zahlreiche, klingende Schätze.

Zu den berühmten Baumeistern , deren Instrumente sich dort finden, zählen neben Rühlmann und Werner auch Wagner, Sauer, Turley, Schuke und Baer.

Ein Schattendasein fristen bislang die Harmonien, die sich noch vielfach in den Gemeindehäusern finden. Mit einem französischen und amerikanischen Harmonium besitzen Fröhden und Höfgen echte Raritäten.

Eingesetzt für die Bundesförderung für beide Orgelsanierungen hat sich Petke, nachdem er von dem fünf Millionen Euro schweren Bundesprogramm zur Rettung historischer Orgeln erfuhr. Bei seinen Bundestagskollegen stieß die Idee auf offene Ohren, schildert der CDU-Politiker. Die Tatsache, dass die Orgeln nicht nur schmückendes Kirchenbeiwerk sind, sondern intensiv genutzt werden, spielte dabei ein wichtige Rolle.

Von Uwe Klemens

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