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Campanet zieht Kündigung zurück

Flüchtlingsheim-Affäre Jüterbog Campanet zieht Kündigung zurück

Die Schlagzeilen um die sächsische Firma Campanet reißen nicht ab: Nachdem das Unternehmen den Heimleitern der Flüchtlingsunterkunft im Waldauer Weg erst aus „verhaltensbedingten Gründen“ gekündigt hatte, zieht es die Kündigungen nun überraschend zurück und entschuldigt sich für interne Kommunaktionsfehler.

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„Die Ausführungen des Anwalts entsprechen dem Tatbestand der Verleumdung“: Dietmar Geister und seine Frau wehren sich gegen die Campanet-Kündigungen.

Quelle: Getraud Behrendt

Jüterbog. Die Heimleiter-Entlassungen durch die Firma Campanet sorgen für Unmut in Jüterbog. Auch die Betroffenen, Dietmar und Christine Geister, die bislang die Flüchtlingsunterkunft im Waldauer Weg leiteten, melden sich zu Wort. In einem Brief stellt das Ehepaar aus Zossen klar, nicht aus „verhaltensbedingten Gründen“ gekündigt worden zu sein, wie Campanet-Anwalt Jonas Krainbring der MAZ mitgeteilt hatte, sondern „aus nicht näher erläuterten betrieblichen Gründen“. Die schriftliche Kündigung vom 15. Februar 2016 liegt der MAZ inzwischen vor.

Bislang hatten Dietmar und Christine Geister es vermieden, sich öffentlich zu äußern und bei Anfragen stets an ihren Arbeitgeber in Freiberg (Sachsen) verwiesen . Campanet betreibt seit der Räumung des Heims im Quellenhof noch eine Unterkunft in Jüterbog, in der überwiegend männliche Flüchtlinge untergebracht sind.

Dass sich die Geisters nun an die Presse wenden, hat zwei Gründe: Sie wollen zur „Richtigstellung“ beitragen – weil sie glauben, diese „den vielen Menschen, die mit uns zusammengearbeitet haben, schuldig zu sein“, wie sie schreiben. Es solle nicht der Eindruck entstehen, die Menschen hätten ein „falsches Vertrauen in uns“ gesetzt. Vor allem aber fühlt sich das Paar durch die Erklärung der Campanet in seinem Ruf geschädigt: „Die Ausführungen des Anwalts entsprechen dem Tatbestand der Verleumdung und wir behalten uns rechtliche Schritte dagegen vor.“

Campanet hat die Kündigungen inzwischen zurückgezogen. Man habe ein persönliches Gespräch mit dem Paar vereinbart, „um im gegenseitigen Einvernehmen den Sachverhalt aufzuklären“, teilte Mitarbeiterin Cornelia Pabst am Donnerstag auf Anfrage mit. Von „nicht mehr zu überbrückenden Differenzen“ und der Widersetzung dienstlicher Anweisungen, die das Unternehmen zuvor als Grund für die Entlassung der Geisters angegeben hatte, war plötzlich keine Rede mehr: „Nach interner Klärung wurde festgestellt, dass aufgrund eines Vermittlungsfehlers aus unserem Haus an die Anwaltskanzlei dem Ehepaar Geister betriebsbedingt gekündigt wurde“, gab Pabst zu und entschuldigte sich zudem dafür, „dass die Konversation über unsere Rechtsanwaltskanzlei zu jener aktuellen Konfusion geführt hat“.

Im Netz ist die Solidarität mit der Familie Geister groß. Viele Flüchtlingshelfer reagierten bei Facebook entrüstet auf die Entlassung: „Ich bin traurig und wütend, wie mit engagierten Menschen umgegangen wird. Daran sieht man, dass manchen Betreibern nicht das Wohl der Menschen, die in ihren Objekten untergebracht sind, am Herzen liegt, sondern nur der Profit zählt“, schreibt etwa Edeltraut Liese in der (geschlossenen) Gruppe „Flüchtlingshilfe Jüterbog“.

Von Josefine Sack

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