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Burg-Informationen für Wanderer

Kleinbeuthen Burg-Informationen für Wanderer

Eine neue Naturpark-Tafel finden Wanderer und Radfahrer jetzt am Dorfausgang in Kleinbeuthen. Dort gibt es jetzt zum 650.Jahrestag der Ersterwähnung des Ortes und zum Jubiläum 500 Jahre Reformation historische Fakten, zusammengetragen von Mitgliedern des Heimatvereins Beuthen. DAs Ehepaar Martina und Bernd Saalfeld wurde dabei zu Hobby-Historikern.

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Bernd und Martina Saalfeld erzählen, wie diese neue Tafel in Kleinbeuthen direkt am Weg in den Naturpark Nuthe-Nieplitz-Niederung entstanden ist.

Quelle: Foto: Jutta Abromeit

Kleinbeuthen. Wanderer, die Kleinbeuthen Richtung der offenen Landschaft zum Naturpark Nuthe-Nieplitz verlassen, kommen an der Buswendeschleife an einer neuen Informationstafel vorbei. Sie ist das Werk eines Ehepaares, das sich im Heimatverein Beuthen engagiert. Martina und Bernd Saalfeld berichten, dass sie diese Tafel unbedingt in diesem Jahr fertig machen und aufstellen wollten: 650 Jahre Ersterwähnung von Kleinbeuthen und 500 Jahre Reformation seien ein schöner Anlass.

Alles, was Spaziergänger und Radwanderer dort so schön im Überblick lesen können, war bislang noch nirgendwo zusammengefasst worden. Die Vereinsmitglieder haben diese Informationen buchstäblich wie ein Puzzle zusammengetragen. „Alles ist zwar irgendwann und irgendwo schon mal bekannt gewesen. Aber wir haben es tatsächlich aus dutzenden Quellen zusammentragen und aufbereiten müssen“, erzählt die technische Zeichnerin. Kirchenbücher waren dabei noch am einfachsten einzusehen.

„Es ist einfach schön, ein bisschen zu forschen

Ganz offensichtlich hat den beiden dieses Zusammentragen Spaß gemacht, mittlerweile sind sie richtige Hobbyhistoriker. So pflegen sie Kontakte zu Historikern der Uni Potsdam, zur Kreisverwaltung oder zum Museum des Teltow in Wünsdorf. „Es ist einfach schön, ein bisschen zu forschen und herauszufinden ob sich das, was Leute erzählen, tatsächlich belegen lässt, oder ob es nur Legenden sind“, sagt Bernd Saalfeld. So soll zum Beispiel der berühmte Ablassprediger Johann Tetzel auf einer früheren Burg Kleinbeuthen mal zu Gast gewesen, allerdings vom Besitzer fast rausgeschmissen worden sein.

Abenteuerlich sei es auch gewesen, an mittelalterliche Keramikscherben zu kommen, um die Reste einer früheren Burganlage darzustellen. „Das muss eine kleine runde Wasserburg gewesen sein, die als Sicherung einer Flussquerung oder auch als askanischer Gegenpol zum magdeburgischen Trebbin angelegt worden sein kann“, meint Bernd Saalfeld.

Falscher Ortsname in einer Übersetzung – darauf muss man kommen

In der urkundlichen Ersterwähnung von 1367 ist von zwei Mühlen an einem „feste hus zcu Buthen“ die Rede. „Aber dass in Dokumenten des ehemaligen Landesarchivs von Sachsen-Anhalt der Ortsname in einer Übersetzung falsch geschrieben wurde und deshalb so lange nichts dazu zu finden war, darauf muss man erst mal kommen“, erzählt Martina Saalfeld. In späteren Unterlagen wurde die Burganlage auch als Schloss bezeichnet. Aus allen Anhaltspunkten, die sie fand, hat die Beuthenerin versucht, ein möglichst realistisches Bild dieser ehemaligen Burg zu zeichnen. „So könnte sie mal ausgesehen haben“, erklärt sie mit Blick auf die neue Tafel. Die entstand gemeinsam mit Ortsvorsteher Manfred Müller, angefertigt wurde sei beim Diakonischen Jugendwerk Teltow-Fläming, bezahlt von der Stadt Trebbin.

„Vielleicht gelingt es ja auch in anderen Orten, mehr zu ihren ehemaligen Burgen herauszufinden“, sagt der Mann vom Heimatverein, „dann könnte unsere Tafel vielleicht sogar ein erster Schritt für einen Burgenweg durch die Region sein.“ Die jetzige Übersicht an dem gelblichen Holz hat seine Frau entworfen. Die Folie ist noch ein Provisorium. „Wir wollten nur erst mal was fertig haben. Jetzt kümmern wir uns um eine dauerhaft wetterfeste Darstellung“, sagt Bernd Saalfeld. Wen noch mehr interessiert, als auf dieser neuen Tafel steht: Die Heimatstube hat an jedem letzten Sonntag im Monat von 14 bis 18 Uhr geöffnet.

Von Jutta Abromeit

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