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Teltow-Fläming Cembalo-Konzert eröffnet die Musiksaison
Lokales Teltow-Fläming Cembalo-Konzert eröffnet die Musiksaison
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00:17 02.03.2017
Andreas Marti begeisterte mit seinem Spiel auf dem Cembalo die Konzertbesucher im Gemeindesaal Zossen. Quelle: Andrea von Fournier
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Zossen

Ein großartiger Hörgenuss bot sich dem Publikum im Gemeindesaal Zossen am Sonnabend anlässlich der Eröffnung der „Kirchenmusik des Pfarrsprengels Zossen-Wünsdorf 2017“. Der Schweizer Cembalist Andreas Marti entführte die Zuhörer in die musikalische Vielfalt des Barock mit verschiedenen Stücken trefflich ausgewählter aussagekräftiger Komponisten dieser musikalischen Periode.

Guter, alter Bekannter

Andreas Marti ist ein guter, alter Bekannter der Gemeinde und traditionell um diese Jahreszeit hier zu Besuch. Die Zusammenarbeit kam über seinen damaligen Studenten Tobias Scheetz zustande, der bei ihm an der ehemaligen Kirchenmusikschule Görlitz studierte.

Scheetz, bis zum Jahr 2002 Kreiskantor in Zossen, bat Marti, auch hier einen Kurs zur Cembalo-Begleitung der Johannespassion für Organisten und Kirchenmusiker zu geben. „Mein erstes Cembalo-Solokonzert war sozusagen ein ,Nebenprodukt’ des Kurses“, so Marti. Er gab es am 8. März 1994. Daran erinnert sich der umtriebige Kirchenmusiker, Musikwissenschaftler und Theologe deshalb so genau, weil sein damaliger junger Begleiter nicht erschien und derweil in Berlin bei einer Frauentags-Veranstaltung „vereinnahmt“ wurde.

Hohe Anforderungen

Darüber muss der Musiker noch heute herzlich lachen. Überhaupt täuscht die unkonventionelle Art des grazilen Schweizers im Umgang mit dem Publikum und seine legendäre Anmoderation der Stücke, die treffsicher-heiter auch für den Laien das Folgende verständlich charakterisiert, über die hohen Anforderungen an den Musiker hinweg, die die meisten dargebotenen Werke stellen.

Mit Leichtigkeit fliegen seine großen Hände über die Tatstatur des Cembalos, das ihm der britische Instrumentenbauer Dennis Woolley nach dem Vorbild eines frühbarocken italienischen Instruments gefertigt hat. Die Schnelligkeit, mit der die Finger die Tasten treffen, ist grandios und fast hat das Auge Probleme mitzukommen.

Das erlebten die Zuschauer auch, als Andreas Marti mit Kantor Benjamin Petereit vierhändig aus Béla Bartóks „Rumänische Volkstänze“ spielte: Der Schweizer scheinbar völlig gelassen, der versierte Zossener in „Hab-Acht“-Haltung, und beide hatten mit dem Publikum richtig viel Spaß an dem flotten musikalischen „Windhundrennen“.

Handwerklich überzeugend und mit Hingabe

Im Konzertverlauf wurde aus Georg Muffats „Partia C-Dur“ gespielt, Michelangelo Rossis „Toccata VII“ und eine Fuge „im alten Stil“, „Präludium und Fuge E-Dur“ von Johann Sebastian Bach. Mit letzterem hat sich Andreas Marti besonders intensiv beschäftigt. In seiner Dissertation beleuchtete er die Kantaten des Komponisten. Und während das eine Werk „einem Tänzer gleicht, der den nächsten logischen Schritt nicht ausführt, in der Luft verharrt, es sich scheinbar überlegt und stattdessen einen anderen Weg einschlägt“, wurde ein anderes „etwas gemütlicher“ oder brachte ein „verspieltes Gegeneinander“. Alle Stücke wurden handwerklich überzeugend, mit Hingabe von einem in den Noten ruhenden Künstler präsentiert.

Diese Eröffnung macht Lust auf die kommenden Kirchenmusiken im Pfarrsprengel Zossen-Wünsdorf. 16 Veranstaltungen sind in diesem Jahr geplant. Orte des musikalischen Geschehens werden die Dreifaltigkeitskirche Zossen und die Wünsdorfer Dorfkirche sein.

Kantor Benjamin Petereit kündigte für die kommende Woche das Erscheinen des Flyers mit den Veranstaltungen an, da bis jetzt noch nicht alle Akteure ihr Kommen zugesagt haben.

Am Pfingstsonntag kann man in der Zossener Kirche die „Orgelsommernacht“ erleben. Am 24. September wird Opernsänger Björn Casapietra mit seinen Liedern erwartet.

Von Andra von Fournier

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