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CDU veranstaltet erstes Rangsdorfer Essen

Rangsdorf CDU veranstaltet erstes Rangsdorfer Essen

Essen verbindet – das dachte sich auch Rangsdorfs CDU-Urgestein Jürgen Muschinsky. Mit dem Rangsdorfer Essen, das am Sonnabend zum ersten Mal stattfindet, möchte er Neubürger und Alteingesessene versammeln. Nicht alle im Ort waren von der Idee begeistert.

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Initiatoren und Helfer des ersten „Rangsdorfer Essens“: Matthias Müller, Melitta Kriegge, Erdmute Krafft, Jürgen Muschinky und Musaijin Siering (v. l.).

Quelle: Christian Zielke

Rangsdorf. Integration soll eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe sein, fernab von parteipolitischen Interessen – solche Binsen möchte Jürgen Muschinsky nicht mehr hören. Der Vorsitzende der Rangsdorfer Seniorenunion und CDU-Urgestein hat sich mit der Idee für das erste „Rangsdorfer Essen“ bewusst für eine Veranstaltung mit Partei-Logo entschieden.

„Man kann nicht alles auf Frau Merkel abwälzen“, sagt er. Auch die Parteien vor Ort müssen den Menschen Politik verständlich machen. „Gerade in dieser Zeit sollten sich Parteien nicht verstecken“, sagt Muschinsky. Deshalb habe er im Ortsverband für seine Idee geworben und sofort Zustimmung gehabt, auch die Kirchengemeinde zog mit. Schwieriger sei es gewesen, die Einladungen auf Arabisch und Farsi zu übersetzen, damit auch die Flüchtlinge, die noch nicht so gut Deutsch sprechen, sie lesen können, sagt der frühere Rangsdorfer Bürgermeister. Er hofft, dass das CDU-Logo niemanden abschreckt, auch wenn es im Vorfeld schon einige kritische Töne gegeben hat. Das erste „Rangsdorfer Essen“, das am Sonnabend im evangelischen Gemeindezentrum gegenüber der Rangsdorfer Kirche stattfindet, richtet sich an alle Rangsdorfer. Alteingesessene, Zugezogene und an die, die erst seit wenigen Monaten im Ort leben, weil sie aus ihrer alten Heimat fliehen mussten. Sie alle sollen am Sonnabend miteinander ins Gespräch kommen. Gemeinsam essen, sich kennenlernen – das ist die Idee hinter der Aktion. „Ich wünsche mir, dass Menschen kommen, die ich noch nicht kenne“, sagt Muschinsky.

Gute bürgerliche Gesellschaft mit merkwürdigen Zwischentönen

Musaijin Siering ist vor 37 Jahren nach Deutschland gekommen. Seit fünf Jahren lebt die Palästinenserin in Rangsdorf. Dort hat sie Melitta Kriegge kennengelernt. Beide Ehemänner kannten sich vom Zeltplatz in Rangsdorf, wo die begeisterten Funker erst über die Technik zueinander fanden und dann Freunde wurden. Jürgen Muschinky hofft, dass ähnliche Geschichten auch beim „Rangsdorfer Essen“ ihren Anfang nehmen.

„Wir sind doch alle Nachbarn“, sagt Jürgen Muschinsky. Dass die Flüchtlinge in Containern leben, gefällt ihm nicht so sehr. „Ich hätte mir gewünscht, dass die Gemeinde Wohnungen baut“, sagt er. Das würde die Ghettobildung verhindern und die Integration erleichtern. Dass letzteres in Rangsdorf gelingt, davon ist er überzeugt. „Wir sind eine gute bürgerliche Gesellschaft.“ In der es allerdings auch immer wieder merkwürdige Zwischentöne gibt, sagt Erdmute Krafft. Die Vorsitzende des Vereins Hilfswaise, der sich für Menschen in Äthiopien engagiert, ist manchmal überrascht, wie die Menschen auf die Flüchtlinge reagieren. „Manche Äußerungen von Menschen, die ich sonst schätze, haben mich erschrocken“, sagt sie.

Durch die Arbeit für den Verein kennt sie die Ursachen für Flucht gut. „In Äthiopien träumen viele von einem Leben in Amerika oder Deutschland. Dann erzähle ich oft, dass bei uns auch nicht alles Gold ist, was glänzt“, sagt sie, „auch hier fällt das Geld nicht vom Himmel.“

Von Christian Zielke

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