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04:40 24.11.2016
Astrid Kunick vor ihrer kleinen Freiluftgalerie am Heideweg in Baruth. Quelle: Frank Pechhold
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Baruth

Auf eine kleine Galerie schaut Astrid Kunick aus ihrem Küchenfenster. Dass die Bilder wieder weg müssen, weiß sie. Schließlich will die Baruther Beteiligungs- und Projektentwicklungsgesellschaft (BBP) am Heideweg Grundstücke für Häuslebauer erschließen. Bis die Bagger anrücken, sollen der bunte Blickfange aber stehen bleiben.

Die Idee zu der Freiluft-Kunstausstellung sei ihr in Anlehnung an die DDR-Mitmach-Aktion „Schöner unsere Städte und Gemeinden . . .“ gekommen, sagt Kunick. „Der Ausblick war noch nie besonders schön.“ Wer mag schon Gestrüpp vor der eigenen Haustür? Deshalb habe sie aus alten Stämmen und kostenlos be im Möbelmarkt „Roller“ ergatterten Papp- und Pressspanplatten vor gut einem Jahr das Galeriegerüst aufgestellt.

Malen in freien Stunden

In freien Stunden brachte Kunick Acryl-, Wasser- oder Sprühfarben auf die Platten. Froh flattert ein Schmetterling auf dem erstgemalten Bild. Der kurz darauf entstandene Papierdrachen sehnt sich danach, im Herbstwind aufzusteigen. Viele blühende Blumenmotive sind kaum noch zu erkennen. „Alle Bilder wurden inzwischen verändert“, sagt Kunick. Beispielsweise drückte sie ihren Gästen bei einer Geburtstagsfeier Farben und Pinsel in die Hände. „Und dann hat jeder die Blumenbilder so übermalt, wie es ihm gerade in den Sinn gekommen ist.“ Etwa mit einer Glühbirne im Kopf, die zum Nachdenken über Stromverschwendung anregen soll.

Ziemlich neu ist das Bild „Hundehimmel“. Das hat Astrid Kunick ihren in diesem Jahr verstorbenen Hunden Asta und Moritz gewidmet. „Mein Lieblingsmotiv sind aber Katzen“, sagt sie und zeigt auf einen getigerten Schnurrkopf. Drei Katzen leben bei ihr. „Einige Katzen habe ich schon verloren. Die sind auf die B96 gerannt und wurden von Autos überfahren.“

Galerie bleibt, wie sie ist

Auf einer Presspappenwand reißt ein Hai sein Maul so weit auf, als hätte er den Betrachter zum Fressen gern. „Dieses Bild habe ich gemalt, weil unser fünfjähriger Enkel total auf Haifische steht“, sagt Kunick. Vielleicht darf der Enkel im Frühjahr ein paar Bilder umgestalten. Ansonsten bleibt die Galerie, wie sie ist. „Eine Erweiterung lohnt sich nicht mehr.“

„Wir wollen im Frühjahr 2017 mit den Erschließungsarbeiten loslegen“, sagt Andreas Werk, Projektmanager der BBP. Aktuell sei man in den letzten Ankaufverhandlungen für die Grundstücke. Für knapp eine Million Euro will die BBP am Heideweg auf einer 46 000 Quadratmeter großen stadteigenen Fläche 50 Grundstücke mit Straßen, Trinkwasser- und Abwassernetz, Strom und Erdgas voll erschließen. Zudem ist der Bau eines Hauses mit vier Wohnungen geplant. Alle anderen Grundstücke werden Privatleuten für den Bau von Eigenheimen zur Verfügung gestellt. Die Grundstückspreise liegen voraussichtlich zwischen 25 und 40  Euro pro Quadratmeter – je nachdem, wie attraktiv die Lage ist. Rund 20 Anfragen von bauwilligen Interessenten gebe es bereits.

Von Frank Pechhold

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