Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Teltow-Fläming Carl Ahlgrimm ist neuer Vorsitzender der Fluglärmkommission
Lokales Teltow-Fläming Carl Ahlgrimm ist neuer Vorsitzender der Fluglärmkommission
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:31 21.04.2018
Carl Ahlgrimm wurde am 28. Februar 2018 zum Vorsitzenden der Fluglärmkommission gewählt. Quelle: Christian Zielke
Schönefeld

Die Fluglärmkommission Schönefeld hat einen neuen Vorsitzenden. Carl Ahlgrimm leitet künftig ehrenamtlich das Gremium. 28 der 29 anwesenden stimmberechtigten Mitglieder gaben dem 61-Jährigen am Mittwoch ihre Stimme. Einen Gegenkandidaten hatte er nicht. „Ich sehe das als Anerkennung meiner Arbeit“, sagte er im Anschluss an die 99. Sitzung der Fluglärmkommission in Schönefeld.

Ahlgrimm seit 16 Jahren in der Fluglärmkommission

Als Bürgermeister von Großbeeren war Carl Ahlgrimm in den vergangenen fast 16 Jahren ständiges Mitglied der Kommission. Zum 31. Mai scheidet er aus dem Amt. Den Sitz in der Fluglärmkommission bekleidet er dann für die Bundesvereinigung gegen Fluglärm. Über diesen Rollentausch sei er sehr froh, sagte er. „Während meiner laufenden Amtszeit als Bürgermeister konnte ich mir nicht vorstellen, mich für den Vorsitz zu bewerben“, sagte er. An der Spitze des Gremiums sei er zur Neutralität verpflichtet und müsse die Interessen von mehr als 40 Mitgliedern berücksichtigen. Als Bürgermeister müsse er vor allem die Interessen seiner Kommune vertreten. Als Anwohner der Region schlage sein Herz ebenfalls in eine bestimmte Richtung. „Ich kann meine persönlichen Interessen gut in Zaum halten“, sagte er.

Großbeeren stark vom Fluglärm betroffen – Ahlgrimm war ihr Bürgermeister

Dass Ahlgrimm viele Jahre Bürgermeister einer stark vom Fluglärm betroffenen Gemeinde war, stellte sich im Vorfeld seiner Wahl als Bonus heraus. Viele seiner Amtskollegen hatten ihre Unterstützung zugesichert. Mit Ahlgrimm an der Spitze der Fluglärmkommission sollen alle Gemeinden eine Stimme bekommen. Ahlgrimm möchte die Arbeit auf mehrere Schultern verteilen. Ihm schwebt ein sechsköpfiger Beirat nach dem Vorbild der Frankfurter Kommission vor, der die Sitzungen der Kommission vorbereitet und Lösungsvorschläge erarbeitet. Den Auftrag, ein solches Gremium zu installieren, hat die Kommission am Mittwoch erteilt.

Beirat mit Mitgliedern östlich und westlich des Flughafens

Der Beirat soll sich jeweils aus Vertretern östlich und westlich des Flughafens sowie stärker und weniger stark betroffener Brandenburger Gemeinden und Berliner Bezirke zusammensetzen. Welche Kommunen das sein sollen, ließ er offen. „Mir ist es wichtig, ein Gleichgewicht zu schaffen und möglichst allen eine Stimme zu geben“, sagte er, gab aber auch zu, dass er noch einiges an Überzeugungsarbeit leisten müsse. Vor allem die Vertreter der flughafennahen Gemeinden fürchten um ihren Einfluss in dem künftigen Beirat. Zur nächsten Sitzung der Fluglärmkommission im Juni, so hofft Ahlgrimm, haben die Ideen zum Beirat Gestalt angenommen.

Gemeinsame Sitzung der Fluglärmkommissionen

Im Juni soll auch die Offenhaltung des Flughafens Tegel zur Sprache kommen. Dazu möchte Ahlgrimm eine gemeinsame Sitzung der Fluglärmkommissionen beider Airports abhalten. Auch dort, so wisse er, betrete er vermintes Gebiet, sagte Ahlgrimm. Viele Kommunen im BER-Umfeld sprechen sich dafür aus, den Flughafen in Tegel weiter zu betreiben. „Die Entlastung der Einen sollte nicht zu Lasten anderer dicht besiedelter Gebiete passieren“, stellte Ahlgrimm klar.

Auch Fluglärmbericht war Thema

Neben der Wahl eines neuen Vorsitzenden und einem ersten Überblick über die diesjährige ILA (siehe Kasten) befasste sich die Fluglärmkommission auch mit dem Fluglärmbericht 2017. Im vergangenen Jahr habe es viele Beschwerden gegeben, sagte Ahlgrimm. Diese kamen vor allem aus Rangsdorf, und den Ludwigsfelder Ortsteilen Groß Schulzendorf und Wietstock. Laut war es dort vor allem von Juli bis Oktober, als die Flieger in Schönefeld aufgrund von Bauarbeiten von der Südbahn starteten. „Die Beschwerden kommen vor allem von denen, die erstmals von dauerhaftem Lärm betroffen sind“, sagte Ahlgrimm. Ein ähnliches Phänomen habe man 2015 beobachtet, als die Nordbahn saniert wurde.

Kaum nennenswerte Fortschritte beim Schallschutz

Kaum nennenswerte Fortschritte gebe es beim Schallschutz. In fast jedem zweiten Fall zahlt der Flughafen im deutlich lauteren Tagschutzgebiet eine Geldentschädigung in Höhe von 30 Prozent des Verkehrswertes an die Hausbesitzer aus. Was diese mit dem Geld machen, bleibt ihnen überlassen. Echte bauliche Schallschutzmaßnahmen seien bisher zu wenig umgesetzt, sagt Ahlgrimm. Dass es bis zur BER-Eröffnung im Oktober 2020 gelingt, alle Häuser zu schützen, hält er für unwahrscheinlich. „Wenn es in dem jetzigen Tempo weiter geht, ist das bis dahin nicht zu schaffen.“

Von Christian Zielke

Erneut ist die Zahl der Arbeitslosen im Kreis Teltow-Fläming gesunken. Vor allem im Norden werden händeringend Mitarbeiter gesucht. Die Agentur für Arbeit geht daher neue Wege. Bei einem Speed-Dating haben Chefs und Jobsuchende zehn Minuten Zeit, sich kennenzulernen. Die Resonanz ist gut.

28.02.2018

In der Nacht von Montag zu Dienstag ist in Genshagen der Diebstahl eines Kleintransporters gescheitert. Die Täter machten sich an dem Fahrzeug zu schaffen, entwendeten es aber nicht.

28.02.2018

Bei der Bahn in Teltow-Fläming und Dahme-Spreewald behindern am kommenden Wochenende und in der kommenden Woche Baustellen den Verkehr. Es kommt zu Verspätungen und Zugausfällen. Betroffen sind die S46 und S9 sowie der RE2, RE3, RE5, RE7, die RB14 und die RB22.

28.02.2018