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Chaos bei der Post: Tagelang keine Briefe

Probleme in Großbeeren Chaos bei der Post: Tagelang keine Briefe

Der Unternehmer Andreas Rathenow aus Großbeeren (Teltow-Fläming) bekommt seit Monaten nur unregelmäßig Post. Das ärgert ihn und bringt ihn sogar in Schwierigkeiten. Er ist nicht der einzige Betroffene. MAZ hat bei der Deutschen Post nachgefragt.

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Gärtnereibesitzer Andreas Rathenow an seinem Zaun in Großbeeren. Der Briefkasten ist korrekt angebracht und erreichbar.

Quelle: Krischan Orth

Großbeeren. Erst kommt die Mahnung, und dann die Rechnung dazu. Das klingt paradox, ist aber Alltag von Andreas Rathenow. Er führt eine Gärtnerei an der Trebbiner Straße 4 in Großbeeren. „Wir bekommen tagelang gar keine Post, und dann einen ganzen Stapel“, beklagt sich der Unternehmer. Die unregelmäßige Postzustellung habe sich seit den Sommermonaten 2015 eingestellt. „Ich habe mich bereits dreimal bei der Post beschwert“, sagt Rathenow. Trotzdem habe sich nichts geändert, außer der obligatorischen Zusendung von Entschuldigungsbriefmarken.

Denn die Post erreicht ihn zwar, aber zu spät. Das merke er besonders an den Rechnungen oder an der bestellten Fachzeitschrift, die ihn erst eine Woche später als erwartet erreiche. Auch mit Bestellungen aus dem Internet gehe es so. Die Expresszustellungen der Anbieter werden damit nichtig. Dadurch entsteht aber auch ein Schaden für sein Unternehmen. Zusendungen von Zulieferern gehen viel zu spät ein, als dass nach aktueller Marktlage gehandelt werden könnte. Ärger mit Geschäftskunden stellt sich ein. „Irgendwann glaubt einem keiner mehr“, sagt Rathenow. Auch seinen Lehrling hatte er bereits abgemahnt. Der Brief mit der Krankschreibung kam zwei Wochen später als üblich. „Wir kriegen immer Mitte der Woche einen Sammelberg Post, die auf letzte Woche datiert ist.“ Auch Pakete kommen nicht pünktlich an. Expresslieferungen erreichen ihn nach drei Wochen, sagt der Gärtner. Und wenn der Paketabholschein zu spät zugestellt wird, ist es wieder weg. Dabei hat sich an seiner Anschrift nichts geändert, der Briefkasten mit der Nummer vier zeigt Richtung Bürgersteig.

Auf MAZ-Anfrage bestätigte die Deutsche Post/DHL, dass es in diesem Zustellbezirk in der Vergangenheit Probleme gegeben habe. Hier sei die Stammzustellerin des Bezirks ausgefallen. „Der Bezirk wurde deswegen von verschiedenen Zustellern übernommen, die sich nicht so gut auskennen“, heißt es in der Stellungnahme.

Dass Weihnachtspakete Großbeeren zu spät beziehungsweise gar nicht erreicht haben, haben zwei Einwohner aus der August-Bebel-Straße erfahren. Sie wollen lieber anonym bleiben, bestätigen aber das Problem. Die August-Bebel-Straße liegt gegenüber der Trebbiner Straße. Zu Weihnachten würde die Post die doppelte Sendungsmengen als im Jahresdurchschnitt transportieren, so die Post. Da der Zusteller die Höchstarbeitszeit von 10 Stunden nicht überschreiten darf, seien teilweise Touren abgebrochen worden. „Die in dem Fall nicht zugestellte Post wird am nächsten Tag zuerst zu den Kunden gebracht.“

Den beiden Anwohnern geht das aber nicht nur mit der Weihnachtspost so. „Meine Frau hat eine Frauenzeitschrift abonniert, die durch die Post erst eine Woche später zugestellt wird“, sagt der Anwohner. Auch andere Nachbarn würden die verspätete Zustellung kennen. Beschwert hätten sie sich, geändert habe sich nichts. Er vermutet, dass die verspätete Postzustellung mit den Streiks im zuständigen Briefzentrum im Sommer 2015 zusammenhängt. Laut der Post sei es im Zuge des Streiks auch in Großbeeren zu unregelmäßiger Zustellung gekommen. Dadurch könne der Eindruck entstanden sein, dass sich diese Situation fortgesetzt habe. Die Post entschuldigt sich ausdrücklich für die Unannehmlichkeiten. Seit Januar gebe es einen neuen Stammzusteller für den Bezirk. Seitdem würden die Sendungen wieder zuverlässig ankommen.

Andreas Rathenow traut dem Frieden noch nicht so ganz, auch wenn er bemerkt hat, dass die Post zu Jahresbeginn wieder regelmäßiger kommt. Für ihn steht mit der verspäteten Zustellung zugleich die wirtschaftliche Existenz seines Unternehmens auf dem Spiel. „Wenn heute ein Blumenstrauß bestellt wird, dann kann ich ihn ja nicht erst nächste Woche liefern.“

Von Krischan Orth

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